Umsatzsteuer (USt)

Die Umsatzsteuer ist eine sogenannte Verkehrssteuer. Sie wird prozentual nach dem Wert von Lieferungen und Leistungen eines Unternehmens berechnet. Der Nettopreis einer Ware oder Dienstleistung und die aufgeschlagene Steuer bilden zusammen den Kaufpreis für den Käufer.

Gesetzliche Grundlagen

Die Umsatzsteuer hat mit dem Umsatzsteuergesetz (UStG) ihr eigenes Gesetzeswerk. Laut §1 UStG werden alle Lieferungen und Leistungen eines Unternehmens im Inland mit der Umsatzsteuer belegt. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Verkauf an einen privaten Endkunden (B2C = Business to Customer) oder zwischen zwei Unternehmen erfolgt (B2B = Business to Business). Verkäufe zwischen Privatleuten sind jedoch von der Umsatzsteuer ausgeschlossen.

Unterschiedliche Behandlung der Umsatzsteuer

Auch wenn die Umsatzsteuer gleichermaßen anfällt, wenn ein Privatmann oder ein Unternehmen ein Produkt kauft oder eine Leistung in Anspruch nimmt, ist der Effekt der Steuer auf den jeweiligen Käufer ein völlig anderer. Denn für den Privatkunden gehört die Steuer quasi zum Preis, ist mit ihm untrennbar verbunden. Genauer gesagt: Die Umsatzsteuer auf Waren oder Dienstleistungen ist für den privaten Verbraucher nichts anderes als eine Erhöhung des Kaufpreises, den er zu zahlen hat.

Beim Unternehmen, das etwas erwirbt, ist dies anders. Auch das Unternehmen, das von einem Geschäftspartner etwas kauft, unterliegt zunächst der Umsatzsteuer. Für das kaufende Unternehmens ist dies jedoch einfach nur ein sogenannter durchlaufender Posten: Wenn zum Beispiel ein Rohstoff mit Umsatzsteuer gekauft wird, kann diese Steuer über den sogenannten Vorsteuerabzug wieder beim Finanzamt geltend gemacht werden.

Verschiedene Umsatzsteuer-Prozentsätze für verschiedene Produkte

Der klassische Satz der Umsatzsteuer auf die meisten Waren oder Dienstleistungen beträgt aktuell 19 Prozent. Dies wird in § 12, Absatz 1 UStG geregelt. Die 19 Prozent sind der sogenannte Regelsteuersatz, der im Rahmen aller steuerpflichtigen Umsätze anfällt.

Ausnahmen sind jedoch in Absatz 2 des gleichen Paragrafen genannt. Hier wird der sogenannte ermäßigte Steuersatz geregelt. Dieser beträgt aktuell 7 Prozent. Er wird auf bestimmte Produkte oder Dienstleistungen gewährt. Hierzu gehören unter anderem Bücher und Lebensmittel, Lebensmittel und Milch, die Beförderung in öffentlichen Verkehrsmitteln oder die Beherbergung in Hotels und ähnlichen Einrichtungen.

Zudem werden für die Bereiche Land- und Forstwirtschaft eigene Umsatzsteuersätze verwendet.

Was versteht man unter der sogenannten Vorsteuer-Anmeldung?

Wenn ein Unternehmen von einem Konsumenten den Preis für eine Ware oder Dienstleistung erhält, muss die darin enthaltene Steuer an das Finanzamt abzuführen werden. Damit dies nicht bei jedem Geschäftsvorfall nötig ist, gibt es die sogenannte Umsatzsteuer-Voranmeldung. Hier muss das Unternehmen in einem bestimmten Turnus (zum Beispiel jedes Vierteljahr oder Monat) einen bestimmten Betrag an das Finanzamt zahlen.

Wie hoch der jeweilige Betrag ist, errechnet sich aus zwei Komponenten:

  1. Die (Umsatz-)Steuer, die ein Unternehmen zahlen muss, wenn es von einem anderen Unternehmen etwas kauft, ist abzugsfähig. Das bedeutet, sie vom Finanzamt zurückerstattet wird und auf diese Weise für das Unternehmen nur einen durchlaufenden Posten darstellt.
  2. Die (Umsatz-)Steuer, die der Konsument (Endverbraucher) beim Kauf von Produkten oder Dienstleistungen anfällt, ist an das Finanzamt zu zahlen. (Diese Steuer wird von den Verbrauchern im Volksmund auch gerne als Mehrwertsteuer bezeichnet.)

Wie hoch der Betrag ist, der an das Finanzamt gezahlt werden muss, ergibt sich aus der Differenz der beiden Steueraufkommen.

Berechnung der Zahllast rund um die Umsatzsteuer

Der Geldbetrag, der an das Finanzamt zu bezahlen ist, ist von Unternehmen selbst zu berechnen. Somit setzt die Umsatzsteuer-Voranmeldung eine hohe Sorgfalt rund um die laufende Buchführung in einem Unternehmen voraus.

Beteiligung der Buchführung an den Vorgängen rund um die Umsatzsteuer

Die laufende Buchhaltung eines Unternehmens ist gleich auf mehrfache Weise an der korrekten Erfassung aller Geschäftsvorfälle rund um die Umsatzsteuer beteiligt.

Erstens müssen bei allen Verkäufen von Produkten oder Dienstleistungen an einen Kunden die jeweils erhaltenen Summen von Mehrwertsteuer in den betreffenden Buchungssätzen erfasst werden.

Zweitens müssen bei Käufen, die ein Unternehmen als Geschäftskunde tätigt, die jeweils gezahlten Summen an Steuer ebenfalls in den jweiligen Buchungssätzen erfasst werden.

Drittens müssen die Summen von erhaltener und gezahlter Umsatzsteuer addiert und einander gegenübergestellt werden. Dies ist nötig, damit festgestellt werden kann, ob gegenüber dem Finanzamt eine Zahllast oder ein Ersattungsanspruch vorliegt, und natürlich in welcher Höhe.

Aus diesem Grund ist die Nutzung einschlägiger Software-Produkte unter Umständen sehr hilfreich.

Online-Buchhaltungs-Software als wertvolle Hilfe

Eine Online-Buchhaltungs-Software wie lexoffice kann eine wertvolle Unterstützung bei der buchungsmäßigen Bewältigung der Geschäftsvorfälle rund um die Umsatzsteuer sein. Das gilt insbesondere dann, wenn es entweder sehr viele Geschäftsvorfälle und damit Buchungen sind, oder dann, wenn in einem Unternehmen (oft kleinere Betriebe) das entsprechende personelle Know-how für diese Tätigkeiten nicht vorhanden ist.

Mit komfortablen Buchungsmasken wird die Eingabe der Geschäftsvorfälle deutlich leichter. Das beginnt allein schon damit, dass die benötigten Steuersätze voreingestellt werden können und somit die Berechnung der Zahlen automatisch und frei von Fehlern erfolgen kann. Zudem ist es nicht möglich, falsche Buchungssätze auszuführen oder wichtige Information wegzulassen, weil das System den Anwender in diesen Fällen sofort aufmerksam macht. So führt die Nutzung einer Software von lexoffice zu steuerrechtlich korrekten Buchungen bei deutlich reduziertem zeitlichen und personellen Aufwand.