Vorsteuerabzug

Unter dem Begriff Vorsteuerabzug versteht man grundsätzlich das Recht eines Unternehmers, die sogenannte Vorsteuer von der Umsatzsteuerschuld abzuziehen, welche er gegenüber Vorunternehmen, Zollstellen oder dem Finanzamt hat. Durch den Abzug der Vorsteuer bekommt er bereits bezahlte Umsatzsteuer vom Finanzamt also zurückerstattet. Dementsprechend kann sich der Vorsteuerabzug für viele Unternehmer durchaus lohnen.

 

Vorsteuer – was ist das eigentlich?

Sie möchten wissen, was eine Vorsteuer eigentlich ist? Am besten kann man verstehen, was die sogenannte Vorsteuer für Unternehmer bedeutet, indem man sich genauer mit der Umsatzsteuer (USt) befasst.

Sobald ein Unternehmer Umsätze tätigt, erhebt das Finanzamt grundsätzlich Umsatzsteuer darauf. Alle Umsätze, die er entgeltlich ausführt, sind dementsprechend umsatzsteuerpflichtig. Das wiederum bedeutet, dass jeder Firmeninhaber für die von ihm erbrachten Leistungen Umsatzsteuer an die Finanzbehörden entrichten muss. Da sie also den Mehrwert eines Produkts oder einer Dienstleistung besteuert, wird sie auch als Mehrwertsteuer bezeichnet. Dieser Begriff wird allerdings im Steuerrecht nicht mehr verwendet, sondern lediglich noch auf Belegen und Quittungen so bezeichnet.

Die sogenannte Vorsteuer kann man ebenfalls als eine Form der Umsatzsteuer verstehen. Konkret umfasst sie all diejenigen Umsatzsteuer-Beträge, welche einem Unternehmer von anderen Firmen für eingekaufte Waren oder Dienstleistungen in Rechnung gestellt werden. Dementsprechend ist die Vorsteuer eine Steuer, welche ein Unternehmer für all seine Ausgaben im Bereich der eigenen, zusätzlichen Wertschöpfung des Betriebs abführen muss.

 

  1. Die Umsatzsteuer muss für Ausgangsleistungen eines Unternehmers bezahlt werden.
  2. Die Vorsteuer ist in den Eingangsleistungen eines Unternehmers enthalten.

 

Was genau ist der Vorsteuerabzug und wie funktioniert er?

Der Vorsteuerabzug ist in § 15 des Umsatzsteuergesetztes (UStG) gesetzlich geregelt. Durch ihn profitieren Unternehmen von einem entscheidenden Vorteil: Sie haben mit Hilfe eines Vorsteuerabzugs die Möglichkeit, Wirtschaftsgüter und Leistungen im Bereich ihres Unternehmens umsatzsteuerfrei zu erwerben. Das funktioniert, indem sie sich entstandene Umsatzsteuerbelastungen durch die Umsatzsteuervoranmeldung bzw. eine Umsatzsteuererklärung vom Finanzamt zurückholen können. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Unternehmer lediglich Umsatzsteuer für Leistungsabgaben an Verbraucher bezahlen müssen.

Damit der USt-Abzug reibungslos funktioniert, müssen Unternehmer darauf achten, dass ihre Rechnungen allen Anforderungen der §§ 14 ff. UStG entsprechen. Diese besagen, dass die Vorsteuer klar aus den Eingangsrechnungen hervorgehen muss und dass die Rechnungsformulare alle wichtigen Pflichtangaben enthalten müssen. Um den Vorsteuerabzug überhaupt durchführen zu können, müssen Firmeninhaber selbst umsatzsteuerpflichtig sein.

 

Wer ist zum Abzug der Vorsteuer berechtigt?

Zunächst einmal ist jeder Unternehmer zum Umsatzsteuer-Abzug der Vorsteuer berechtigt. Grundsätzlich ist der Vorsteuerabzug aber nur dann möglich, wenn Selbstständige auf ihren Rechnungen überhaupt Umsatzsteuer erheben. Hierfür muss der Jahresumsatz über 17.500 Euro liegen.

Nicht vorsteuerabzugsberechtigt sind beispielsweise juristische Personen des öffentlichen Rechts und Körperschaften. Sie können ihre Leistungen steuerfrei beziehen und erhalten dementsprechend keine Rückvergütung vom Finanzamt. Alle vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen bekommen die von ihnen gezahlte Vorsteuer zurück, nachdem sie eine Umsatzsteuer-Voranmeldung bzw. die Umsatzsteuererklärung beim Finanzamt eingereicht haben.

 

Sind Kleinunternehmer vom Vorsteuerabzug ausgenommen?

Firmeninhaber, welche die Kleinunternehmerregelung (§ 19) anwenden, bilden eine Ausnahme. Ihnen steht das Recht auf den Vorsteuerabzug nicht zu. Der Grund dafür ist, dass sie auf ihren Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen müssen. Dadurch wiederum können sie auch nicht vom Abzug der Vorsteuer Gebrauch machen.

Wenn Sie die Kleinunternehmerregelung auf ihren Rechnungen anwenden, müssen Sie sicherstellen, dass Sie Ihre Dokumente mit einem entsprechenden Hinweis darauf versehen. Ein Satz wie zum Beispiel „Im ausgewiesenen Rechnungsbetrag ist gemäß § 19 UStG keine Umsatzsteuer enthalten“ genügt.