Umsatzsteuererklärung

Umsatzsteuererklärung: So sieht die jährliche Abrechnung aus

Als Unternehmer müssen Sie – je nach Umsatz – monatlich oder vierteljährlich eine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben und entsprechende Vorauszahlungen leisten. Diese Vorauszahlungen werden am Ende des Jahres mit der Jahresumsatzsteuerschuld abgeglichen. In der Umsatzsteuererklärung wird also die Endabrechnung gemacht. In manchen Fällen reicht es sogar, nur eine Umsatzsteuererklärung abzugeben.

Als Unternehmer sind Sie in jedem Fall dazu verpflichtet, eine Umsatzsteuererklärung abzugeben. Dies gilt unabhängig davon, ob Sie im Laufe des Jahres Voranmeldungen eingereicht haben oder nicht. Die Umsatzsteuererklärung muss elektronisch übertragen werden. Die Erklärung selbst müssen Sie fristgerecht bis zum 31. Mai des Folgejahres einreichen. Eine Fristverlängerung ist auf Antrag möglich.

Umsatzsteuer und Vorsteuer gehören in die Umsatzsteuererklärung

In der Umsatzsteuererklärung müssen Sie sämtliche Umsatz- und Vorsteuerbeträge angeben, die im betreffenden Jahr angefallen sind. Dabei sind die Umsätze in die verschiedenen Steuersätze und die verschiedenen Arten der Steuerbarkeit aufzuteilen. In der Praxis weicht die Umsatzsteuererklärung meist geringfügig von den Voranmeldungen ab, weil möglicherweise noch Belege aufgetaucht sind oder unvollständige Angaben korrigiert werden.

Sollte sich aus der Jahreserklärung noch eine Umsatzsteuerschuld ergeben, müssen Sie diese binnen eines Monats nach Abgabe der Umsatzsteuererklärung ohne weitere Aufforderung dem Finanzamt überweisen. Die Abgabe der Umsatzsteuererklärung stellt eine Steuerfestsetzung unter dem Vorbehalt der Nachprüfung dar. In der Regel erlässt die Finanzverwaltung einen Bescheid zur Umsatzsteuer nur dann, wenn die Umsatzsteuererklärung von der Anmeldung des Unternehmers abweicht. In diesen Fällen ist ein sich ergebender Nachzahlungsbetrag innerhalb von einem Monat nach Bekanntgabe des Steuerbescheids fällig.

Achtung!

Wenn die Steuerzahllast des Unternehmers aus der Umsatzsteuererklärung erheblich von den Voranmeldungen abweicht, kann die Finanzverwaltung darin einen ersten Hinweis auf eine Steuerverkürzung oder eine Steuerhinterziehung sehen. Es sei denn, dies ließe sich durch Besonderheiten in der Umsatzsteuererklärung klären – etwa wegen einer Vorsteuerberichtigung. Aus diesem Grunde sollten die Daten in den Voranmeldungen mit den Grundlagen der Umsatzsteuererklärung weitestgehend übereinstimmen. Wenn Sie beim Erstellen der Umsatzsteuererklärung bemerken, dass es zu einer Abweichung bei den Besteuerungsgrundlagen kommt, sollten Sie für die betreffenden Voranmeldungszeiträume berichtigte Voranmeldungen abgeben.

Umsatzsteuererklärung: Hauptformular mit Anlagen

Die Erklärung besteht aus dem vierseitigen Hauptformular sowie den Anlagen UN und UR. Die Anlage UR müssen Sie immer dann beifügen, wenn Sie ganz bestimmte Umsätze erzielt haben. Dazu gehören beispielsweise:

  • innergemeinschaftliche Erwerbe,
  • steuerfreie Lieferungen und Leistungen,
  • Umsätze, bei denen auf die Steuerbefreiung verzichtet wurde.

Die Anlage UR dreht sich um viele komplexe Umsätze. Wenn Sie sich im Unklaren darüber sind, ob diese Anlage für Sie relevant ist, fragen Sie am besten einen im Umsatzsteuerrecht kundigen Steuerberater. Die Anlage UN müssen Unternehmen einreichen, die im Ausland ansässig sind. Ausländische Unternehmer können in Deutschland nur dann veranlagt werden, wenn im Inland Umsatzsteuer geschuldet wird. Unternehmer, die lediglich Vorsteuerbeträge geltend machen können, sind auf das Vorsteuervergütungsverfahren angewiesen.

Umsatzsteuererklärung – auch für Kleinunternehmer ein Muss

Auch Kleinunternehmer sind zur Umsatzsteuer-Jahreserklärung verpflichtet. Speziell für sie gibt es auf dem offiziellen Formular den Teil B „Angaben zur Besteuerung der Kleinunternehmer“. Hier müssen sie die entsprechenden Zeilen zum Vorjahresumsatz und Umsatz des laufenden Jahres ausfüllen. Auf diese Weise will das Finanzamt feststellen, ob überhaupt ein Anspruch auf die Kleinunternehmer-Regelung besteht.

Tipp

Das Umsatzsteuergesetz befreit Kleinunternehmer nicht von der Abgabe der Jahreserklärung. In der Praxis wird dies jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich gehandhabt. Erkundigen Sie sich einfach bei Ihrem zuständigen Finanzbeamten, wie dort mit Kleinunternehmern umgegangen wird und ob Sie eine Jahreserklärung abgeben sollen.