Sondervorauszahlung

Was ist eine Sondervorauszahlung?

Möchten Sie als Unternehmer für Ihre Umsatzsteuervoranmeldung eine Dauerfristverlängerung beantragen, muss dafür eine Umsatzsteuer entrichtet werden. Die Sondervorauszahlung ist die Vorauszahlung auf diese Umsatzsteuer.

Wann wird die Sondervorauszahlung angewendet?

Wer seinen Antrag auf eine Dauerfristverlängerung bei der Abgabe seiner Umsatzsteuervoranmeldung bewilligt bekommt, kommt damit in den Genuss einer Fristverlängerung und muss seine Unterlagen erst nach der ursprünglichen Abgabefrist beim Finanzamt einreichen. Allerdings bewilligt das Amt diesen Antrag in der Regel nur unter der Voraussetzung einer Sondervorauszahlung seitens des Antragstellers.

Welche Aufgabe hat die Sondervorauszahlung?

Die Sondervorauszahlung kann demnach wie ein Pfand angesehen werden. Der an das Finanzamt im Voraus überwiesene Betrag wird bei der späteren Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldung auf die entstehende Zahllast angerechnet. So muss am Ende eine geringere Summe überwiesen werden.

Hinweis

Die Abgabefrist wird für Unternehmer anhand der Vorjahresumsätze bestimmt. Für Existenzgründer werden die zu erwartenden Umsätze durch den Firmeninhaber selber eingeschätzt. Die Abgaben im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung
können sowohl monatlich als auch im Quartal oder jährlich erfolgen. Die Höhe der zu entrichtenden Vorauszahlung wird über die Umsatzsteuervorauszahlung des vorhergehenden Jahres berechnet. Erneut liegt es im Ermessen von Firmeninhabern, diesen Wert für Existenzgründung zu schätzen. Die Umsatzsteuervorauszahlung beträgt 1/11 des entsprechenden Wertes.

Berechnung der Sondervorauszahlung – Beispiel

Die Sondervorauszahlung wird mittels der zusammengerechneten Umsatzsteuer-Voranmeldungen des Vorjahres kalkuliert. Sie beträgt 1/11 dieses Betrages. Wird die Sondervorauszahlung bereits im zweiten Jahr hintereinander geleistet, wird die vorherige von der Summe der Umsatzsteuervorauszahlungen des Vorjahres herausgerechnet.
Berechnungsbeispiel:
Sondervorauszahlung im Vorjahr: 10.000 Euro
Zusammengerechnete Umsatzsteuer-Vorauszahlungen im Vorjahr: 35.000 Euro
Höhe der Anrechnung der Sondervorauszahlung des Unternehmers bei der Umsatzsteuer-Voranmeldung des Vorjahres: 10.000,- Euro.
Tatsächlich abgeführte Steuer: 35.000,- Euro plus 10.000,- Euro = 45.000,- Euro.
Die Sondervorauszahlung für das aktuelle Jahr beläuft sich damit auf eine Summe von 45.000,- Euro mal 1/11tel, also 4.091,- Euro.

Wozu dient die Sondervorauszahlung?

Der Zweck einer Sondervorauszahlung besteht darin, den erwarteten Zinsgewinn der später entrichteten Umsatzsteuer beim Unternehmen zu verhindern. Daher wird sie auch erst von der fälligen Umsatzsteuerschuld der betroffenen Firma bei der letzten Umsatzsteuervoranmeldung im Jahr abgezogen.

Rechtliche Grundlage

Für den Antrag einer Dauerfristverlängerung müssen Sie bei Ihrem zuständigen Finanzamt den Vordruck USt 1H beantragen. Die Option dieser Verlängerung ist in § 18 Abs. 6 UStG geregelt. Ebenso wie der Antrag auf Dauerfristverlängerung für die Umsatzsteuer-Voranmeldung, muss die Anmeldung der Sondervorauszahlung seit 2011 in der Regel auf elektronischem Weg erfolgen, festgeschrieben unter den §§ 46 bis 48 UstDV. Es steht allerdings im Ermessen des zuständigen Finanzamtes, bei entsprechender Antragstellung des Unternehmens zur Vermeidung unbilliger Härte auf diese elektronische Übermittlung zu verzichten und eine Papierform zu akzeptieren.

Bitte beachten Sie die Überarbeitung des Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens mit Wirkung zum 1.1.2017.

Sondervorauszahlung- Fristen

Grundsätzlich richtet sich der Abgabetermin Ihrer Umsatzsteuervoranmeldung nach der Höhe Ihrer Steuerschuld. Die Einreichung der Unterlagen ist normalerweise am 10. Des Nachfolgemonats auf den Voranmelde-Monat fällig.
Die Antragsfrist der Sondervorauszahlung ist in § 48 der UStDV geregelt. Danach müssen Sie die Dauerfristverlängerung bis zu dem Zeitpunkt beantragen haben, an dem die betroffene Voranmeldung nach § 18 Abs. 1, 2 und 2a UStG abgegeben werden muss.

Spezialfall

In § 47 Abs. 2 UStDV finden sich Regelungen zum Verfahren von Sondervorauszahlungen, haben Sie Ihre Tätigkeit nicht das ganze Jahr hindurch ausgeübt.

Zusammenfassung

Als Unternehmer sind Sie nur dann zur Zahlung einer Sondervorauszahlung verpflichtet, wenn Sie Ihre Umsatzsteuer-Voranmeldungen monatlich abgeben und dafür eine Dauerfristverlängerung beantragt haben, die durch Ihr zuständiges Finanzamt bewilligt worden ist.
Das Finanzamt wird den gewünschten Zahlungsaufschub nur unter der Bedingung einer Sondervorauszahlung am Anfang des Geschäftsjahres stattgeben.
Ihre Zahlung wird am Jahresende von der Endsumme der Zahlungsforderung Ihrer Umsatzsteuer-Voranmeldung zinslos abgezogen.

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