Gesellschafter

Als Gesellschafter wird eine natürliche oder juristische Person bezeichnet, die an einer Kapitalgesellschaft, Personengesellschaft oder anderen Form der Mitunternehmerschaft beteiligt ist.

Umgangssprachlich wird der Begriff vor allem im Zusammenhang mit Beteiligungsverhältnissen bei GmbH’s, OHG’s, KG’s und GbR’s verwandt, obwohl er grundsätzlich weiter gefasst wird, denn auch der Aktionär einer AG ist zum Beispiel Gesellschafter, ebenso wie das Mitglied einer eingetragenen Genossenschaft (eG).

Sie sind an Gewinnen und Verlusten eines Unternehmens anteilig beteiligt. Wie umfangreich die Kapitalanlage und die übernommenen Risiken ausfallen, wird durch die Rechtsform der Gesellschaft festgelegt. Bei Kapitalgesellschaften beschränkt sich das Risiko auf die Höhe der Kapitaleinlage, denn hier haftet der Gesellschafter seinen Gläubigern nur m8it dem Gesellschaftsvermögen.

Bei Personengesellschaften steht der Gesellschafter zusätzlich auch mit seinem Privatvermögen für Forderungen ein. Ausnahme ist der Kommanditist bei der KG, der nur in Höhe der von ihm eingetragenen Haftungssumme haftet.

Rechte und Pflichten von Gesellschaftern sind einerseits in den jeweils für die Rechtsform relevanten Gesetzestexten und ergänzend im Gesellschaftsvertrag geregelt. Typische Gesellschafterrechte beschäftigen sich neben den eigentlichen Vermögensrechten wie dem Gewinnanspruch mit der Festlegung von Mitwirkungs- und Stimmrechten, Auskunfts-, Informations- und Kontrollrechtem.

Stille Gesellschafter stellen ihr Vermögen zur Verfügung, ohne durch diese Einlage am Gesellschaftsvermögen beteiligt zu werden oder Mitunternehmerrechte zu erwerben. Ein stiller Teilhaber nimmt nur an Gewinn und Verlust teil, nicht an den geschäftlichen Entscheidungsprozessen.

Beherrschende Gesellschafter im Sinne des Steuerrechts haben mehr als 50% der Stimmrechte in einem Unternehmen, können sich also gegen andere Entscheidungsträger durchsetzen. Normalerweise ist der Anteilsbesitz des Gesellschafter-Geschäftsführers an der Gesellschaft mit dem Stimmrechtsanteil identisch.

Auch eine Beteiligung von 50 % oder weniger kann für die Positionierung als beherrschender Gesellschafter genügen, wenn noch besondere Umstände hinzukommen, die eine Beherrschung der Gesellschaft begründen.

Ein beherrschender Gesellschafter-Geschäftsführer ist theoretisch in der Lage die gesellschaftsinterne Gewinnermittlung des Unternehmens nach eigenen Interessen zu “gestalten“ bzw. nach eigenen Interessen zu lenken.