Verbindlichkeit

Eine Verbindlichkeit kommt zustande, wenn die Leistungserbringung des Verkäufers und die Geldzahlung des Käufers nicht in den gleichen Zeitraum fallen. Bei späterer Bezahlung kommt es zu einer sogenannten Verbindlichkeit (also Schulden) des Käufers. Bei Käufen durch ein Unternehmen bei einem anderen werden die ausstehenden Verpflichtungen zur Leistungserbringung als Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gebucht. Beim Jahresabschluss erscheint dieser Posten auf der Passivseite der Bilanz.

Die rechtlichen Grundlagen

Rechtlich entstehen Verbindlichkeiten durch die Pflichten, die durch den Abschluss des jeweiligen Vertrags eingegangen werden. Ein Beispiel: Unternehmen A kauft von Unternehmen B Rohstoffe in einem Wert von 10.000 Euro. Es wurde ein Zahlungsziel von 14 Tagen vereinbart. Das bedeutet, dass der Schuldner die Summe erst nach diesem Zeitraum zahlen muss. Die durch den Kaufvertrag ausstehende Summe muss Unternehmen A in seiner Buchführung unter dem Posten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfassen. Im Gegenzug erfasst das Unternehmen B als Verkäufer diese Summe unter dem Punkt Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Die Summe aller Verbindlichkeit eines Unternehmens ist zum Bilanzstichtag besonders relevant. Dort müssen nämlich alle Vermögensgegenstände und Schulden eines Unternehmens erfasst sein und in der Bilanz einander gegenübergestellt werden. Dies verlangt das sogenannte Vollständigkeitsprinzip, das in § 246 des Handelsgesetzbuches (HGB) verlangt wird. Die Verbindlichkeiten erscheinen in ihrer Summe auf der rechten Seite der Bilanz (Passiva) und stellen dort hinter dem Eigenkapital und den Rückstellungen des dritten Punkt dar. Betriebswirtschaftlich gehören die Verbinlichkeiten zum Fremdkapital.

Der Unterschied zwischen Verbindlichkeiten und Rückstellungen

Sowohl Verbindlichkeiten als auch Rückstellungen sind durch Kapital charakterisiert, das aufgrund einer Verpflichtung oder eines Gesetzes an einen Privat- oder Geschäftskunden oder einen anderen Adressaten noch ausgezahlt werden muss. Dennoch gibt es einen gravierenden Unterschied:

Verbindlichkeiten charakterisieren Summen, die sowohl in ihrer Höhe als auch ihrem zeitlichen Anfall bekannt sind. Klassisch ist das obige Beispiel: eine Geldsumme von 10.000 Euro, die als Verpflichtung aus einem Kaufvertrag enstatnden ist und innerhalb eines Zeitraums von 14 Tagen bezahlt werden muss.

Im Gegensatz dazu ist bei Rückstellungen nicht sicher, ob sie überhaupt einmal anfallen werden, und wenn ja, in welcher Höhe sie entstehen. Beispiel ist die Steuerrückstellung oder eine Rückstellung für Summe, die infolge eines laufenden Prozesses auf ein Unternehmen zukommen könnten.

Arten von Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind das klassische Beispiel für diese Form von Schulden. Aber es gibt noch weitere Arten von Verbindlichkeiten. Dazu gehören:

  • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Das klassische Bankdarlehen ist hier ein typisches Beispiel.
  • Erhaltene Anzahlungen: Anzahlungen, die ein Unternehmen vom Kunden für eine Bestellung bereits erhalten hat.
  • Anleihen: Hier handelt es sich um Verbindlichkeiten, die durch das Ausgeben von Anleihen gegenüber den Käufern entstehen.
  • Verbindlichkeiten, die gegenüber von verbundenen Unternehmen entstehen.
  • Wechselverbindlichkeiten.
  • Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, die in einem Beteiligungsverhältnis verbunden sind.
  • Sonstige Verbindlichkeiten. Hierunter fällt Steuerbereich, zum Beispiel auf den Gebieten der Lohnsteuer oder der Umsatzsteuer.

Betroffene Unterlagen und Geschäftsbereiche

In einem Unternehmen werden Verbindlichkeiten im Zuge der laufenden Geschäftsbuchhaltung erfasst. Sie entstehen im normalen Geschäftsprozess dann, wenn für eine Ware oder Dienstleistung ein Kaufpreis entsteht, der erst im Rahmen eines festgelegten Zahlungsziels, also vom Kunden nicht gleich bar bezahlt wird. Auch aus finanziellen Transaktionen können Verbindlichkeiten entstehen. Das ist etwa dann der Fall, wenn ein Unternehmen einen Kredit bei seiner Bank aufnimmt oder wenn eine Steuer ins Haus steht. Insofern gibt es eine breitgefächerte Palette von Möglichkeiten für Verbindlichkeiten, die entstehen können und auch die betroffenen Abteilungen eines Unternehmens sind vielfältig.

Am meisten ist von den Verbindlichkeiten die Buchführung betroffen, da im klassischen Unternehmensrhythmus eine Vielzahl von Verbindlichkeiten entstehen. Diese sind sachlich und zeitlich korrekt zu verbuchen. Zudem sind die Verbindlichkeiten in ihrer Summe auch für den Jahresabschluss eines Unternehmens relevant, da die Verbindlichkeiten ein eigener Posten auf der rechten Seite (Passivseite) einer Bilanz sind.

Bewertung eines Unternehmens

Die Verbindlichkeiten gehören aus betriebswirtschaftlicher Sicht zum Fremdkapital eines Unternehmens. Sie stehen zusammen mit dem Eigenkapital eines Unternehmens auf der Passivseite der Bilanz und sind dot den Aktiva, den Vermögenswerten in einem Unternehmen gegenübergestellt. Umso höher der Fremdkapitalanteil ist, mit dem die Mittelherkunft eines Unternehmens beschrieben ist, umso geringer ist die Bonität eines Unternehmens. Dies kann sich im Hinblick auf mögliche Kreditvergaben, aber auch in Bezug auf Geschäfte mit Geschäftspartnern oder Kunden unter Umständen negativ auswirken.

Online-Buchhaltungs-Software als hilfreiche Unterstützung

Wie die Beispiele bereits zeigen, fallen in einem Unternehmen zahlreiche Geschäftsvorfälle an, bei denen die Konten der Verbindlichkeiten, vor allem der Verbindlichkeiten aus LIeferungen und Leistungen berührt werden. Deshalb hilft eine Software spürbar dabei, den Arbeitsaufwand in personeller und zeitlicher Hinsicht zu minimieren. Zudem haben durch den Online-Faktor die Unternehmen die Möglichkeit, mehreren Personen gleichzeitig Zugriff auf Funktionen und Daten zu geben.

Durch bequeme Buchungsmaske ist die Eingabe der einzelnen Geschäftsvorfälle rund um die Verbindlichkeiten einfach. Falsche Buchungssätze können nicht ausgeführt werden und wichtige Dinge nicht vergessen werden. Zudem sind Summen für die Bilanz leicht und unter Ausschluss möglicher Fehlerquellen zu errechnen und zu übernehmen.