Handelsbilanz

Handelsbilanz Definition

Unter dem Begriff Handelsbilanz wird die Gegenüberstellung aller Warenexporte und Warenimporte in einem bestimmten Zeitraum verstanden. Der Warenverkehr bezieht sich entweder auf ein Unternehmen oder die gesamte Volkswirtschaft eines Landes.

Mithilfe dieser Art der Bilanz kann man erkennen, ob bei einem Unternehmen eine ausländische Zahlungsverpflichtung oder Zahlungsforderung besteht.

Die Handelsbilanz ist Teil der Leistungsbilanz und damit auch Teil der Zahlungsbilanz. Sie ist als Unterbilanz der Leistungsbilanz von größter Wichtigkeit. Daher ist die Handelsbilanz äußerst aussagefähig, und sie ist eine immens wichtige Grundlage für die wirtschaftlichen Maßnahmen und Entscheidungen innerhalb eines Unternehmens.

Kontostruktur und Publizitätspflicht

Meistens wird die Bilanz in Staffelform dargestellt, wobei sie in Soll und Haben gegliedert ist. Die Warenimporte werden dabei auf der Habenseite und die Warenexporte auf der Sollseite wertmäßig aufgeführt.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass für bestimmte Personen- sowie Kapitalgesellschaften Offenlegungspflichten, auch Publizitätspflichten genannt, existieren. So sind die gesetzlichen Vertreter solcher Gesellschaften verpflichtet, die Jahresabschlüsse inklusive der Anhänge zur Veröffentlichung im elektronischen Bundesanzeiger einzureichen. So haben beispielsweise Angestellte, Anteilseigner oder Geschäftspartner die Möglichkeit, sich über die wirtschaftliche Situation der Firma zu informieren.

Diese Einreichung hat innerhalb von zwölf Monaten nach Ablauf des Geschäftsjahres zu erfolgen. Bei kapitalorientierten Gesellschaften muss dies bereits innerhalb von vier Monaten geschehen, wobei die einzureichenden Unterlagen abhängig von der Größe der Gesellschaft sind. Jedoch muss auf jeden Fall der Jahresabschluss inklusive der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Anhang eingereicht werden.

Die gesetzlichen Regelungen zu den Publizitätspflichten sind besonders in folgenden Vorschriften niedergelegt:

Die Publizität der Handelsbilanz wird nach dem General- beziehungsweise Spezialhandel realisiert, die Gliederung erfolgt in der Regel nach Warengruppen sortiert, wie zum Beispiel Rohstoffe, Nahrungsmittel und/oder Fertigwaren. Bei der Handelsbilanz innerhalb eines Landes kann diese auch nach Regionen, respektive Ländern gestaffelt sein. Sie ist als Monats- oder auch als Jahresnachweis zugänglich.

Arten der Handelsbilanz

Die Handelsbilanz ist in drei Arten unterteilt.

Ausgeglichene Handelsbilanz

Wie Sie sicherlich schon vermuten, bedeutet eine solche Bilanz, dass bei einer Gegenüberstellung der Ex- und Importe diese den gleichen Wert haben. Eine solche Bilanz kommt jedoch in der Realität beinahe nie vor. Eine solche Werte-Gleichheit ist nämlich extrem unwahrscheinlich, betrachtet man die komplexen und umfangreichen Strukturen des Warenverkehrs und des Handels. Aus diesen Gründen ist eine Handelsbilanz beinahe immer nicht ausgeglichen.

Positive Handelsbilanz

Die positive Handelsbilanz kommt immer dann zustande, sobald der Wert der Exporte den der Importe überschreitet. In solchen Fällen spricht man auch von einem sogenannten Handelsbilanzüberschuss. Dieses Faktum kann sich hinsichtlich der Volkswirtschaft sowohl positiv als auch negativ auswirken.

Negative Handelsbilanz

Hierbei sind beim Vorliegen einer solchen Bilanz die Exporte geringer als die Importe, so dass sich eine negative beziehungsweise passive Bilanz bildet, das sogenannte Handelsbilanzdefizit.

Wer braucht eine Handelsbilanz?

Als Unternehmer müssen Sie gegebenenfalls eine Handelsbilanz nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) aufstellen.

Wenn auch kein bestimmtes Buchführungssystem vorgeschrieben ist, so haben Sie Ihre Buchführung dennoch so zu strukturieren, dass ein sachverständiger Dritter in die Lage versetzt wird, sich innerhalb einer angemessenen Zeit einen Überblick zu verschaffen. Daher kann es, je nach der Art Ihres Unternehmens, geboten sein, dass Sie sich mit der Handelsbilanz auseinandersetzen.

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