Gewinn

Was ist Gewinn?

Gewinn sollte das Ziel eines jeden Unternehmens sein, wenn es nicht gerade eine gemeinnützige Organisation oder Gesellschaft handelt. Gemeinhin wird mit Gewinn der Überschuss gemeint, der von einem Unternehmen innerhalb einer bestimmten Periode (beispielsweise dem Geschäftsjahr) erwirtschaftet wird. Doch Gewinn ist nicht immer gleich Gewinn und wird, je nach Bereich, sehr unterschiedlich ausgelegt. Ein genauer Blick zeigt die Unterschiede.

Gewinn im internen Rechnungswesen

Die Kostenrechnung im internen Rechnungswesen besagt, dass ein Gewinn vorliegt, wenn die Erlöse die Kosten übersteigen. Als Formel:
Gewinn = Erlös – Kosten
Dabei umfassen Erlöse nicht nur die Umsätze, die beispielsweise mit produzierten Gütern gemacht werden, sondern auch den Wertzuwachs in Form von produzierten Gütern. Der Erlös ist also nicht gleich dem Umsatz bzw. der Einnahme. Zu den Kosten zählen betriebliche Ausgaben wie die Zahlung von Löhnen und Gehältern, Rohstoffen oder auch die Kosten für Büromittel.
Betriebsfremde Erträge – beispielsweise Erträge aus dem Aktienhandel – fließen nicht in die Gewinnermittlung im internen Rechnungswesen ein

Gewinn im Handelsrecht nach der Gewinn-, und Verlustrechnung (GuV)

Für die Buchhaltung wohl am bedeutendsten ist die Gewinn-Definition nach der Gewinn-, und Verlustrechnung (GuV) nach § 242 Abs. 2 HGB. Hier liegt ein Gewinn erst dann vor, wenn die Erträge die Aufwendungen übersteigen. Anders als bei der Berechnung des Gewinns im internen Rechnungswesen fließen hier in die Gewinnermittlung aus betriebsfremde Erträge (z. B. aus dem Aktienhandel) und nichtbetriebliche Aufwendungen (z. B. Spenden, Forderungsausfälle etc.) mit ein. Die Formel lautet:
Gewinn = Ertrag – Aufwand
Den Gewinn im Handelsrecht nennt man auch Unternehmensgewinn.

Gewinne im Steuerrecht

Im Steuerrecht kommt eine andere Art der Gewinnermittlung zum Einsatz. Hier wird im Rahmen der Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) nach §4 Abs. 3 EStG eine Berechnung nach dem Steuerrecht vorgenommen. Für diese gilt die Formel:
Gewinn = Einnahmen – Ausgaben
Dabei ist eine Einnahme gleichzusetzen mit einem Zahlungseingang aus Erträgen, während Ausgaben alle Auszahlungen umfassen, die sich aus Aufwendungen ergeben.

Der Gewinn in der Betriebswirtschaftslehre

In der Betriebswirtschaftslehre gibt es verschiedene Definitionen für den Begriff Gewinn, je nachdem, mit welchem Aspekt man sich beschäftigt. Geht es um die Nominalkapitalerhaltung ist ein Gewinn erwirtschaftet worden, wenn das Unternehmen eine Erhöhung des Eigenkapitals eingefahren hat. Bei der Realkapitalerhaltung wird nicht nur die Erhöhung des Eigenkapitals genommen, sondern zusätzlich dazu das Verhältnis zur Inflationsrate miteinbezogen. Hier liegt ein Gewinn also nur dann vor, wenn die Inflationsrate niedriger ist als die Erhöhung des Eigenkapitals.

Die Bedeutung des Gewinns

Die Gewinnermittlung hat zwei fundamentale Aufgaben:

  • Unternehmensintern zeigt sie auf, ob das Unternehmen wirtschaftlich gearbeitet hat und eine Umsatzsteigerung oder Eigenkapitalerhöhung erreichen konnte. Sollte dies nicht der Fall sein, lassen sich die Schwachpunkte ausmachen und im Zuge einer Gewinnsteigerung in der nächsten Periode anpassen.
  • Unternehmensextern ist der gefahrene Gewinn eines Unternehmens maßgeblich für die Besteuerung eines Unternehmens von Bedeutung. Auch Vergleiche mit branchenähnlichen Unternehmen lassen sich über den Gewinn anstellen.

Wie hilft eine Buchhaltungssoftware wie Lexoffice bei der Gewinnermittlung?

Wenn Sie über die gesamte Geschäftsperiode Ihre Buchungen eingepflegt haben, ist die Gewinnermittlung quasi mit nur einem Knopfdruck erledigt. Dafür wird die GuV-Rechnung erstellt und gibt Ihnen genaue Auskunft darüber, ob Ihr Unternehmen einen Gewinn einfahren konnte oder nicht.