Gewinn

Ertrag, Gewinn und Umsatz Ihres Unternehmens

Sofern es sich nicht um ein gemeinnütziges Unternehmen oder eine Gesellschaft handelt, ist Gewinn das Ziel jedes Unternehmens. Aber er ist nicht immer das, was am Ende unterm Strich übrig bleibt. Ein genauer Blick zeigt, was es sonst noch mit dem Gewinn auf sich hat.

Ertrag, Umsatz, Gewinn: Unterschiede in aller Kürze

Vorab in aller Kürze drei kurze Definitionen.

Als Ertrag bezeichnet man alle Wertzuwächse eines Unternehmens, wozu neben dem Umsatz auch Veränderungen in den Buchwerten wie Wertsteigerungen enthalten sind.

Als Umsatz bezeichnet man alles eingenommene Geld eines Unternehmens – unabhängig davon, ob es steuerbar sind oder nicht. Zum Umsatz gehören auch fiktive Werte wie der Material- oder Zeiteinsatz bei Täuschen oder tauschähnlichen Umsätzen.

Als Gewinn bezeichnen wir das positive Betriebsergebnis, wenn wir Umsatz und Betriebsausgaben gegenrechnen. Das Gegenteil davon ist Verlust: Hierbei sind die Betriebsausgaben höher als der Umsatz.

Unterschied zwischen Ertrag, Gewinn und Umsatz

Abb. 1: Unterschied zwischen Ertrag, Gewinn und Umsatz

Der Unterschied zwischen Gewinn und Umsatz

Gerne werden die Begriffe Umsatz und Gewinn synonym benutzt, aber das ist falsch. Der Umsatz enthält den Gewinn und der Gewinn ergibt sich aus dem Umsatz.

Der Gewinn ist der Überschuss, den Ihr Unternehmen innerhalb einer bestimmten Periode erwirtschaftet. Meistens wird er für das Geschäftsjahr ermittelt. Er ergibt sich aus den Vermögenswerten und dem Umsatz, also den Erträgen Ihres Unternehmens, abzüglich aller Kosten. Der Gewinn ist also der Betrag, der tatsächlich auf dem Geschäftskonto verbleibt.

Für Ihr Unternehmen ist der Gewinn natürlich vor allem deshalb wichtig, weil er Ihnen zeigt, ob Ihr Unternehmen wirtschaftlich arbeitet und so den Umsatz steigern konnte.

Ansonsten ist der Gewinn natürlich für die Besteuerung wichtig und lässt sich auch für direkte Vergleiche mit branchenähnlichen Unternehmen heranziehen.

Vorteile von Ertrag und Gewinn

Wie Sie nun wissen, ist der Umsatz die Summe aller Einnahmen Ihres Unternehmens und der Gewinn das, was nach Abzug von Betriebsausgaben übrig bleibt. Als dritten Begriff gibt es noch den Ertrag. Es kann Vorteile haben, auf den Ertrag statt auf den Gewinn zu schauen – andersherum kann es vorteilhaft sein, sich auf den Gewinn und nicht auf den Ertrag zu fokussieren.

Doch zunächst die Abgrenzung: Unter Ertrag versteht man alle finanziellen oder immateriellen Zuflüsse eines Unternehmens. Dazu gehören nicht nur Umsätze, sondern auch Wertzuwächse. Zu den verschiedenen Arten von Erträgen gehören der Betriebsertrag, der neutrale Ertrag und der betriebsfremde Ertrag. Zudem gibt es außerordentliche Erträge.

Um den Rahmen dieser Erklärung nicht zu sprengen, fokussieren wir uns auf ein konkretes Beispiel: Ihr Unternehmen handelt mit gebrauchten Videospielen und Videospielkonsolen. Im vorigen Geschäftsjahr bestand Ihr Warenlager aus Waren im Wert von 25.000 Euro. Weil der Commodore 64, die SNES von Nintendo und die alte schwarze SEGA-Konsole im Wert gestiegen sind, sind Ihre Waren nunmehr 27.500 Euro wert. Sie haben keinen Umsatz gemacht, da Sie nichts veräußert haben. Sie haben auch keinen Gewinn erzielt. Aber es ist ein Ertrag entstanden.

Wenn Sie also ein Geschäftsjahr und die Leistungen Ihrer Mitarbeiter:innen abschließen und bewerten wollen, hilft Ihnen die Betrachtung des Gewinns. Wenn Sie hingegen einen Betriebsvermögensvergleich anstellen und Ihren Unternehmenswert dahingehend analysieren möchten, wie er im Vergleich mit direkten Konkurrenzunternehmen aus der gleichen Branche abschneidet, dann kann es vorteilhaft, dass Sie sich den Ertrag samt sämtlicher Wertzuwächse ansehen.

Vorteile einer Gewinnbeteiligung

Viele Unternehmen nutzen den Gewinn zur Motivation ihrer Mitarbeiter:innen. Das geschieht in Form der Gewinnbeteiligung und hat einige Vorteile für ein Unternehmen:

Die Mitarbeiter:innen bekommen etwas vom eingefahrenen Gewinn ab. Das erhöht zum einen die Motivation und die Bindung an das Unternehmen, zum zweiten verstärkt es aber auch das Gemeinschaftsgefühl. Alle Mitarbeiter:innen arbeiten auf das gleiche Ziel hin: einen höheren Gewinn erzielen und so eine höhere Bezahlung bekommen.

Eine Gewinnbeteiligung ergibt allerdings nur Sinn, wenn der Gewinn hoch genug ausfällt, um wirklich einen Bonus davon an Ihre Mitarbeiter:innen zahlen zu können.

Im Rechnungswesen

Im internen Rechnungswesen folgt der Gewinn der Formel einer Kostenrechnung. Diese Formel besagt auf einfache Weise, dass ein Gewinn dann vorliegt, wenn die Erlöse die Kosten übersteigen.

Als Formel sieht das also ganz simpel aus:

Gewinn = Umsatz − Ausgaben

Die betrieblichen Ausgaben umfassen alle Kosten wie die Zahlung von Löhnen und Gehältern, die bezahlten Rechnungen für Rohstoffe oder auch die Kosten für Büromittel.

Betriebsfremde Erträge wie Erträge aus dem Aktienhandel werden nicht bei der Gewinnermittlung im internen Rechnungswesen berücksichtigt.

Im Handelsrecht

Im Handelsgesetzbuch (HGB) ist der Gewinn für die Buchhaltung definiert. Hier wird für die Ermittlung des Gewinns die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) herangezogen. Ein Gewinn liegt erst dann vor, wenn die Erträge die Aufwendungen übersteigen.

Im Gegensatz zum Rechnungswesen werden bei der Berechnung im Handelsrecht also auch betriebsfremde Erträge und nicht betriebliche Aufwendungen berücksichtigt. Das sind unter anderem Spenden und Erträge aus dem Aktienhandel.

Die Formel sieht so aus:

Gewinn = Ertrag − Aufwand

Man nennt den Gewinn im Handelsrecht auch Unternehmensgewinn.

Im Steuerrecht

Auch das Steuerrecht hat seine eigene Berechnungsmethode für den Gewinn. Hier gibt das Einkommensteuergesetz (EStG) vor, dass der Gewinn im Rahmen einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) ermittelt werden muss.

Die Formel dafür lautet:

Gewinn = Einnahmen − Ausgaben

Einnahmen sind alle Zahlungseingänge aus Erträgen. Die Ausgaben beziehen sich auf alle Auszahlungen, die sich durch Aufwendungen ergeben.

Wie der Name schon sagt, wird bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung der Überschuss berechnet, der von den Einnahmen übrig bleibt. Dieser Überschuss stellt den Gewinn dar.

In der Betriebswirtschaftslehre

In der Betriebswirtschaftslehre wird der Begriff „Gewinn“ auf unterschiedliche Weise definiert. Im Grunde wird der Gewinn wie im Rechnungswesen durch die Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) ermittelt.

Allerdings ist die Aussagekraft des Gewinns innerhalb der Betriebswirtschaftslehre für sich stehend gering. Deshalb wird ein Bezug zu einer anderen Größe oder Kennzahl hergestellt, um den Gewinn für weitere Einblicke zu nutzen. Ein Beispiel dafür ist die Höhe des Kapitals, das zur Erzielung des Gewinns diente.

In der Betriebswirtschaftslehre gibt es folgende Definitionen von Gewinn:

  • Nominalkapitalerhaltung
    Im Rahmen der Nominalkapitalerhaltung gilt ein Gewinn als erwirtschaftet, wenn das Eigenkapital vermehrt wurde.
  • Realkapitalerhaltung
    In der Realkapitalerhaltung liegt ein Gewinn dann vor, wenn die Inflationsrate niedriger ist als die Erhöhung des Eigenkapitals.
  • Substanzerhaltung
    Ist der im Rahmen des Cashflows ermittelte Unternehmenswert gestiegen, spricht man bei der Substanzerhaltung von Gewinn.

Den laut Betriebswirtschaftslehre jeweils definierten Gewinn ermitteln Sie, indem Sie den errechneten Gewinn entsprechenden Kennzahlen gegenüberstellen.

Ein Unternehmen, das einen Gewinn erzielt, arbeitet wirtschaftlich. Ein Gewinn ist also eine positive Zahl im doppelten Sinne: er steht als positive Zahl auf Ihrem Geschäftskonto und bringt eine positive Nachricht mit sich, nämlich, dass es derzeit gut läuft.

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