Eigenkapital

Definition, Arten und Kennzahlen

Grundsätzlich wird unter Eigenkapital im betrieblichen Rechnungswesen das Reinvermögen Ihres Unternehmens verstanden, das heißt der Kapitalanteil, der aus eigenen finanziellen Mitteln besteht. Abzugrenzen ist das Eigenkapital vom Fremdkapital, das von Kapitalgebern geliehen wird. Im Genaueren versteht sich das Eigenkapital als der Teil, der Unternehmen durch seine Eigentümer (beispielsweise Gesellschafter) unbefristet zur Verfügung gestellt wird und keine Rückzahlungsverpflichtungen gegenüber Dritten aufweist.

Das Eigenkapital ist eine relevante Position zur Finanzierung Ihres Unternehmens und lässt sich wiederum in mehrere Varianten von Eigenkapital unterscheiden, die im Handelsgesetzbuch (HGB) definiert sind.

Eigenkapitaltypen und ihre rechtliche Definition nach §266 (2) HGB

Zu den gemäß §266 (2) HGB unterschiedenen Eigenkapitalartengehört zum einen das so genannte gezeichnete Kapital. Dieses besteht aus der für Kapitalgesellschaften verpflichtenden Kapitaleinlage zuzüglich eventueller späterer Erhöhungen dieses Grundkapitals.

Ein weiterer Eigenkapitaltyp findet sich in den Kapitalrücklagen. Ebenso wie Gewinnrücklagen werden diese zu den offenen Rücklagen gezählt und sind für Kapitalgesellschaften verpflichtend. Sie können etwa aus dem Aufschlag (Agio) gegenüber dem Nennwert bei der Wertpapierausgabe gebildet werden.

Die Gewinnrücklagen meinen hierbei einbehaltene Reserven aus dem Jahresgewinn. Diese werden wiederum unterschieden in die gesetzlichen Rücklagen, zu deren Bildung Kapitalgesellschaften verpflichtet sind. So sind etwa AGs zum Einbehalt von 5% der Gewinnrücklagen verpflichtet, bis sich gemeinsam mit den Kapitalrücklagen ein Anteil von 10% am Grundkapital ergibt.

Zusätzlich zu den gesetzlichen Rücklagen gibt es noch Rücklagen für Unternehmensanteile, die in ihrer Höhe dem Gesamtbetrag der Anteile entsprechen müssen. Satzungsmäßige Rücklagen sind gemäß Unternehmenssatzung von Ihrem Unternehmen selbst festzulegen. Der Begriff sonstige Gewinnrücklagen umfasst solche Reserven, die in den obigen Definitionen nicht aufgeführt sind.

Eigenkapital in der Berechnung betriebswirtschaftlicher Kennzahlen

Die Eigenkapitalquote entspricht dem Anteil der eigenen finanziellen Mittel am Gesamtkapital. Allgemein gilt eine hohe Eigenkapitalquote als ein Indikator auf positive Geschäftsentwicklung, da sich Ihr Unternehmen in diesem Falle aus eigener Leistung finanziert und nicht auf Fremdkapital angewiesen ist.

Die Eigenkapitalrentabilität versteht sich als das Verhältnis des Gewinns zum Eigenkapital. Als Unternehmer stehen Sie oft vor der Entscheidung, ob es rentabler ist, Kapital anzulegen oder es zu investieren. Die Eigenkapitalrentabilität gibt Rückschluss darüber, inwiefern sich eine Investition rentiert hat. Als Faustregel gilt hier, dass eine Investition als lohnenswert zu betrachten ist, wenn die Eigenkapitalrentabilität über dem gegenwärtigen Zinssatz liegt.

Die Kennzahl Anlagendeckungsgrad steht für das Verhältnis des Eigenkapitals zum Anlagevermögen (etwa Betriebsmittel) Ihres Betriebes. Ein hoher Anlagendeckungsgrad meint, dass ein Großteil des Anlagevermögens ohne Kredit finanziert wurde.

Chancen und Risiken von Eigenkapital

Eine hohe Eigenkapitalquote gewährt Ihrem Unternehmen relativ hohe Unabhängigkeit gegenüber Fremdkapitalgebern. Investitionsentscheidungen können Sie bei hohem Eigenkapital auch überwiegend aus eigenen Mitteln realisieren, ohne auf von Kreditgebern geliehenes Kapital angewiesen zu sein.

Für große Investitionen, die doch die Aufnahme von Fremdkapital erfordern ist eine hohe Eigenkapitalquote ebenso von Vorteil. Eine gute Eigenkapitalausstattung erhöht die Kreditwürdigkeit oder Bonität gegenüber Banken oder anderen Fremdkapitalgebern.

Eine überwiegende Finanzierung aus Eigenkapital birgt jedoch auch eine Reihe von Risiken. Ein Fokus auf hohes Eigenkapital erfordert oft die Aufnahme neuer Eigentümer und Gesellschafter. Dies kann zu Lasten der Mitbestimmungsrechte der Stammeigentümer gehen. Zudem sollten Sie berücksichtigen, dass Eigenkapital aus steuerrechtlichen Gründen teurer ist als Fremdkapital. Während sich die auf Fremdkapital zu zahlenden Zinsen absetzen lassen, ist Eigenkapital zu versteuern.

Buchhaltungssoftware (nicht nur) für Eigenkapitalberechnungen

In Ihrer Buchhaltung ist Eigenkapital als Position in der Bilanz zu berücksichtigen. Hierbei werden grundsätzlich die Aktiv- und die Passivseite unterschieden. Die Passivseite führt die Herkunft der finanziellen Mittel auf, wobei es sich hierbei um geliehene Mittel (Fremdkapital) oder Eigenkapital handeln kann. Aufgrund der vielen zu berücksichtigenden Eigenkapitalarten und der damit zu berechnenden betriebswirtschaftlichen Kennzahlen bietet sich hier eine leistungsstarke und übersichtliche Buchhaltungssoftware an.

Berechnen Sie diese mit der Software lexoffice, die Ihnen ohne Installation und unter automatischen Updates ein wertvoller Helfer ist. Auch für die mobile Nutzung ist lexoffice ausgelegt, so dass Sie Buchhaltung unterwegs betreiben können. Ohne Handbuch wird sich Ihnen die Software bei der Buchhaltung auch im Rahmen anspruchsvollerer Berechnungen erschließen, wobei Ihnen bei Problemen auch der kostenlose Support von lexoffice zur Verfügung steht. Zahlreiche Import- und Exportmöglichkeiten der Software erlauben Ihnen flexiblen Umgang mit Daten und das zertifizierte Rechenzentrum sorgt für maximale Sicherheit im Umgang mit sensiblen Daten wie eigenkapitalbasierten Kennzahlen.