Eigenkapital

Eigenkapital ist das Kapital eines Unternehmens, das sich aus dessen eigenen finanziellen Mitteln zusammensetzt. Das Gesamtkapital besteht aus Eigenkapital und Fremdkapital.

Grundlagen von Eigenkapital

Eigenkapital dient zur Finanzierung von Unternehmen, insbesondere bei der Gründung eines Unternehmens. Eigenkapital ist das Gegenteil von Fremdkapital, das aus externen Quellen stammt. Das Eigenkapital wird üblicherweise von den Gesellschaftern eines Unternehmens eingebracht und dient zur Finanzierung des Geschäftsbetriebes. In § 266 HGB sind verschiedene Eigenkapital-Positionen aufgelistet:

Gezeichnetes Kapital

Als gezeichnetes Kapital wird Kapital bezeichnet, das sich aus dem Grundkapital bzw. einer Stammeinlage zusammensetzt. Viele Kapitalgesellschaften sind dazu verpflichtet, ein Mindestkapital einzuzahlen. Dieses beträgt bei der Aktiengesellschaft 50.00 Euro und bei einer GmbH 25.000 Euro. Das gezeichnete Kapital umfasst auch eine spätere Kapitalerhöhung.

Kapitalrücklagen

Kapitalrücklagen sind – ebenso wie Gewinnrücklagen – offene Rücklagen. Kapitalgesellschaften sind dazu verpflichtet finanzielle Reserven zu bilden. Diese stammen aus verschiedenen Quellen und entstehen beispielsweise bei der Ausgabe von Aktien.

Gewinnrücklagen

Gewinnrücklagen sind finanzielle Reserven, die aus dem jährlichen Gewinn stammen. Kapitalgesellschaften müssen fünf Prozent ihrer Gewinnrücklagen einbehalten. Dieser Prozess wird solange fortgeführt bis die Gewinnrücklagen mit den Kapitalrücklagen zehn Prozent des Grundkapitals betragen. Viele Unternehmen schreiben in ihren Satzungen fest, ob weitere Rücklagen gebildet werden müssen.

Eigenkapital in der Bilanzierung

In der Bilanz werden die Aktivseite (Aktiva) und die Passivseite (Passiva) gebildet. Auf der Passivseite werden Eigenkapital und Fremdkapital gelistet. Mit der Eigenkapitalquote ermitteln Unternehmen den Anteil ihres Eigenkapital am Gesamtkapital. Eine hohe Eigenkapitalquote ist positiv und zeigt an, dass sich Unternehmen aus eigener Kraft finanzieren können. Unter Umständen kann es sich jedoch lohnen, Fremdkapital gegenüber Eigenkapital zu bevorzugen. Wenn die Eigenkapitalrentabilität über dem aktuellen Zinssatz liegt, sind Investitionen in das eigene Unternehmen zu empfehlen. Mit dem Anlagendeckungsgrad wird das Eigenkapital zum Anlagevermögen eines Unternehmens in Verhältnis gesetzt.

Eigenkapital in der Berechnung betriebswirtschaftlicher Kennzahlen

Die Eigenkapitalquote entspricht dem Anteil der eigenen finanziellen Mittel am Gesamtkapital. Allgemein gilt eine hohe Eigenkapitalquote als ein Indikator auf positive Geschäftsentwicklung, da sich Ihr Unternehmen in diesem Falle aus eigener Leistung finanziert und nicht auf Fremdkapital angewiesen ist.

Die Eigenkapitalrentabilität versteht sich als das Verhältnis des Gewinns zum Eigenkapital. Als Unternehmer stehen Sie oft vor der Entscheidung, ob es rentabler ist, Kapital anzulegen oder es zu investieren. Die Eigenkapitalrentabilität gibt Rückschluss darüber, inwiefern sich eine Investition rentiert hat. Als Faustregel gilt hier, dass eine Investition als lohnenswert zu betrachten ist, wenn die Eigenkapitalrentabilität über dem gegenwärtigen Zinssatz liegt.

Die Kennzahl Anlagendeckungsgrad steht für das Verhältnis des Eigenkapitals zum Anlagevermögen (etwa Betriebsmittel) Ihres Betriebes. Ein hoher Anlagendeckungsgrad meint, dass ein Großteil des Anlagevermögens ohne Kredit finanziert wurde.

Chancen und Risiken von Eigenkapital

Eine hohe Eigenkapitalquote gewährt Ihrem Unternehmen relativ hohe Unabhängigkeit gegenüber Fremdkapitalgebern. Investitionsentscheidungen können Sie bei hohem Eigenkapital auch überwiegend aus eigenen Mitteln realisieren, ohne auf von Kreditgebern geliehenes Kapital angewiesen zu sein.

Für große Investitionen, die doch die Aufnahme von Fremdkapital erfordern ist eine hohe Eigenkapitalquote ebenso von Vorteil. Eine gute Eigenkapitalausstattung erhöht die Kreditwürdigkeit oder Bonität gegenüber Banken oder anderen Fremdkapitalgebern.

Eine überwiegende Finanzierung aus Eigenkapital birgt jedoch auch eine Reihe von Risiken. Ein Fokus auf hohes Eigenkapital erfordert oft die Aufnahme neuer Eigentümer und Gesellschafter. Dies kann zu Lasten der Mitbestimmungsrechte der Stammeigentümer gehen. Zudem sollten Sie berücksichtigen, dass Eigenkapital aus steuerrechtlichen Gründen teurer ist als Fremdkapital. Während sich die auf Fremdkapital zu zahlenden Zinsen absetzen lassen, ist Eigenkapital zu versteuern.

Buchhaltungssoftware (nicht nur) für Eigenkapitalberechnungen

In Ihrer Buchhaltung ist Eigenkapital als Position in der Bilanz zu berücksichtigen. Hierbei werden grundsätzlich die Aktiv- und die Passivseite unterschieden. Die Passivseite führt die Herkunft der finanziellen Mittel auf, wobei es sich hierbei um geliehene Mittel (Fremdkapital) oder Eigenkapital handeln kann. Aufgrund der vielen zu berücksichtigenden Eigenkapitalarten und der damit zu berechnenden betriebswirtschaftlichen Kennzahlen bietet sich hier eine leistungsstarke und übersichtliche Buchhaltungssoftware an.

Berechnen Sie diese mit der Software lexoffice, die Ihnen ohne Installation und unter automatischen Updates ein wertvoller Helfer ist. Auch für die mobile Nutzung ist lexoffice ausgelegt, so dass Sie Buchhaltung unterwegs betreiben können. Ohne Handbuch wird sich Ihnen die Software bei der Buchhaltung auch im Rahmen anspruchsvollerer Berechnungen erschließen, wobei Ihnen bei Problemen auch der kostenlose Support von lexoffice zur Verfügung steht. Zahlreiche Import- und Exportmöglichkeiten der Software erlauben Ihnen flexiblen Umgang mit Daten und das zertifizierte Rechenzentrum sorgt für maximale Sicherheit im Umgang mit sensiblen Daten wie eigenkapitalbasierten Kennzahlen.