Zinsen

Zinsen sind ein Entgelt, das auf Kapital anfällt. Sie variieren abhängig vom Risiko der Geldanlagen, Laufzeiten von Krediten und sind von weiteren Faktoren abhängig. Es gibt nicht nur eine Form der Zinsen, sondern zahlreiche unterschiedliche Varianten. Sie können sowohl einen Vorteil als auch ein Nachteil für Privatpersonen und Unternehmen darstellen.

Unterschiedliche Zinsvarianten

Im Alltag werden Zinsen wahlweise auf Geldkapital oder Sachkapital erhoben. Der durchschnittliche Bürger kommt mit Zinsen vor allem in Bezug auf Geldkapital in Kontakt. Diese Kapitalmarktzinsen fallen etwa dann an, wenn eine Person (oder ein Unternehmen) Geld als Kredit von einem Bankinstitut erhält. Feinere Unterschiede fallen wie folgt aus:

  • Der kleinere Geldmarkt ist Teil eines großen Finanzmarkts. Hier handelt es sich vor allem um die Vergabe von geringen Krediten mit einer Laufzeit von maximal 24 Monaten. Banken vergeben diese Kredite an Privatpersonen, die etwas größere Anschaffungen geplant haben, aber gleichzeitig über ausreichende Sicherheiten verfügen, um den Kredit inklusive Zinsen wahrscheinlich zurückzahlen zu können.
  • Am Kapitalmarkt hingegen werden größere Kredite verhandelt – etwa solche, die von Unternehmen aufgenommen werden. Auch Privatpersonen, die etwa ein eigenes Haus kaufen möchten, werden hier berücksichtigt. Der Fachmann spricht in diesem Zusammenhang von Kapitalmarktzinsen. Unterschiede zum Geldmarkt bestehen in Laufzeit, Höhe und Zinssatz der Kredite, die verliehen werden.

Grundsätzlich „bedankt“ sich der Kreditnehmer somit in Form von Zinsen beim Geldinstitut, das ihm das Kapital geliehen hat. Dieses System funktioniert aber auch andersrum: Geldanlagen bei einer Bank – etwa auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto – werden ebenfalls mit Zinsen vergütet. Nicht nur Kredithäuser und Unternehmen profitieren somit von Zinsen, sondern auch private Geldgeber.

Zinsen für Sachkapital

Im Volksmund ist diese Begrifflichkeit zwar weniger verbreitet, allerdings werden auch auf Sachen wie Immobilien Zinsen erhoben – in Form von Mieten beispielsweise, die in diesem Zusammenhang als Mietzins bezeichnet werden. Bei der Vermietung von Wohnungen, Lagerräumen, Ferienwohnungen, Büroräumen, Industriehallen und ähnlichen Objekten muss der Mieter Miete zahlen, die dann der Mietzins ist. Auch Gegenstände sind darin inbegriffen, wie Autos, Computer und andere Dinge, die mietbar sind. Der Mietzins berechtigt den Mieter dann, jene Objekte unter den Auflagen des Vermieters zu nutzen.

Außerdem fallen Pachtzinsen unter diese Regelung: Bei der Pachtung einer Immobilie fällt dem Mieter nicht nur ein Wohnrecht zu, sondern auch die Eigenschaft, die gemieteten Räumlichkeiten betrieblich zu nutzen. Verbreitet sind diese Zinsen sowohl in der physikalischen Welt – in der Gastronomie etwa – als auch in der digitalen, denn auch Software kann gemietet (und genauer gesagt: gepachtet) werden. Häufig sprechen selbst die Vermieter und Verpächter nicht von Zinsen in diesem Zusammenhang, sondern von Gebühren, Mieten und ähnlichen Begriffen. Im finanziellen Sinn handelt es sich jedoch um Zinsen.

Festlegung von Zinssätzen

Die Höhe der Zinsen variiert bisweilen stark. Sie wird immer als Prozentwert angegeben und besagt, wie viel Geld zusätzlich zum ursprünglich geliehenen Kapital zurückgezahlt werden muss. Bei einer Anleihe von 1.000 Euro und einem effektiven Zinssatz von 5 % p.a. müssten Kreditnehmer nach einem Jahr also 1.050 Euro zurückzahlen. Abhängig von der Art des geliehenen Kapitals und der Sicherheiten der Kreditnehmer schwanken die Zinssätze stark:

  • Sicherheiten sind ein entscheidender Faktor. Person A, die über ein regelmäßiges, hohes Einkommen verfügt und einen Kredit von 10.000 Euro aufnehmen möchte, wird dies ohne einen übermäßig hohen Zinssatz bei den meisten Banken gewährt bekommen. Person B mit einem niedrigen Einkommen und ohne Vermögen in der Hinterhand wird diesen Kredit ebenfalls erhalten, aber zu einem deutlich höheren Zinssatz. Dieser dient dazu, die Bank gegen das Ausfallrisiko des Kreditnehmers abzusichern.
  • Laufzeiten geben ebenfalls einen Ausschlag. In der Regel werden Mikrokredite im Rahmen weniger Hundert Euro bis zu einem vierstelligen Betrag mit einem hohen effektiven Jahreszins belegt (13 % und mehr sind keine Seltenheit). Kredite, die länger wirksam sind und auch deutlich höhere Beträge umfassen, sind auch mit einem wesentlich niedrigeren Zinssatz für den Kreditgeber noch profitabel.

Diese Fakten sind nicht auf Privatpersonen beschränkt. Suchen junge Unternehmen nach Startkapital, werden Banken einen hohen Zinssatz fordern, um sich gegen eine ungewisse Zukunft (die auch ein Scheitern des Unternehmens einschließt) abzusichern.

Zinsen und Zinseszinsen

Durch die langfristige Überlassung von Kapital (etwa auf einem Festgeldkonto) akkumulieren Zinsen über die Jahre gerechnet. Aus 1.000 Euro, die angelegt werden, könnten im nächsten Jahr bereits 1.010 Euro werden. Diese Summe wird im nächsten Jahr wieder mit einem identischen Zinssatz verzinst. Das führt dazu, dass Zinsen auf diejenigen 10 Euro anfallen, die erst durch den ursprünglichen Zinssatz angefallen sind. Diesen Effekt nennt man Zinseszins. Er wird erst durch das exponentielle Wachstum von Zinsen ermöglicht.

Zinsen und Rendite

Einem Kapitalgeber verschaffen sowohl Zinsen als auch die Rendite ein Zuwachs an Kapital. Der Grund für die Unterscheidung der beiden Begriffe liegt in den Sicherheiten: Zinsen sind vertraglich geregelt und fallen somit immer in exakt der Höhe an, die ursprünglich vereinbart wurde. Die Rendite von eingesetztem Kapital – etwa in Form eines Immobilienkaufs, der später wieder abgestoßen werden soll – ist im Vorfeld jedoch nicht garantiert. Ein Zuwachs an Kapital ist zwar zu erwarten, der umgekehrte Fall könnte aber ebenfalls eintreten.