Passiva

Passiva ist die Bezeichnung für die rechte Seite der Bilanz eines Unternehmens. Hier werden das Eigenkapital und das Fremdkapital der betreffenden Firma erfasst. Zudem ist auf der Passivseite der Bilanz der Jahresüberschuss beziehungsweise Jahresfehlbetrag eines Unternehmens dargestellt, sodass hier auch Informationen über die Ertragssituation (Gewinn beziehungsweise Verlust) gegeben werden.

Aussagewert der Passiva

Während die linke Seite einer Bilanz Aussagen über die Vermögenswerte eines Unternehmens gibt, sagte die rechte Seite aus, mit welchen Mitteln diese Vermögenswerte finanziert worden sind. Das bedeutet konkret: Wer eine Bilanz liest, erfährt, wie hoch der Eigenkapitalanteil eines Unternehmens ist beziehungsweise die Höhe, in dem das Anlagevermögen über Fremdkapital finanziert wurde.

Zudem erscheint in den Passiva der Jahresüberschuss oder der Jahresfehlbetrag. Auf einen Blick ist daher auch der Unternehmenserfolg im betreffenden Geschäftsjahr ersichtlich.

Die gesetzlichen Grundlagen

Die Verpflichtung, dass Kaufleute zum Abschluss eines Geschäftsjahres eine Bilanz erstellen müssen, ergibt sich aus dem Handelsgesetzbuch (HGB). Hier ist auch in § 266 die Gliederung einer Bilanz in eine Aktiv- und eine Passivseite genau geregelt. Festgelegt ist in diesem Zusammenhang nicht nur, was genau auf den beiden Seiten einer Bilanz festzuhalten ist, sondern auch, in welcher Reihenfolge die einzelnen Posten aufgeführt werden sollen.

Die Struktur der Passivseite einer Bilanz

Die Passiva einer Bilanz umfassen laut Handelsgesetzbuch fünf Elemente:

1. Das Eigenkapital kennzeichnet die finanziellen Mittel im Besitz des Unternehmens beziehungsweise seiner Eigentümer. Hierunter fallen das gezeichnete Kapital sowie diverse Kapital- und Gewinnrücklagen, die entweder freiwillig oder aufgrund von gesetzlichen Vorschriften erbracht worden sind. Im Abschnitt Eigenkapital sind auch ein eventueller Gewinn- oder Verlustvortrag sowie der Jahresüberschuss beziehungsweise Jahresfehlbetrag ersichtlich.

2. Die Rückstellungen eines Unternehmens finden sich ebenfalls auf der Passivseite wieder. Sie werden zum Beispiel für Pensionen oder künftige Steuerforderungen gebildet.

3. Die Verbindlichkeiten machen ebenfalls einen großen Posten auf der Seite der Passiva aus. Klassisches Beispiel sind die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Doch gehören auch Anleihen oder Verbindlichkeiten gegenüber Banken, beteiligten Unternehmen oder Verbindlichkeiten aus Steuerforderungen in diesen Bereich.

4. und 5. Die beiden unteren Punkte der Passivseite der Bilanz umfassen die Bereiche der Rechnungsabgrenzung und der latenten Steuern.

Wichtige Termine und Fristen

Die Termine für die Erstellung der Passivseite einer Bilanz ergeben sich aus der Verpflichtung zur laufenden Buchführung sowie der Pflicht der Kaufleute, zum Bilanzstichtag die fertige Bilanz zu präsentieren. Beide Grundlagen finden sich im Handelsgesetzbuch (HGB).

Warum ist es wichtig, sich mit den Passiva zu beschäftigen?

Die Passivseite ist für viele Betrachter einer Bilanz besonders wichtig. Denn sie gibt Auskunft, wie die Vermögenswerte des Unternehmens finanziert sind. Damit erhalten Bilanzanalysten wichtige Hinweise darauf, wie es um das finanzielle Fundament und damit die Gesundheit eines Unternehmens bestellt ist. Ein Beispiel: Ein Unternehmen benötigt für eine zukunftsträchtige Investition einen Kredit von der Bank. Wenn sich das Kreditinstitut die Passivseite der letzten Bilanz ansieht, erkennt es, ob das Unternehmen einen Großteil seines Anlagevermögens aus eigenen Mitteln finanziert hat, oder ob bereits beträchtliche Teile des Vermögens über Fremdkapital finanziert worden sind. Dementsprechend wird die Entscheidung einer Bank pro oder kontra Kredit in vielen Fällen auch von der Passivseite der Bilanz abhängig sein.

Komplexes System

Genau wie die Aktivseite einer Bilanz baut auch die Passivseite auf der ordnungsgemäßen Buchführung auf. Alle Geschäftsvorfälle während eines Jahres sind sachgerecht, zeitgerecht und in der richtigen monetären Höhe auf den jeweiligen Bestands- beziehungsweise Ertragskonten zu erfassen. Während die Ergebnisse der Bestandskonten (zum Beispiel aus dem Konto der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) direkt in die rechte Seite der Bilanz übernommen werden können, werden die Ertragskonten über das GuV-Konto abgeschlossen und erscheinen als unternehmerischer Erfolg ebenfalls auf der Passivseite der Bilanz.

Für viele Adressaten wichtige Informationen

Die Passiva als Seite der Mittelherkunft ist für viele Personen oder Einrichtungen wichtig. Denn die Aussagen, wie hoch der Gewinn beziehungsweise Verlust und wie hoch der jeweilige Eigenkapital- oder Fremdkapital an der Finanzierung der Mittelverwendung für das Vermögen der Aktivseite ist, sagt viel über Gesundheit und Erfolg eines Unternehmens aus. Die Passivseite der Bilanz interessiert Banken und andere Kreditgeber, Kunden und Geschäftspartner, Medien sowie eventuelle Anteileigner wie Aktionäre.

Quasi alle Funktionen des Unternehmens haben ein Interesse an den Passiva beziehungsweise die Verpflichtung, an ihrer korrekten Erfassung beizutragen. Dies wird aus den vielen Bestands- und Erfolgskonten deutlich, die regelmäßig bei den Buchungen der Geschäftsvorfälle aus den unterschiedlichen Abteilungen der Firma in Anspruch genommen werden.

Online-Software als wertvoller Helfer

Die Passivseite der Bilanz muss korrekt in Abstimmung mit den jeweils gültigen Rechtsvorschriften erstellt werden. Ein Online-Buchungs-Programm wie lexoffice ist dabei ein wertvoller Helfer. Dank übersichtlicher Buchungsmasken werden alle relevanten Geschäftsvorfälle nicht nur vollständig, sondern auch in den meisten Fällen fehlerfrei erfasst. Das erspart dem Personal Zeit sowie den Aufwand zeitaufwendiger Kontrollen. Auch die weiterführende Verbuchung der Geschäftskonten, die Verknüpfung mit der GuV und die Übernahme der Ergebnisse in die Bilanz verlauft unkompliziert. Durch die Übersichtlichkeit und die Zugriffsmöglichkeit unterschiedlicher Unternehmensangehöriger auf die Daten ist eine wichtige Grundlage und auch Transparenz für betriebswirtschaftliche Kontrollen und Entscheidungen gegeben.