Kostenrechnung

Was bedeutet Kostenrechnung?

Als Teilgebiet des betrieblichen Rechnungswesens dient die Kostenrechnung, auch „Kosten- und Leistungsrechnung“ genannt, der Information, der Planung sowie der Kontrolle der Kosten und Erlöse eines Unternehmens. So werden in der Kostenrechnung alle Kostenarten eines Betriebes erfasst. Auf diese Weise kann ermittelt werden, wo und wofür die Kosten angefallen sind. Die Kostenrechnung liefert daher einerseits wichtige Informationen zur Planung und Kontrolle der Kosten und Erlöse und andererseits weist sie damit Wege zur betrieblichen Entscheidungsfindung.

Die gesetzlichen Grundlagen der Kostenrechnung

Anders als die Buchführung, die durch das Steuerrecht sowie das Handelsgesetzbuch (HGB) geregelt wird, unterliegt die Kostenrechnung praktisch keinen gesetzlichen Bestimmungen. Das HGB jedoch beinhaltet im § 255 Absatz 2, 2a und 3 einige Vorschriften, die den Umfang der Herstellungskosten, beispielsweise für die bilanzielle Bewertung selbst erstellter Anlagegüter oder selbst erstellter Vorräte bestimmen.

Die Aufgaben und Ziele der Kostenrechnung

Dieses Teilgebiet des Rechnungswesens hat folgende Aufgaben:

  • Die Erfassung aller Leistungen und Kosten
  • Im Rahmen beispielsweise des Soll-Ist-Vergleichs die Kontrolle der Wirtschaftlichkeit eines Betriebes
  • Informationen für betriebliche Entscheidungen zur Verfügung zu stellen

Die Hauptaufgabe ist der Vergleich zwischen den geplanten Soll-Kosten und den angefallenen Ist-Kosten. Durch eine solche Gegenüberstellung kann eine sach- und fachgerechte Bewertung getroffener Entscheidungen stattfinden und begründet werden. Auch ermöglicht sie es, unternehmensbezogene zukünftige Entscheidungen vorzubereiten und zu beeinflussen. Daher bietet die aus der Kostenrechnung resultierende Kostenanalyse die notwendige Basis für die Aufstellung des Unternehmensplanes.

Der Aufbau der Kostenrechnung

Die Kostenrechnung wird wie folgt gegliedert:

  • Die Kostenartenrechnung
  • Die Kostenstellenrechnung
  • Die Kostenträgerrechnung

Jede dieser Rechnungsarten hat eigene Ziele und Aufgaben. Die Kostenartenrechnung als erste Stufe der Kostenrechnung beantwortet die Frage, welche Kosten in welcher Höhe aufgelaufen sind. Die Kosten können eine unterschiedliche Gliederung erfahren wie zum Beispiel in Funktionen oder Produktionsfaktoren.

Die Gliederung nach Funktionen könnte wie folgt aussehen, natürlich ohne den Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Die Fertigungs- sowie Vertriebskosen
  • Die Verwaltungskosten
  • Etwaige Entwicklungs- und Forschungskosten, usw.

Die Unterteilung der Kostenarten nach Produktionsfaktoren wäre in etwa:

  • Die Personalkosten
  • Die Materialkosten
  • Die Raumkosten
  • Die Kapitalkosten, etc.

Häufig erfolgt darüber hinaus ebenso eine Gliederung nach der Zurechenbarkeit in Gemein- und Einzelkosten. Dabei können Einzelkosten direkt einem Produkt, also dem Kostenträger, wie zum Beispiel Materialeinsatzkosten, zugewiesen und so direkt in die Kostenträgerrechnung übernommen werden.

Dagegen können Gemeinkosten, wie zum Beispiel Mietkosten, einem Produkt nicht direkt zugewiesen und müssen erst über Kostenstellen abgerechnet werden, bevor sie Eingang in die Kostenträgerrechnung finden.

Der 2. Schritt in diesem Zusammenhang ist die Kostenstellenrechnung

Dieser fällt die Aufgabe zu, die angefallenen Gemeinkosten auf die entsprechenden Kostenstellen aufzuteilen, wobei unter einer Kostenstelle der jeweilige Unternehmensbereich verstanden wird. Auch Kostenstellen können unterschiedlich gegliedert werden.

Nach Funktionen:

  • Material
  • Verwaltung
  • Fertigung
  • Vertrieb
  • Entwicklung und Forschung, usw.

Nach Verantwortungsbereichen:

  • Personalabteilung
  • Rechtsabteilung
  • Marketingabteilung
  • Buchhaltung, etc.

Nach räumlichen Faktoren:

  • Büros
  • Standorte, etc.

Mit der Kostenträgerrechnung folgt der dritte und damit letzte Schritt

Sie hat die Aufgabe, die Einzelkosten der Kostenartenrechnung sowie die Gemeinschaftskosten zusammen zu führen und einzelnen Kostenträgern, also den Dienstleistungen oder den Produkten, zu zuweisen. Auf diese Weise besteht die Möglichkeit, die Stückkosten eines Kostenträgers zu ermitteln und herauszufinden, ob sich die Herstellung sowie der Verkauf der Ware lohnen.

Auch hier erfolgen Gliederungen:

Nach Produkten

  • Produkt1
  • Produkt 2
  • Produkt 3, usw.

Nach Dienstleistungen:

  • Montage
  • Wartung
  • Lieferung
  • usw.

Nach Aufträgen:

  • Auftrag Nr. 1
  • Auftrag Nr. 2
  • Auftrag Nr. 3
  • usw.

Die Bedeutung der Kostenrechnung und Kostenanalyse für den betrieblichen Entscheidungsprozess

Wie bereits ausgeführt, stellen die daraus ersichtlichen Informationen für die Ermittlung betrieblicher Vorgehensweisen eine bedeutende Rolle dar. Die Faktoren sind unter anderem besonders wegweisend für folgende Bereiche:

  • Die Preispolitik, denn die Kostenrechnung erteilt Auskunft über Erlöse und Kosten einzelner Waren, wodurch die Möglichkeit der Optimierung gegeben ist.
  • Für die Unternehmensstrategie sind die Ergebnisse der Kostenrechnung ebenfalls wichtig, denn sie ermöglichen der Unternehmensführung die Planung der zukünftigen Firmen- Ausrichtung, beispielsweise bezüglich der Standortwahl.
  • Auch über die Vertriebspolitik gibt die Kostenrechnung Auskunft und ermöglicht so eine Analyse, um zum Beispiel verkaufsstarke Vertriebsgebiete erkennen zu können.

Ebenso hilft die Kostenrechnung, die Produktions-, Ablauf- sowie Bereitstellungsplanung zu optimieren.

Warum sollten Sie sich als Unternehmensgründer mit der Kostenrechnung auseinander setzen?

Informationen hinsichtlich der Planung und der Kontrolle der Kosten und Erlöse Ihrer Firma sind von entscheidender Bedeutung, damit Sie immer genau wissen, ob Ihr Betrieb auf dem ökonomisch sinnvollen Weg ist. Sofern dies nicht der Fall sein sollte, haben Sie die Möglichkeit, durch geeignete Maßnahmen sofort gegen zu steuern.

Warum ist die Nutzung einer Online-Buchhaltungs-Software wie „lexoffice“ im Zusammenhang mit der Kostenrechnung sinnvoll?

Die Kostenrechnung, als Teil des betrieblichen Rechnungswesens, ist für alle Unternehmer, ob als Gründer oder als „alter Hase“ äußerst wichtig. Diese gleichermaßen kompakte wie professionelle Buchhaltungs-Software „lexoffice“ ermittelt für Sie schnell und bequem die Kosten sowie die Kostenstellen. Auch erleichtern Ihnen viele zusätzliche Tools den Überblick über Ihre Daten, so dass Sie monatliche Reports und perfekte Prognosen erstellen können.

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