Teilkostenrechnung

Was ist eine Teilkostenrechnung?

Bei der Teilkostenrechnung werden nur die variablen Kosten in die Rechnung einbezogen und von den fixen Kosten getrennt. Warum man das macht und welche Vorteile sie bringt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Die Definition der Teilkostenrechnung

Für Ihr Unternehmen müssen Sie alle betrieblichen Kosten innerhalb eines bestimmten Zeitraums berechnen. Die Teilkostenrechnung ist eine der weit verbreitetsten Rechnungsarten und bezieht nur die variablen Kosten in die Rechnung mit ein.

Dafür müssen Sie Ihre Ausgaben in variable und fixe Kosten klassifizieren. Meistens wird die Teilkostenrechnung in Form der Deckungsbeitragsrechnung durchgeführt, um einen Gesamtüberblick zu erhalten.

Die Aufspaltung der Kosten und der Deckungsbeitrag

Für die Teilkostenrechnung ist es wichtig, dass Sie Ihre Ausgaben in fixe und variable Kosten aufspalten. Die fixen Kosten sind Ihre regelmäßigen Ausgaben, die immer gleichbleiben. Variable Kosten hingegen sind abhängig von der Herstellung und der Leistung. Ändert sich die Produktion, ändern sich auch die variablen Kosten.

Für die Kostenauflösung gibt es zwei Methoden:

Bei der mathematischen Kostenauflösung erstellen Sie einen mathematischen Zusammenhang zwischen den bekannten Werten und den errechneten Posten.

Bei der buchtechnischen Methode nutzen Sie bisherige Erfahrungswerte und logische Verfahren, um die einzelnen Kostenbestandteile zuzuordnen.

In der Deckungsbeitragsrechnung rechnen Sie mit den verschiedenen Kostenarten. Verrechnen Sie Kosten auf ein Erzeugnis, gibt es drei Arten von Kosten:

Die Einzelkosten rechnen Sie jedem angefertigten Erzeugnis oder jeder erbrachten Dienstleistung direkt an. Die Kosten für Fertigungsmaterial oder Löhne und Gehälter für die Fertigung sind Einzelkosten.

Bei den Gemeinkosten handelt es sich um die Kosten, die Sie nur für den gesamten Produktionsprozess erfassen können. Die Kosten verteilen Sie prozentual auf die fertigen Erzeugnisse. Für gewöhnlich handelt es sich hierbei um die Materialgemeinkosten, Fertigungsgemeinkosten, Verwaltungsgemeinkosten und Vertriebsgemeinkosten.

  • Sondereinzelkosten

Die Sondereinzelkosten ergeben sich aus speziellen Wünschen Ihrer Kunden. Sonderanfertigungen eines Produkts oder eine besondere Verpackung gehören beispielsweise zu den Sondereinzelkosten.

Bei einer Teilkostenrechnung werden die variablen Kosten in die Rechnung einbezogen und von den fixen Kosten getrennt

Die Aufgaben

Die Teilkostenrechnung erfüllt drei Aufgaben, die für Sie als Unternehmer:in wichtig sind:

  • Es werden Schlüsselrechnungen vermieden
  • Eine Kostenträgerrechnung soll vermieden werden
  • Der Einfluss der Fixkosten auf die Stückkosten wird vermieden

Trotz dieser Aufgaben ist es immer wichtig, dass die aufgelisteten Produkte weiterhin gemeinsam den Fixkostenblock tragen. Durch die Teilkostenrechnung haben Sie aber jederzeit die Möglichkeit, die variablen Stückkosten bei Entscheidungen und kurzfristigen Planung der Produktion zu nutzen.

Die Teilkostenrechnung ist immer hilfreich, wenn Sie einzelne Dienstleistungen oder Produkte in Ihrem Unternehmen prüfen wollen.

Der Unterschied zwischen Teilkostenrechnung und Vollkostenrechnung

Sowohl die Teilkostenrechnung als auch die Vollkostenrechnung unterstützt Sie bei Entscheidungen, die Ihr Unternehmen betreffen. Schließlich reicht nicht immer ein Blick auf die Stückkosten, um die Produktion zu planen.

Im Gegensatz zur Teilkostenrechnung bezieht die Vollkostenrechnung dem Namen nach alle Kosten mit in die Rechnung ein. Dadurch ist die Vollkostenrechnung hilfreicher bei kurzfristigen Entscheidungen und bezieht sich insgesamt auf einen längeren Betrachtungszeitraum.

In dieser Übersicht können Sie sich ein gutes Bild von den Unterschieden der Teilkostenrechnung und Vollkostenrechnung machen. Sie zeigt Ihnen auch, wann Sie welche Rechnungsart am besten für Ihr Unternehmen nutzen.

Teilkostenrechnung

Vollkostenrechnung

Rechnet nur die Einzelkosten den jeweiligen Kostenträgern zu

Legt alle entstandenen Kosten auf die Kostenträger um

Kostenrechnung ist von der Leistung abhängig

Kein Einfluss des Beschäftigungsniveaus auf die Kostenrechnung

Schnellere Reaktion auf Beschäftigungsschwankungen

Zielt auf einen längeren Betrachtungszeitraum ab

Kurzfristigkeit der Kostenrechnung kann kritisch betrachtet werden

Kurzfristige Entscheidungen können schneller getroffen werden

Ermittelt den Deckungsbeitrag

Ermittelt die Selbstkosten

Im besten Fall nutzen Sie beide Kostenrechnungssysteme für Ihr Unternehmen und greifen auf die Informationen zurück, wenn Sie diese benötigen.

Formel für die Nutzung der Teilkostenrechnung

Über die Teilkostenrechnung berechnen Sie zum Beispiel das Betriebsergebnis Ihres Unternehmens und nutzen dafür den Deckungsbeitrag des Umsatzes.

Mit folgender Formel nutzen Sie die Teilkostenrechnung, um das Betriebsergebnis zu ermitteln:

Umsatz – variable Kosten = Deckungsbeitrag – fixe Kosten = Betriebsergebnis

Ein Beispiel aus einer Bäckerei könnte so aussehen:

Umsatz = 100 Brote zu einem Preis von 4 Euro = 400 Euro

Variable Kosten für Zutaten und Waren = 120 Euro

400 Euro Umsatz – 120 Euro variable Kosten = 280 Euro Deckungsbeitrag

280 Euro Deckungsbeitrag – 150 Euro Miete = 130 Euro Betriebsergebnis

Teilkostenrechnungssysteme

Es gibt unterschiedliche Systeme der Teilkostenrechnung. Alle Systeme zielen darauf ab, Ihnen bei der Entscheidungsfindung und Planung zu helfen.

Deckungsbeitragsrechnung

Mit der Deckungsbeitragsrechnung ermitteln Sie den Deckungsbeitrag. Der ermittelte Betrag steht Ihnen für die Deckung Ihrer Fixkosten zur Verfügung. Es handelt sich dabei um die Differenz von Umsatz und variablen Kosten.

Direct Costing

Das Direct Costing trennt die fixen und die variablen Kosten. Es ist eine einstufige Deckungsbeitragsrechnung. Direct Costing hilft allerdings nicht bei der Steuerung laufender betrieblicher Prozesse.

Grenzplankostenrechnung

Die Grenzplankostenrechnung ist ein Bestandteil der flexiblen Plankostenrechnung. Damit berechnen Sie den variablen Teil der Plankosten. Die Grenzplankostenrechnung verfolgt das Ziel, eine Erfolgsplanung, Erfolgskontrolle oder eine Kostenkontrolle in Ihrem Unternehmen zu implementieren. Neben der Deckungsbeitragsrechnung ist die Grenzplankostenrechnung das Teilkostenrechnungssystem, das am häufigsten genutzt wird.

Fixkostendeckungsrechnung

Die Fixkostendeckungsrechnung ist eine mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung. Sie teilt die Fixkosten nach dem Verursacherprinzip auf.

Relative Einzelkostenrechnung

Mit der relativen Fixkostenrechnung wird versucht, bestimmte Fehler in der Kostenschlüsselung zu vermeiden.

Relevante Einsatzgebiete

Die Teilkostenrechnung wird hauptsächlich von Unternehmen genutzt, die dem produzierenden Gewerbe angehören. Mit ihr werden die verschiedenen Produkte oder Dienstleistungen miteinander verglichen.

Eine Teilkostenrechnung bei Dienstleistungen lohnt sich aber nur, wenn Sie Ihren Angestellten und sich selbst kein festes Gehalt berechnen. Die Berechnung findet ausschließlich auf der Basis der geleisteten Stunden statt.

Mit der Teilkostenrechnung bilden Sie einen Teil Ihrer Kosten auf den jeweiligen Leistungsträger ab. Sie verrechnen mit ihr in der Regel nur die variablen bzw. die Einzelkosten.

Als Bestandteil der Kosten- und Leistungsrechnung berücksichtigt die Teilkostenrechnung nur die variablen und die Einzelkosten. Die Fixkosten und Gemeinkosten bleiben dagegen unberücksichtigt. Die unterschiedlichen Teilkostenrechnungssysteme geben Ihnen verschiedene Einblicke in die Produktion innerhalb Ihres Unternehmens.

Darüberhinaus können Sie die Teilkostenrechnung auch für die Berechnung von Betriebsergebnis oder Gewinn nutzen. Um immer eine gute Übersicht zu behalten, empfiehlt es sich, die Teilkostenrechnung und die Vollkostenrechnung gleichermaßen zu berechnen und für die Planung in Ihrem Unternehmen heranzuziehen.

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