Deckungsbeitrag

Beim Deckungsbeitrag handelt es sich um eine unternehmensinterne Kennzahl, die aus den Daten der Buchhaltung und der Kostenrechnung abgeleitet werden kann. Sie informiert über die wirtschaftliche Vorteilhaftigkeit einer Kundenverbindung oder eines Produktverkaufs.

Am deutlichsten wird die Funktion, wenn der Zweck des Unternehmertums näher beleuchtet wird: Neben der Schaffung von Arbeitsplätzen steht auch die Erzielung von Gewinnen und damit das Ermöglichen der Kostendeckung und der Fortführung des Unternehmens (sog. “Going Concern”) im Vordergrund. Der Deckungsbeitrag gehört allerdings nicht zu den veröffentlichungspflichtigen Kennzahlen der Kapitalgesellschaften, er wird eher für die interne Entscheidungsfindung des Unternehmens oder auch Öffentlichkeitsarbeit oder PR genutzt. In anderen Fällen geben Unternehmen den Deckungsbeitrag gezielt nicht bekannt, um keinen Einblick in die Wettbewerbsfähigkeit und die Gewinnsituation zu geben.

Ein zeitloses Beispiel für die öffentliche Verwendung des Deckungsbeitrags ist die Kommunikation einiger Premium-Autobauer wie BMW oder Mercedes, die auf eine hohe Umsatzrendite hinweisen – die ebenfalls aus den Daten der Buchhaltung und des Rechnungswesens abgeleitet wird. Eine Rendite im hohen einstelligen Bereich wird als Bestätigung des Markenwertes und auch der Attraktivität des Unternehmens und seiner Waren bzw. Dienstleistungen gesehen. Der Unternehmer kann also “viel mehr” als nur seine Selbstkosten am Markt erzielen – ein hoher Deckungsbeitrag ist vorhanden. Ein niedriger Deckungsbeitrag deutet dagegen darauf hin, dass es sich um ein Unternehmen des Massen- bzw. Discountmarktes handelt: Hier entsteht der Gewinn eher aus einem steigenden und riesigen Umsatz, nicht dem Deckungsbeitrag pro Euro oder Transaktion. Oder bei konstant negativem Deckungsbeitrag: Der Unternehmer macht an jedem einzelnen verkauften Stück Verlust und kann nicht einmal seine Selbstkosten decken. Diese Betrachtungsweise spielt insbesondere im Luftverkehr eine besondere Rolle, hier steht und fällt die Fortführung insbesondere von Billigfliegern mit dem Deckungsbeitrag pro Passagierkilometer.

Eine mit Software arbeitende Abteilung Buchhaltung bzw. Rechnungswesen stellt deshalb in größeren Unternehmen diese Zahlenwerte regelmäßig zur Verfügung. So dass eine Analyse aufgrund dieser Rohdaten möglich wird!

Berechnungsprinzip des Deckungsbeitrages

Leider ist der Begriff Deckungsbeitrag nicht ganz eindeutig definiert. Anders als beim steuerpflichtigen Umsatz gibt es auch keine eindeutige Gesetzesgrundlage! Manche Unternehmen und auch die betriebswirtschaftliche Literatur sprechen von verschiedenen Deckungsbeiträgen I, II oder III. Jedes Unternehmen sollte aber branchenspezifisch eine eigene Definition entwickeln, mit der die durch Software erstellten Zahlen weiter bearbeitet werden können. Der Umsatz aus einem Produkt oder einer Kundenverbindung wird als Ausgangswert betrachtet und von diesem werden dann die verschiedenen Kostenbestandteile herausgerechnet. Wie beispielsweise der Waren- oder Rohstoffeinsatz und auch die direkt verbundenen Personalkosten.

Der dann übrig bleibende Saldo – der Deckungsbeitrag – sollte über Null liegen. Damit kann dieses Produkt oder diese Dienstleistung (oder auch eine Kundenverbindung) einen wertvollen Beitrag zu der Abdeckung der allgemeinen oder Overheadkosten leisten.

Warum Sie sich mit dem Deckungsbeitrag befassen sollten!

Der Deckungsbeitrag ist eine für die Unternehmensführung sehr bedeutende Kennzahl. Die wesentlichen Grundinformationen für die Selbstkosten bzw. auch den Deckungsbeitrag lassen sich wie beschrieben aus der Differenz zwischen den Verkaufserlösen und dem direkten Material- bzw. Personaleinsatz berechnen. Durch dieses Wissen werden Gründerfehler am Anfang der Lernkurve vermieden. Viele Dokumentar- bzw. Scripted Reality Formate im Fernsehen thematisieren den Deckungsbeitrag bzw. dessen Fehlen und die Folgen davon.

Sie befassen sich mit der Rettung insbesondere von Gastronomiebetrieben und haben zwei Schwerpunkte: Neben der Qualität von Speisen und Getränken bzw. der unternehmerischen Einstellung ist der häufigste Fehler eine falsche Kalkulation! Der Gastronomiebetrieb ist immer sehr gut besucht und oftmals gehen täglich Hunderte Essen über den Tresen. Allerdings nimmt der Gastronom keinerlei kaufmännische Kalkulation vor. Er sieht einen scheinbar auskömmlichen Brutto-Umsatz und vergisst schon in einem ersten Schritt das Abziehen der Mehrwertsteuer. Dann weiß er gar nicht, wie viel er mit jedem einzelnen Essen verdient. Ohne Informationen über den Deckungsbeitrag macht er sich keinerlei Gedanken über Portionsgrößen (Materialeinsatz) oder wie die Relation der Preise der einzelnen Menüs sein soll. Um mit jedem Produkt auf der Karte einen Erfolgsbeitrag zu erreichen.

Eine ähnliche Funktion erfüllt der Deckungsbeitrag bei Produktionsbetrieben: Bei Sortimentsentscheidungen (Neuproduktaufnahme oder Auslaufartikel) wird exakt darauf geachtet, ob überhaupt Deckungsbeiträge erzielt werden können. Ohne einen Deckungsbeitrag ist es besser etwas Bestimmtes nicht zu produzieren oder anzubieten. Deshalb hat der Deckungsbeitrag direkte, durchschlagende Wirkung auf das Gesamtunternehmen. Der Deckungsbeitrag ist – obwohl in der breiten Öffentlichkeit nicht beachtet – ein essenzieller Zahlenwert, auch wenn er weder in der Bilanz und GuV aufgeführt wird.

Systeme und Unterlagen unterstützen bei der Zahlenerstellung

Mit einer Buchhaltungssoftware wie Lexoffice lassen sich bereits sehr viele Zahlen strukturiert erfassen: Einkaufswerte von Materialien; Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen lassen sich im Gesamtwert darstellen und anhand der Lieferscheine bzw. Bestellungen auch in Mengeneinheiten oder auch Gewichte umrechnen. Damit liegen klare Zahlen für den Materialeinsatz vor. Dazu können direkte Personenstunden für die Produktion und Verteilung addiert werden.

Dieser Selbstkostenwert stellt langfristig gesehen eine absolute Untergrenze des Verkaufspreises dar. Ein Verkauf unter Entstehungs- oder Selbstkosten (also mit negativem Deckungsbeitrag) wird die Lexoffice Software auch zeitnah abbilden, sofern alle Belege zeitnah verbucht werden. Der zahlenmäßige Abstand zwischen Umsatz und Materialkosten wird geringer, die Gewinnkennzahlen werden schlechter.

Eine weitere Herausforderung beim Deckungsbeitrag ist die Tatsache, dass er keine statische Kennzahl wie beispielsweise das Grundkapital ist! Mit jedem Verkauf und jedem Einkauf von Materialien/Zwischenprodukten entstehen neue Bestandteile für die dann aktuelle Kennzahl. Bei der langfristigen Erstellung und Nachverfolgung der Deckungsbeiträge empfiehlt es sich die Rohdaten aus der Buchhaltungssoftware (wie Lexoffice) zu verwenden und in einer Tabellenkalkulation nachzubearbeiten. Damit können langfristige Tendenzen rechtzeitig erkannt werden und das Management des Unternehmens kann rechtzeitig gegensteuern.