Variable Kosten

Die variablen Kosten sind neben den Fixkosten ein Teil der betriebswirtschaftlichen Gesamtkosten. Variable Kosten sind von einer bestimmten Bezugsgröße, meist einer Produktionsmenge, abhängig und stellen damit veränderliche Kosten dar. Sie werden auch mengenabhängige Kosten genannt. Im Unterschied zu den variablen Kosten ändern sich die Fixkosten nicht, wenn mehr oder weniger eines Produkts produziert wird.

Herkunft variabler Kosten

Variable Kosten sind in der Regel auf veränderte Produktions- oder Absatzmengen zurückzuführen. Beispielsweise verkauft ein Unternehmen im Januar monatlich 900 Kugeln Eis, wobei die Rohstoffkosten pro Kugel 0,20 Euro betragen. Insgesamt gibt das Unternehmen somit 900 x 0,20 Euro = 180 Euro für Rohstoffe (Milch, Sahne, etc.) aus.

Im Juli erhöht das Unternehmen die Produktionsmenge auf 2.700 Kugeln Eis pro Monat. Die variablen Rohstoff-Kosten betragen nun 2.700 x 0,20 Euro = 540 Euro.

Arten von variablen Kosten

Die vier wichtigsten Arten variabler Kosten entstehen durch:

  • Materialien
  • Waren
  • Provisionen
  • Fremdleistungen

Verändert ein Unternehmen die Produktionsmenge, so steigt nicht nur der Bedarf an Rohstoffen, sondern auch der an Hilfs- und Betriebsstoffen (z.B. Kühlmittel, Reinigungsmittel). Darüber hinaus können höhere Transportkosten anfallen. Möglicherweise muss das Unternehmen auch Fremdleistungen (z.B. Zeitarbeiter) zukaufen, um die erhöhten Produktionsmengen zu bewältigen.

Kostenverläufe variabler Kosten

Die Veränderung der variablen Kosten in Abhängigkeit von der Produktions- oder Absatzmenge kann unterschiedlich verlaufen. Folgende Kostenverläufe sind möglich:

  • Proportional (linear): Mit jedem Stück mehr, welches das Unternehmen produziert, steigen die variablen Kosten im gleichen Verhältnis. Ein linearer Verlauf wurde im oben genannten Beispiel der variablen Rohstoff-Kosten in Abhängigkeit von der produzierten Menge an Eis angenommen.
  • Überproportional (progressiv): Es kann auch sein, dass sich die variablen Kosten pro Stück erhöhen, je mehr ein Unternehmen produziert. Das passiert beispielsweise, wenn die Beschäftigten Überstunden leisten müssen, für die das Unternehmen entsprechende Zuschläge bezahlt.
  • Unterproportional (degressiv): In manchen Fällen sinken die variablen Kosten im Verhältnis, wenn ein Unternehmen seine Produktionsmenge erhöht. Beispielsweise können Lieferanten dem Unternehmen Rabatte gewähren, wenn es eine größere Menge an Rohstoffen abnimmt.

Berechnung variabler Kosten

Die variablen Gesamtkosten für ein Produkt ergeben sich, indem man die (durchschnittlichen) variablen Stückkosten mit der Stückanzahl multipliziert:

Variable Gesamtkosten = variable Stückkosten x Stückanzahl

Umgekehrt berechnet man die durchschnittlichen variablen Stückkosten, indem man die variablen Gesamtkosten durch die produzierte Stückanzahl dividiert:

Variable Stückkosten = Variable Gesamtkosten : Stückanzahl

Deckungsbeiträge und variable Kosten

Eine wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahl ist der Deckungsbeitrag. Darunter versteht man die Geldmenge, die man benötigt, um die Fixkosten für ein Produkt zu decken. Da sich die Gesamtkosten des Produkts aus Fixkosten und variablen Kosten zusammensetzen, stellt der Deckungsbeitrag die Differenz zwischen dem erzielten Erlös oder Umsatz und den variablen Kosten dar:

Deckungsbeitrag = Erlös – variable Kosten

Nur wenn der Deckungsbeitrag die Fixkosten übersteigt, erzielt das Unternehmen beim Verkauf des Produkts einen Gewinn.

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