Plankostenrechnung

Für die Planung der Gesamtkosten eines Unternehmens benötigt es eine Plankostenrechnung. Dabei wird über einen bestimmten Zeitraum ein Kostenplan erstellt, der zwischen Kostenarten, Kostenstellen und Kostenträgern unterscheidet. Die Plankostenrechnung dient in erster Linie der Betriebskontrolle.

Die Definition der Plankostenrechnung

Eine Plankostenrechnung definiert sich durch die Plankosten. Um sie zu verstehen, muss also eine Definition der Plankosten vorangehen.

Plankosten sind in der Betriebswirtschaft ein im Vorfeld ermittelter Verzehr an Produktionsfaktoren. Dieser Verzehr soll erreicht werden, wenn der gewohnte Arbeitsablauf im Unternehmen voranschreitet.

Es handelt sich bei Plankosten also um Kosten, die bereits bekannt und vorausgeplant sind, bevor sie tatsächlich eintreten.

Dadurch sind die Plankosten keine bereits angefallene Kostenart, sondern eine Bezugsgröße oder Budget.

Um die Plankosten als Bezugsgröße oder Budget anzugeben, benötigt es die Plankostenrechnung. In dieser werden die Plankosten berechnet und bestimmt.

Informationen aus der Plankostenrechnung dienen vor allem der Planung, der Steuerung und dem Controlling im Unternehmen. Sie ist also ein sehr wichtiges Instrument der Unternehmenssteuerung für die Kostensituation.

Die Plankostenrechnung kann für die Planung und Kontrolle der Kosten- und Leistungsrechnung sehr wichtig sein. Dabei können sowohl berechnete Daten als auch Schätzungen verwendet werden.

Bei genauer Betrachtung stellt man fest, dass die Plankostenrechnung keine Kostenrechnung ist. Angefallene Kosten werden von ihr nicht berücksichtigt. Stattdessen werden die künftig zu erwartenden Kosten berechnet. Es ist also eher ein Rechensystem.

Die klassische Form der Plankostenrechnung ist die Vollkostenrechnung. Eine Weiterentwicklung auf der Grundlage der Teilkostenrechnung ist die Grenzplankostenrechnung. Beide Verfahren haben ihre Eigenarten.

Die Voraussetzungen für die Plankostenrechnung

Für die Plankostenrechnung müssen einige Vorbereitungen getroffen bzw. Voraussetzungen geschaffen werden, damit sie realistische Ergebnisse liefert. Diese fünf Faktoren sind wichtig für die Vorbereitung der Plankostenrechnung:

  • Kostenstellen bilden – Kostenstellenpläne bilden das Betriebsgeschehen in einem Unternehmen realistisch ab. Eine Kostenstelle ist im Grunde ein Bereich im Unternehmen, dem bestimmte Kosten zugewiesen werden können.
  • Bezugsgrößen auswählen – jede Kostenstelle benötigt eine geeignete Bezugsgröße. Die Plankostenrechnung wird besser, je genauer die Bezugsgröße ausgewählt wurde.
  • Planpreise festlegen – die Plankostenrechnung funktioniert nur mit festen Planpreisen. Abweichungen im Preis durch beispielsweise den Verbrauch werden in der Plankostenrechnung ignoriert.
  • Kosten auflösen – die Kosten werden in Fixkosten und variable Kosten aufgelöst. Dadurch werden Abweichungen im Soll-Ist-Vergleich ausgeschlossen.
  • Beschäftigung planen – für die kommende Periode wird die erwartete Beschäftigung geplant. Man nennt das auch Planbeschäftigung und sie ist die Grundlage für die Kostenplanung.
  • Kosten planen – die Kostenplanung gibt Vorgabekosten an, die für die Planbeschäftigung gelten. Die Vorgabekosten weisen Normcharakter auf.

Außerdem müssen für die Plankostenrechnung bestimmte Kennzahlen berechnet werden. Diese Begriffe sind in der Plankostenrechnung wichtig:

Plankosten bzw. die geplanten Kosten fallen bei einer geplanten Beschäftigung an. Sie können mit dieser Formel berechnet werden:

Plankosten = Planmenge x Planpreis

Sollkosten fallen bei einer eingetroffenen Beschäftigung bzw. Istbeschäftigung an. Mit dieser Formel können die Sollkosten berechnet werden:

Sollkosten = Sollmenge x Planpreis

Istkosten haben als Basis die Planpreise, bezeichnen aber den tatsächlichen Verbrauch. Sie lassen sich mit folgender Formel berechnen:

Istkosten mit Basis Planpreise = Istmenge = Planpreis

Istkosten können als Basis aber auch die Istpreise haben. Dann lautet die Formel zur Berechnung so:

Istkosten mit Basis Istpreise = Istmenge x Istpreis

Um den Plankostenverrechnungssatz zu berechnen, werden die gesamten Plankosten durch die Planbeschäfitung geteilt. Man erhält diese Formel:

Plankostenverrechnungssatz = Plankosten / Planbeschäftigung

Arten der Plankostenrechnung

Plankosten stehen immer im Zusammenhang mit einer Planbeschäftigung. Wenn die Istbeschäftigung allerdings mit der Planbeschäftigung nicht übereinstimmt, kann es zu Problemen kommen. Dann müssen die Plankosten bei Planbeschäftigung in Plankosten bei Istbeschäftigung umgewandelt werden. Dann können die entstandenen Sollkosten mit den Istkosten verglichen werden.

Für die Ableitung der Sollkosten aus den Plankosten gibt es unterschiedliche Methoden und ergeben zwei verschiedene Arten der Plankostenrechnung.

Die starre Plankostenrechnung

Eine starre Berechnung ist meistens eine nicht so genaue, aber dafür schnelle und einfache Methode. Das ist auch bei der starren Plankostenrechnung der Fall, die eine einfache Art der Kostenkontrolle darstellt.

Die Kostenrechnung wird in die Unternehmensplanung integriert und so die Basis für die Kostenkontrolle geschaffen.  Bei der starren Plankostenrechnung handelt es sich um eine reine Vollkostenrechnung.

Die Plankosten können nicht rechnerisch an Beschäftigungsänderungen angepasst werden. Dadurch ist die Umrechnung auf die Istbeschäftigung nicht möglich und auch eine Abweichungsanalyse ist nicht vorgesehen, da die Kostenauflösung in fixe und variable Kosten fehlt.

Die flexible Plankostenrechnung

Bei der flexiblen Plankostenrechnung kann keine reine Kostenkontrolle stattfinden, da diese in dieser Form der Plankostenrechnung in den einzelnen Kostenstellen ausgeführt wird.

Es gibt zwei Varianten der flexiblen Plankostenrechnung. Auf Vollkostenbasis und auf Teilkostenbasis.

Die flexible Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis löst die Kosten in fixe und variable Kosten auf, für die Kostenkontrolle in der Kostenstellenrechnung. In der Kostenträgerrechnung wird diese Trennung der Kosten nicht vorgenommen.

Die flexible Plankostenrechnung auf Teilkostenbasis teilt die Kosten sowohl in der Kostenstellenrechnung als auch der Kostenträgerrechnung in Fixkosten und variable Kosten auf. Es handelt sich um eine Weiterentwicklung der Grenzplankostenrechnung, die nur die variablen Kosten berücksichtigt.