Einzelkosten

Hierbei handelt es sich um Kosten, welche im direkten Zusammenhang mit einem Objekt bzw. Verursacher stehen. Das sind beispielsweise:

Den Einzelkosten gegenüber stehen die Gemeinkosten. Für Ihre Kalkulationen ist es vorteilhaft, wenn die Einzelkosten einen hohen Anteil der Gemeinkosten ausmachen.

1 Welche Einzelkostenarten gibt es?

Bei Einzelkosten ist es wichtig, dass sie stets mit einem Verursacher in direkter Verbindung stehen. Das können neben Gütern und Dienstleistungen aber auch Kostenstellen oder Prozesse sein. Dadurch, dass es teilweise mehrere Verursacher gibt, können die zu buchenden Kosten sowohl Einzel- als auch Gemeinkosten sein.

Praxis-Beispiel

Energiekosten als Einzel- und Gemeinkosten bei der Nutzung eines flexiblen Fertigungszentrums

In dieser Situation fallen stets Energiekosten an. Das Problem liegt aber oftmals darin, dass die anfallenden Ausgaben nicht zwangsläufig den gelieferten Bauteilen zugeordnet werden können. Das liegt daran, dass eine Vielzahl an verschiedenen Gütern zur selben Zeit produziert werden. Daher handelt es sich hierbei um Gemeinkosten. Da der Energieverbrauch jedoch messbar und somit zurechenbar ist, können Sie von Einzelkosten sprechen.

Sie können Einzelkosten in folgende Arten unterteilen:

  • Reguläre Einzelkosten: Diese Ausgaben treten regelmäßig auf, wobei Sie bei der hergestellten Menge auch von variablen Kosten reden können.
    • Materialeinzelkosten: Die Anzahl des genutzten Materials sowie deren Verbrauch steht fest und kann den einzelnen Verursachern zugeordnet werden.
    • Fertigungseinzelkosten: Fertigungslöhne sind ebenfalls immer messbar.
  • Sondereinzelkosten (SEK): Sie können, ebenso wie die regulären Einzelkosten, den einzelnen Posten direkt zugeordnet werden. Der Unterschied liegt jedoch darin, dass sie nicht regelmäßig anfallen und nicht variabel sind.
    • SEK der Fertigung: Sobald Sie beispielsweise spezielles Equipment benötigen, handelt es sich um Sondereinzelkosten der Fertigung. Aber Achtung: Dies gilt nur, wenn die Zahlung nicht in Abhängigkeit zur bestellten Menge steht.
    • SEK des Vertriebs: Hiervon spricht man unter anderem bei speziellen Verpackungen, Provisionen oder Boni. Doch auch hier gilt, dass eine Zuordnung zu den Stückzahlen ausgeschlossen sein muss.

Praxis-Tipp

Reguläre Einzelkosten nicht aus Bequemlichkeit Sondereinzelkosten zuordnen

Sie sollten stets auf eine korrekte Einordnung achten. Selbstverständlich kostet dies Arbeit und Zeit. Doch bedenken Sie, dass gerade regelmäßig anfallende Ausgaben in den meisten Fällen als reguläre Einzelkosten zu verbuchen sind.

2 Wie werden Einzelkosten erfasst?

Für alle anfallenden Kosten gibt es einen entsprechenden Erfassungsbeleg:

  • Materialverbrauch = Materialentnahmeschein
  • Fertigungszeiten = Lohnzettel

Handelt es sich um Sondereinzelkosten, existiert in der Regel ein dazugehöriger Buchungsbeleg, auf dem Sie alle relevanten Informationen finden.

Um sowohl Ausgaben als auch Aufwand zu sparen, nutzen immer mehr Unternehmen Softwareprogramme, um Buchungen automatisch vornehmen zu können. Stücklisten helfen zum Beispiel dabei, den Materialverbrauch überschaubar zu gestalten, ohne jeden einzelnen Posten separat einzutragen. So können Sie auch das notwendige Gesamtmaterial in kurzer Zeit berechnen. Achten Sie zwingend darauf, alle Ihre Listen (Stückliste, Arbeitspläne) immer aktuell zu halten. Nur so können Sie sich sicher sein, dass Ihre Berechnungen korrekt sind.

3 Welche Bedeutung haben Einzelkosten?

Die Tatsache, dass die indirekten Kosten immer weiter steigen, nehmen die Einzelkosten einen immer geringeren Teil der Gesamtkosten ein. Für Entscheidungen und Planungen ist die Zuordnung der Einzelkosten zum jeweiligen Verbraucher jedoch enorm wichtig. Lohnenswert ist in solchen Fällen eine differenziertere Erfassungsmethode im Controlling, um die Ausgaben den jeweiligen Trägern besser zuordnen zu können. Dies erleichtert Ihnen unter anderem auch sowohl die Risikoanalyse als auch die Nutzwertanalyse.

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