Gewerbetreibender

Ob ein Unternehmer als Gewerbetreibender oder als Freiberufler gilt, ist für seine rechtliche Stellung und insbesondere seine steuerliche Behandlung durch das Finanzamt wichtig. Der Betrieb eines Gewerbes ist somit nicht mit einer selbstständigen Tätigkeit identisch.

Seinen historischen Ursprung hat der Begriff des Gewerbetreibenden im mittelalterlichen Handwerk. Später wurde er auf alle selbstständigen Unternehmer angewendet, die ihre Leistungen vor allem durch körperliche oder manuelle Tätigkeiten erbrachten. Heutige Gewerbetreibende sind in sehr unterschiedlichen Branchen tätig. Sie führen ein produzierendes Unternehmen oder einen Handwerksbetrieb, Hotels und Gaststätten, ein Einzelhandelsgeschäft oder ein Dienstleistungsunternehmen. Maßgeblich für ihre Einstufung als Gewerbetreibender ist, ob ihr Unternehmen der Gewerbeordnung (GWO) unterliegt.

Gewerbetreibender oder Freiberufler – was sagt das Gesetz?

Die Entscheidung darüber, ob ein selbstständig tätiger Unternehmer ein Gewerbe betreibt oder für das Finanzamt als Freiberufler gilt, wird anhand der Paragrafen 13 und 18 des Einkommensteuergesetzes getroffen. Nicht als Gewerbetreibende gelten hier die Angehörigen der sogenannten freien Berufe – Ärzte, Apotheker, Rechtsanwälte oder Steuerberater – sowie Unternehmer im Bereich der Land- und Forstwirtschaft. Als Freiberufler werden heute oft auch selbstständig Tätige innerhalb der Kreativwirtschaft betrachtet. Die endgültige Entscheidung hierüber fällt das Finanzamt anhand der Fragebögen zur steuerlichen Erfassung, die alle Selbstständigen zum Zeitpunkt der Aufnahme ihrer Geschäftstätigkeit an die Behörde übermitteln müssen.

Alle anderen selbstständigen Unternehmer gelten rechtlich und steuerlich als Gewerbetreibende. Im Gegensatz zu Freiberuflern müssen sie ihr Unternehmen als Gewerbe anmelden und Gewerbesteuer zahlen. Die rechtliche Grundlage für ihre Unternehmenstätigkeit bildet die Gewerbeordnung. Je nach Umsatz- und Unternehmensgröße müssen gewerbliche Unternehmen ins Handelsregister eingetragen werden. Außerdem müssen sie bei den Industrie- und Handelskammern oder der örtlichen Handwerkskammer angemeldet werden. Alle Anmeldungen müssen vor oder mindestens zeitgleich mit der Aufnahme der Geschäftstätigkeit erfolgen. Für die Ausübung einiger Gewerbe – beispielsweise für Finanzdienstleister – vor dem Beginn der unternehmerischen Tätigkeit eine behördliche Genehmigung einzuholen.

Selbstständigkeit oder Scheinselbstständigkeit – eine zentrale Frage

Gewerbetreibende sind gegenüber den Behörden in der Pflicht, auf Verlangen nachzuweisen, dass sie ihre Geschäftstätigkeit wirklich auf selbstständiger Basis betreiben. Die gewerbliche Tätigkeit muss auf Dauern angelegt, nach außen gerichtet und mit einer Gewinnerzielungsabsicht verbunden sein. Eine zu große Abhängigkeit von einem einzigen Auftraggeber kann zur Vermutung einer Scheinselbständigkeit führen. Die gewerbliche Tätigkeit muss dann beendet oder in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis umgewandelt werden.

Gewerbetreibende und die Steuer

Für Freiberufler und Gewerbetreibende gilt steuerlich ein wesentlicher Unterschied: Erstere sind nur zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet, gegebenenfalls müssen sie auch Umsatzsteuer zahlen. Gewerbetreibende unterliegen dagegen der Einkommensteuer-, Umsatzsteuer- und Gewerbesteuerpflicht. Hiermit ist die Pflicht zur doppelten Buchführung verbunden.

Gewerbetreibende mit geringen Jahresumsätzen können sich nach § 19 des Umsatzsteuergesetzes von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen, müssen dann aber auf die Vorerstattung der Mehrwertsteuer durch das Finanzamt – den sogenannten Vorsteuerabzug – verzichten und Umsatz- bzw. Mehrwertsteuer wie private Endverbraucher zahlen.

Moderne Online-Software für Gewerbetreibende

Auf Gewerbetreibende kommen durch das Finanzamt also eine ganze Reihe von Verpflichtungen zu. Um sie zu erfüllen, benötigen sie entweder professionelle Partner oder digitale Unterstützung. Von einer exakten Buchführung profitieren sie nicht nur in Bezug auf ihre Steuererklärungen, sondern auch im Hinblick auf die fortlaufende Kontrolle der Leistungsfähigkeit ihres Unternehmens.

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