Gewinnerzielungsabsicht

Von einer Gewinnerzielungsabsicht ist immer dann die Rede, wenn eine unternehmerische Tätigkeit darauf abzielt, nicht nur kostendeckend zu arbeiten, sondern tatsächlich einen Überschuss zu erzielen.

Hier kommt es auch steuerrechtlich zunächst nur auf die Absicht an und nicht auf das Ergebnis. Allerdings kann ein Gewerbeschein dann auch wieder entzogen werden, wenn langfristig der erstrebte oder erreichte Gewinn so geringfügig sind, dass die Tätigkeit als Hobby oder so genannte “Liebhaberei” eingeordnet wird.

Denn durch das in §15 Abs. 2 des EStG festgelegte Merkmal der Gewinnerzielungsabsicht wird verhindert, dass eine steuerpflichtige Tätigkeit nur dem Anschein nach ausgeübt wird, um Unkosten für ein Hobby steuerlich geltend zu machen.

Werden beispielsweise über einen langen Zeitraum im Gewerbe oder Nebengewerbe ausschließlich Verluste produziert, unterstellt das Finanzamt immer häufiger Liebhaberei. Wird eine Tätigkeit als Liebhaberei angesehen, so ist sie grundsätzlich steuerlich ohne Bedeutung.

Anders herum kann auch eine Tätigkeit wie rege Verkäufe bei Ebay vom Finanzamt aber auch als gewerblich eingeordnet werden und den Liebhaberei-Status aberkannt bekommen, denn auch dieser hat Vorteile: Werden nur gelegentlich Gewinne erzielt, bleiben diese unversteuert.

Das kennzeichnet eine “Liebhaberei”:

  • persönliche Gründe und Neigungen bestimmen die Ausrichtung einer Unternehmung, nicht allgemeine betriebswirtschaftliche Grundsätze
  • kein Gewinn gezielt wird auf die gesamte Lebensdauer des Unternehmens betrachtet (negativer Totalgewinn)

Die ersten Jahre nach der Gründung sind häufig von hohen betrieblichen Investitionen und geringen Umsätzen betroffen. Von außen betrachtet könnte diese Anhäufung an “Verlusten” den Eindruck erwecken, dass es dem Steuerpflichtigen an einer ernsthaften Gewinnerzielungsabsicht mangelt.

Hier gilt es dann zu belegen, dass die getätigten Investitionen betriebswirtschaftlich sinnvoll sind und dass langfristig eine positive Entwicklung prognostiziert werden kann. Dann besteht kein Grund, an der Gewinnerzielungsabsicht des Unternehmers zu zweifeln.