Gewinnerzielungsabsicht

Was bedeutet Gewinnerzielungsabsicht?

Von einer Gewinnerzielungsabsicht ist immer dann die Rede, wenn eine unternehmerische Tätigkeit darauf abzielt, nicht nur kostendeckend zu arbeiten, sondern tatsächlich einen Überschuss mit dem Gewerbe zu erzielen. Dafür kommen unter anderem folgende Betätigungen in Frage:

  • Selbstständigkeit
  • Freiberuflichkeit
  • Land- und Forstwirtschaft
  • Vermietung
  • Verpachtung
  • Gewerbetätigkeit

Hier kommt es steuerrechtlich gesehen, zunächst nur auf die Absicht an und nicht auf das Ergebnis.

Die Probleme bei der Feststellung der Gewinnerzielungsabsicht

Ihnen kann ein Gewerbeschein wieder entzogen werden, wenn langfristig Ihr erstrebter oder erreichter Gewinn so geringfügig ist, dass die Tätigkeit als Hobby oder so genannte „Liebhaberei“ eingeordnet wird.

Denn durch das in §15 Abs. 2 des EStG festgelegte Merkmal der Gewinnerzielungsabsicht wird verhindert, dass eine steuerpflichtige Tätigkeit nur dem Anschein nach ausgeübt wird, um Unkosten für ein Hobby steuerlich geltend zu machen. Einkünfte sollten Sie mit Ihrem Gewerbebetrieb demnach schon generieren.

Wenn Sie beispielsweise über einen langen Zeitraum im Gewerbe oder Nebengewerbe ausschließlich Verluste produzieren, unterstellt das Finanzamt immer häufiger Liebhaberei. Wird Ihre Tätigkeit als solche angesehen, so ist sie grundsätzlich steuerlich ohne Bedeutung.

Anders herum kann eine Tätigkeit wie rege Verkäufe bei Ebay oder eine temporäre Vermietung von Räumlichkeiten vom Finanzamt als gewerblich eingeordnet werden. In solchen Fällen erkennt das Finanzamt eine Gewinnerzielungsabsicht. Dann bekommen Sie den Liebhaberei-Status aberkannt, da dieser ebenfalls Vorteile hat: Erwirtschaften Sie nur gelegentlich Einnahmen, bleiben diese unversteuert.

Unter welchen Umständen unterstellt man Ihnen einen Liebhabereibetrieb?

Das kennzeichnet eine „Liebhaberei“:

  • Ihre persönlichen Gründe und Neigungen bestimmen die Ausrichtung einer Unternehmung, nicht allgemeine betriebswirtschaftliche Grundsätze.
  • Wenn Sie auf die gesamte Lebensdauer des Unternehmens betrachtet, keinerlei Gewinne erzielen (negativer Totalgewinn).

Die ersten Jahre nach der Gründung sind häufig von hohen betrieblichen Investitionen und geringen Umsätzen betroffen. Von außen betrachtet, könnte diese Anhäufung an „Verlusten“ den Eindruck erwecken, dass es dem Steuerpflichtigen an einer ernsthaften Gewinnerzielungsabsicht mangelt.

Hier gilt es dann zu belegen, dass die getätigten Investitionen betriebswirtschaftlich sinnvoll sind und dass langfristig eine positive Entwicklung prognostiziert werden kann. Dann besteht kein Grund für das Finanzamt, an der Gewinnerzielungsabsicht des Unternehmers zu zweifeln.

 

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