Liebhaberei im Steuerrecht

Während anfängliche Verluste in der Gründungsphase ganz normal sind und vom Finanzamt akzeptiert werden, wird die Anerkennung der absetzbaren Verluste erschwert, wenn andere Faktoren hinzukommen oder sich die Phase der Anfangsverluste zu lange hinzieht.

Von Liebhaberei ist immer dann die Rede, wenn eine typische Freizeitbeschäftigung wie Fotografieren, Bloggen, Musizieren und so weiter zum Beruf erklärt werden soll, aber nicht gewinnbringend ausgeübt wird.

Eine Gewinnerzielungsabsicht muss belegt werden, damit die Anfangsverluste und laufenden Kosten steuerlich anerkannt werden.

Ein Businessplan ist eine Möglichkeit, eine Gewinnerzielungsabsicht nachzuweisen: Wenn alle voraussichtlichen Kosten und die angepeilten Einnahmen gegenübergestellt werden, sollte eine positive Tendenz eindeutig ersichtlich sein.

So ein betriebswirtschaftliches Konzept zum Beleg der Rentabilitätsplanung kann beim Finanzamt vorgelegt werden, wenn eine Tätigkeit als Liebhaberei in Frage gestellt wird.

Ebenfalls hilfreich sind Belege dafür, warum eine Planung bisher fehlgeschlagen ist: Unerwartete Kosten, buchstäbliches Lehrgeld und niedrige Umsätze trotz nachvollziehbarem Einsatz nachzuweisen ist dann aber nur ein Teil der „Beweisführung“.

Ergänzt werden muss die Fehleranalyse dann noch durch ein Konzept, wie sich die Schwachstellen ausbügeln oder wieder ausgleichen lassen.

Nur Selbstständige, die nie Gewinn machen und über einen langen Zeitraum lückenlos Verluste einfahren, müssen befürchten, dass ihre Tätigkeit als Liebhaberei eingestuft wird.

Sobald Gewinn erzielt wurde, also sobald wirtschaftlicher Erfolg eingetreten ist, gilt die Gewinnerzielungsabsicht als erwiesen.

Existenzgründer in einem der klassischen Bereiche, die schnell in den Verdacht der Liebhaberei geraten, tun gut daran, einen detaillierten Businessplan zu erstellen und immer aktuell zu halten.

Aber selbst wenn das Finanzamt die Einstufung des Berufs als Liebhaberei vornimmt, hat sich die Tätigkeit nicht erledigt, denn nun sollte ein Gründer Einspruch einlegen und sein Konzept vorzeigen.

Übrigens: Die Einkunftserzielungsabsicht kann auch bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit fehlen, so dass von einer einkommensteuerrechtlich unbeachtlichen Liebhaberei auszugehen ist.

Umgekehrt kann auch eine ohne konkrete Gewinnerzielungsabsicht eine durch Einkünfte begründete unternehmerische Tätigkeit vorliegen, die dann den entsprechenden steuerlichen Regelungen unterliegt.