Fremdfinanzierung

Die Fremdfinanzierung im Unternehmen

Jedes Unternehmen braucht Kapital, um die eigenen Ziele zu erreichen. Vor allem für die Gründung oder große Investitionen reicht das Eigenkapital nicht immer aus und eine Eigenfinanzierung ist unmöglich. Eine Fremdfinanzierung ist dann notwendig. Dabei gibt es aber gewisse Aspekte zu beachten, um finanziell auf der sicheren Seite zu sein. Welche, erfahren Sie in diesem Artikel.

Die Definition der Fremdfinanzierung

Laut Definition werden bei einer Fremdfinanzierung werden, wie der Name schon sagt, finanzielle Mittel bereitgestellt, die nicht aus dem Unternehmen selbst kommen. Das Geld kommt von externen Quellen oder besser gesagt von Gläubiger:innen und Kapitalgeber:innen, die außerhalb des Unternehmens stehen. Das können sowohl Personen als auch andere Unternehmen sein.

In den meisten Fällen wird bei einer Fremdfinanzierung ein fester Zinssatz festgesetzt, der den gesamten Zeitraum der Rückzahlungen berücksichtigt. So wird Kapitalgeber:innen versichert, dass aus ihrer Finanzierung ein Einkommen entsteht. Die monatliche Rückzahlung ergibt sich aus dem Zinssatz und der Tilgungsrate.

Kurzfristige, mittelfristige und langfristige Arten der Fremdfinanzierung

Es gibt zahlreiche Arten der Fremdfinanzierung. Dabei spricht man auch von der Außenfinanzierung. Die Innenfinanzierung hingegen ist eine Finanzierung mit Mitteln aus dem Unternehmen selbst.

Bei den Fremdfinanzierungsarten wird unterschieden zwischen kurzfristigen, mittelfristigen und langfristigen Finanzierungen, was sich auf die Dauer bezieht.

Kurzfristige Fremdfinanzierung

Die kurzfristige Fremdfinanzierung ist meistens auf wenige Wochen, höchstens aber auf wenige Monate angelegt. Sie bietet sich vor allem für kleine Summen an, die sich schnell zurückzahlen lassen. Zum Beispiel, wenn Sie noch auf Beträge aus offenen Rechnungen warten und wissen, dass Sie nur ein wenig Kapital benötigen, um Zeit zu überbrücken.

Zu den kurzfristigen Fremdfinanzierungsarten gehören zum Beispiel Bankkredite wie Kontokorrentkredite oder Wechselkredite mit sehr hohen Zinssätzen. Durch den hohen Zinssatz sind diese Kredite nur in Ausnahmen für die Finanzierung Ihres Unternehmens geeignet.

Kleinere Anschaffungen können Sie mit einer Kreditleihe tätigen. Dafür gibt es beispielsweise Akzeptkredite und Avalkredite. Kreditleihen sind mit einer Bürgschaft vergleichbar. Die Bank stellt Ihnen ihre Kreditwürdigkeit zur Verfügung.

Außerdem gibt es noch die Handelskredite, die direkt von Kund:innen und Lieferant:innen übernommen werden. Beispielsweise können Lieferant:innen Ihnen bei finanziellen Engpässen einen Aufschub gewähren. Ein Kundenkredit hingegen ist eine An- oder Teilzahlung von Kund:innen.

Mittelfristige und langfristige Fremdfinanzierung

Der Rückzahlungszeitraum bei den mittel- und langfristigen Fremdfinanzierungsarten erstreckt sich über mehrere Monate oder auch mehrere Jahre. In der Regel handelt es sich bei dieser Art von Fremdfinanzierung um professionelle Gläubiger:innen.

Dazu gehören Bankkredite, die eine Laufzeit von vier Jahren oder mehr haben oder Außenhandelskredite, die in der Import-Export-Branche vergeben werden und dort den Hauptteil der Außenfinanzierung ausmachen.

Auch Schuldscheindarlehen, Schuldverschreibungen und Anleihen gehören zu dieser Art der Fremdfinanzierung. Schuldscheindarlehen werden allerdings nur an Großkonzerne vergeben.

Beispiel für eine Fremdfinanzierung

Angenommen, Sie müssen für Ihr Unternehmen eine neue Maschine kaufen. Die Kosten für die Maschine belaufen sich auf 900.000,00 Euro.

Das Eigenkapital reicht nicht aus, um die Maschine zu finanzieren und eine Eigenfinanzierung ist nicht möglich. Sie suchen nach einer Möglichkeit der Fremdfinanzierung, damit Sie die vollen Kosten für die Maschine decken können.

Dafür berechnen Sie, wie hoch der Anteil der Fremdfinanzierung sein muss:

Sie haben 150.000,00 Euro interne Finanzierungsmittel zur Verfügung. Also müssen Sie noch 750.000,00 Euro aufbringen. Dabei bleibt es aber nicht, da jede Fremdfinanzierung einen Kostenanstieg mit sich bringt.

Für einen Kredit fallen nach Ihrer Berechnung 3.300,00 Euro an Gebühren und kurzfristigen Bereitstellungszinsen an.

Insgesamt belaufen sich die Zinszahlungen auf 65.000,00 Euro.

Dadurch entstehen für die Maschine also Gesamtfremdkosten von 818.300,00 Euro. 750.000,00 Euro für die Maschine und zusätzlich 68.300,00 Euro für Zinsen. Durch eine Fremdfinanzierung steigt zudem auch immer die Fremdkapitalquote, die angibt, wie viel Fremdkapital im Vergleich zum Eigenkapital im Unternehmen ist, was einer der großen Nachteile ist. Ist die Fremdkapitalquote zu hoch, bedeutet das, dass Ihr Unternehmen im Grunde nicht mehr auf eigenen finanziellen Beinen steht. Soll das nicht zu weiteren Nachteilen oder zwangsläufig sogar zur drohenden Insolvenz führen, besteht Handlungsbedarf.

Der Zinssatz kann dabei allerdings variieren und hängt von der Art der Fremdfinanzierung ab. Es kann auch Möglichkeiten geben, bei denen weniger Zinsen anfallen. Andersherum aber auch welche, bei denen die Zinsen höher sind. Welche Finanzierungsart die richtige ist, liegt in Ihrem eigenen Ermessen und müssen Sie von Fall zu Fall neu entscheiden.

Vor- und Nachteile der Fremdfinanzierung

Vorteile:

Nachteile:

Da die zu zahlenden Zinsen für das Fremdkapital eine Betriebsausgabe sind, verringern sie den zu versteuernden Gewinn des Unternehmens.

Das betriebliche Risiko erhöht sich durch die höheren Betriebsausgaben.

Die Eigenkapitalrendite verbessert sich durch den Leverage-Effekt.

Die Konditionen für die Gewährung des Fremdkapitals werden von den Gläubigern bestimmt.

Selbst wenn die eigenen Mitteln nicht ausreichen, sind Investitionen möglich.

Die Gefahr der Überschuldung steigt.

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