Ausschüttungen

Ausschüttungen

Ausschüttungen sind Zahlungen eines Unternehmens an dessen Anteilseigner. Ausschüttungen werden in Geld oder in Form von Sachwerten geleistet. Anteilseigner stellen einem Unternehmen Kapital zur Verfügung und erhalten dafür im Gegenzug eine Beteiligung an dessen Gewinnen. Diese werden im Regelfall jährlich ausgeschüttet. Ausschüttungen können am ehesten mit den Zinsen für Kreditgeber verglichen werden. Ausschüttungen werden – je nach Unternehmensform – unterschiedlich bezeichnet. Ausschüttungen in Aktiengesellschaften sind Dividenden, während GmbH-Gesellschafter Gewinnausschüttungen erhalten. Privatunternehmer und Gesellschafter einer OHG tätigen „Entnahmen“. Ausschüttungen werden in der Bilanz von Unternehmen nicht aufgeführt. Diese verringern zwar das Kapital, sie sind aber keine Verluste oder Kosten im betriebswirtschaftlichen Sinne. Ausschüttungen führen zur Verringerung der Eigenkapitalquote, verringern aber nicht den Gewinn eines Unternehmens.

Höhe von Ausschüttungen

Unternehmen können im Regelfall frei entscheiden, wie hoch ihre Ausschüttungen ausfallen. Je nach Kapitalbedarf, Wachstumsaussichten und Profitabilität werden Ausschüttungen höher oder niedriger angesetzt. Es existieren durchaus Unternehmen, die immense Gewinne verzeichnen, aber aufgrund ihres hohen Kapitalbedarfes keine Ausschüttungen tätigen. Aktiengesellschaften und GmbH’s müssen gesetzliche Regelungen für Gewinnrücklagen beachten. Ausschüttungen dürfen erst dann erfolgen, wenn die entsprechenden Gewinnrücklagen gebildet wurden. Ausschüttungen müssen stellenweise versteuert werden. Dies richtet sich danach, ob das Unternehmen als Kapital- oder Personengesellschaft konzipiert ist. Bei Personengesellschaften sind Ausschüttungen steuerfrei – die Entrichtung der Steuer erfolgt bei natürlichen Personen auf der Grundlage der Abgeltungssteuer. Bei Kapitalgesellschaften muss eine Abschlagssteuer entrichtet werden.

Dividenden in Aktiengesellschaften

Ausschüttungen in Aktiengesellschaften werden als Dividenden bezeichnet. Die Höhe von Dividenden wird vom Vorstand der Aktiengesellschaft vorgeschlagen und muss auf der Hauptversammlung von den Aktionären mehrheitlich beschlossen werden. DAX-Unternehmen in Deutschland schütten durchschnittlich ca. 40 Prozent ihrer Unternehmensgewinne aus. Dividenden sind ein grundlegendes Indiz für die wirtschaftliche Stärke von Unternehmen. Die Börse schätzt die Stärke eines Unternehmens anhand der Höhe der Ausschüttung ein. Eine hohe Ausschüttung lässt den Wert der Aktie steigen und lockt neue Investoren an. Viele Unternehmen tätigen daher Ausschüttungen, obwohl sie im laufenden Geschäftsjahr überhaupt keine Gewinne verzeichnen konnten.