Standardkontenrahmen

Im Rahmen der ordnungsmäßigen Buchführung wird eine Vielfalt von Konten angesprochen. Diese sind in einem übersichtlichen Verzeichnis aufgeführt, das die Bezeichnung Standardkontenrahmen trägt. Die so aufgeführten Konten dienen der Vereinheitlichung, Übersichtlichkeit und Transparenz und erleichtern die Kommunikation mit den Finanzbehörden.

Gesetzliches

Der Standardkontenrahmen basiert auf keiner direkten gesetzlichen Verpflichtung. Er hat aber aufgrund seiner Struktur und Funktion wichtige Wurzeln in den Werten der ordnungsmäßigen Buchführung. Deshalb fußt er sowohl auf den Grundlagen des Handelsgesetzbuches (HGB) als auch auf einschlägigen Richtlinien des Steuerrechts. Es basiert zudem auf dem Bilanzrichtliniengesetz (BiRiLiG).

Geschichtliches

Der erste bedeutende Kontenrahmen wurde für die Bedürfnisse der Industrie entwickelt. Der sogenannte Gemeinschafts-Kontenrahmen (kurz: GKR) wurde im Jahr 1950 aus der Taufe gehoben. Änderungen im Bereich des Handelsgesetzbuches machten eine neue Fassung nötig. Dies ist der Industriekontenrahmen, der 1971 vom BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie) herausgegeben wurde. Auch beim Industriekontenrahmen wurden im Laufe der Zeit Änderungen nötig. 1987 wurde der geänderte Industriekontenrahmen, der in Abstimmung mit dem Bilanzrichtliniengesetz konzipiert wurde, erneut vom BDI herausgegeben.

Unterschiedliche Arten von Kontenrahmen

Es gibt verschiedene Arten von Kontenrahmen, die speziell auf die Bedürfnisse ihrer jeweiligen Adressaten beziehungsweise Anwender abgestimmt sind. Es gibt sie nicht nur für die Zwecke der Industrie, sondern zum Beispiel auch für den Einzelhandel, die Land- und Forstwirtschaft, Vereine, soziale Einrichtungen, das Kfz-Gewerbe oder Ärzte. Zudem gibt es einen freien Kontenrahmen, der von den jeweiligen Unternehmen selbst nach eigenem Bedarf bearbeitet werden kann.

Als Standardkontenrahmen haben sich im Lauf der Zeit jedoch allerdings vor allem zwei Kontenrahmen herauskristallisiert. Der SKR 03 ist ein einheitlicher Kontenrahmen für Industrie und Handel und wird auch mit dem Kürzel GKR (Gemeinschaftskontenrahmen) bezeichnet. Der SKR 04 ist ebenfalls ein Standardkontenrahmen. Er trägt auch das Kürzel IKR (Industriekontenrahmen). Beide Kontenrahmen sind für Unternehmen mit Pflicht zur Publizierung geeignet. Sie sind beide für den Bereich Industrie ausgelegt und der SKR 03 eignet sich zudem auch für den Bereich Handel.

Der SKR 03 wurde nach dem sogenannten Prozessgliederungsprinzip aufgebaut. Das bedeutet, dass die Konten dem Ablauf eines herkömmlichen Geschäftsbetriebes folgen. So gibt es zum Beispiel Konten für den Wareneingang, für Bestände an Erzeugnissen und für Erlöse. Der SKR 04 folgt dagegen dem Abschlussgliederungsprinzip. Das heißt, er berücksichtigt die Bilanzgliederung und die GuV.

Aufbau und Struktur von Standardkontenrahmen

Ein Kontenrahmen ist in Kontenklassen untergliedert. Diese Untergliederung erfolgt nach dem Zehnersystem. Die erste Stelle dieser Klassifikation gibt die Kontenklasse an. Ein Beispiel hierfür sind die betrieblichen Aufwendungen. An zweiter Stelle steht die Kontengruppe, danach folgen in der Systematik die Punkte drei und vier, bei denen eine weitere Aufteilung nach Kontenarten realisiert wird.

Die Funktion des Kontenrahmens

Der Kontenrahmen ist ein systematisch geordnetes Verzeichnis für alle Konten, die in einem bestimmten Wirtschaftszweig anfallen können. Diese Einheitlichkeit hat gleich mehrere Vorteile: Zum einen ist auch für Außenstehende sofort eine gewisse Transparenz vorhanden, wenn Unternehmen die gleiche Systematik anwenden. Zum anderen dient ein gemeinsamer, standardisierter Kontenrahmen auch der Vergleichbarkeit zwischen einzelnen Unternehmen. Und zum Dritten ermöglicht die Systematik eine gezieltere und in vielen Fällen auch raschere Verbuchung der anfallenden Geschäftsvorfälle.

Der Kontenplan

Der Kontenplan ist ein Kontenrahmen, der betriebsspezifisch auf die Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmens zugeschnitten ist. Dies ist oft ein wichtiger Schritt in Richtung Übersichtlichkeit. Ein Beispiel ist etwa das Konto der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, das von einem nicht produzierenden Unternehmen nicht benötigt wird. Eine weitere Möglichkeit ist es, das Hauptkonto Forderungen aus Lieferungen und Leistungen durch Unterkonten zu ergänzen, die die Namen der Hauptkunden tragen. Diese Unterkonten schaffen eine ausgezeichnete Transparenz, die sowohl für den intern beschäftigten Steuerberater als auch für externe Wirtschaftsprüfer hilfreich ist.

Es ist in diesem Zusammenhang sogar möglich, für gewissen Projekte eine eigene Kontensystematik, den sogenannten Projektkontenrahmen, zu generieren.

Betroffene Systeme im Unternehmen

Der gewählte Standardkontenrahmen ist Grundlage für die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und die daraus resultierenden Vorbereitungen für den Jahresabschluss mit seinen Mindestanforderungen der Bilanzierung und der GuV (unter Umständen auch Anhang und Lagebericht) für Kaufleute beziehungsweise Kapitalgesellschaften. Der Standardkontenrahmen betrifft auch die Kostenrechnung eines Unternehmens sowie alle Abteilungen, die Geschäftsvorfälle für eine spätere Buchung vorkontieren.

Online-Buchhaltungs-Software nutzen

Mit einem Online-Buchhaltungs-Programm wie lexoffice ist die Buchung der Geschäftsvorfälle unter Zugrundlegung des gewählten Kontenrahmens besonders einfach. Denn die verwendeten Konten sind im Programm eingespeichert und können leicht angewählt werden. Die Bildung falscher Buchungssätze wird vom Programm nicht ermöglicht und Rechenfehler werden durch integrierte Steuersätze und Berechnungsformeln im Vorfeld vermieden. Auch kann eine Buchung erst dann erfolgreich abegschlossen werden, wenn jedes nötige Feld auch ausgefüllt wurde.

Die Nutzung der Online-Software ist auch für Betriebsangehörige leicht erlernbar, die auf dem Gebiet der Buchführung über noch nicht so viele Erfahrungen verfügen. Durch die Möglichkeit der Voreinstellungen können viele Buchungsvorgänge deutlich beschleunigt werden. Das entlastet das Personal und spart Zeit und Kosten. Zudem ermöglicht die Onlinevariante eines Buchungssystems, dass mehrere Personen gleichzeitig Zugriff haben können. Das erspart über kurze Wege unter Umständen viel Zeit bei der Kommunikation oder Information.