Wirtschaftsprüfer

Was ist ein Wirtschaftsprüfer?

Ein Wirtschaftsprüfer überprüft betriebswirtschaftlich die ordnungsgemäße Buchführung, den Jahresabschluss, den Konzernabschluss, den Lagebericht und den Konzernlagebericht eines Unternehmens. Wirtschaftsprüfer sind Freiberufler und müssen öffentlich bestellt werden.

Der Wirtschaftsprüfer und seine Geschichte

In der Wirtschaftsprüfung geht es um die unabhängige Prüfung der Finanzberichterstattung von Unternehmen nach den geltenden Rechnungslegungsstandards. Dies betrifft insbesondere die gesetzlich vorgeschriebene Jahresabschlussprüfung bei mittleren und großen Kapitalgesellschaften. Die Wirtschaftsprüfung bezieht sich jedoch auch auf die Prüfung der Buchhaltung und Bilanzierung. Eine Beurteilung über die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmen erfolgt nur in der Hinsicht, inwieweit die Fortführung des Unternehmens wahrscheinlich ist.

Eine Wirtschaftsprüfung darf gemäß der Wirtschaftsprüfungsverordnung (WPO) nur von einem zugelassenen öffentlich bestellten Wirtschaftsprüfer oder von einem vereidigten Buchprüfer vorgenommen werden.

Der Beruf und das Berufsrecht des Wirtschaftsprüfers sind in der Berufsordnung für Wirtschaftsprüfer geregelt. Dies ist die Wirtschaftsprüfungsverordnung (WPO).

In Deutschland entstand der Beruf des Wirtschaftsprüfers am 15. 12. 1931 im Zuge der Einführung der 1. Durchführungsverordnung zur „Verordnung des Reichspräsidenten über Aktienrecht, Bankenaufsicht und über eine Steueramnestie“. Bereits zu dieser Zeit mussten Wirtschaftsprüfer öffentlich bestellt und bei Prüfgesellschaften eingetragen sein.

Die Länder des damaligen Deutschen Reiches definierten für diesen neu entstandenen Beruf den rechtlichen und institutionellen Rahmen. Im Jahr 1931 entstanden auf Anhieb 12 Zulassungs- und Prüfungsstellen für Wirtschaftsprüfer. Ein Jahr später zählte Deutschland im Jahr 1932 circa 280 öffentlich bestellte Wirtschaftsprüfer und 32 eingetragene Wirtschaftsprüfungsgesellschaften.

Aufgaben und Tätigkeitsfelder des Wirtschaftsprüfers

Der Beruf des Wirtschaftsprüfers wird gemäß § 1 Abs. 2 WPO als ein freier Beruf ausgeübt. Diese freiberufliche Tätigkeit stellt kein Gewerbe dar.

Wirtschaftsprüfer haben in erster Linie die Aufgabe, betriebswirtschaftliche Prüfungen in Unternehmen durchzuführen. Dies betrifft insbesondere Jahresabschlüsse, Konzernabschlüsse, Lageberichte, die Buchhaltung und die Bilanzierung. Zudem haben sie Bestätigungsvermerke über die Vornahme und das Ergebnis dieser Prüfungen zu erteilen (§ 2 Abs. 1 WPO). Die Prüfungstätigkeit schließt auch Prüfungen von Jahres- und Konzernabschlüssen nach international anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen und weitere gesetzlich vorgeschriebene Prüfungen, wie etwa Sonderprüfungen nach dem Aktiengesetz mit ein.

Das Tätigkeitsfeld von Wirtschaftsprüfern kann sich auch über weitere Bereiche erstrecken. So sind Wirtschaftsprüfer aufgrund ihrer fachlichen Qualifikation und Eignung dazu befugt:

  • beauftragende Unternehmen in steuerlichen Angelegenheiten zu beraten und zu vertreten
  • als Sachverständige für wirtschaftliche Betriebsführung aufzutreten
  • in wirtschaftlichen Angelegenheiten zu beraten und fremde Interessen zu wahren
  • eine treuhänderische Verwaltung zu übernehmen.

Wirtschaftsprüfungsgesellschaften müssen für ihre Anerkennung unter anderem den Nachweis erbringen, dass ihre Gesellschaft von Wirtschaftsprüfern verantwortlich geführt wird. (§ 1 Abs. 3 WPO)

Die öffentliche Bestellung eines Wirtschaftsprüfers

Die öffentliche Bestellung von einem Wirtschaftsprüfer erfolgt auf Antrag nach einem bestandenen Fachexamen. Der Wirtschaftsprüfer muss für seine Bestellung den Nachweis erbringen, dass seine persönliche und fachliche Eignung im Zulassungs- und staatlichen Prüfungsverfahren festgestellt wurde (§ 1 Abs. 1 WPO). Die Zulassungs- und Prüfungsverfahren sind in der Wirtschaftsprüfungsverordnung (WPO) und der Prüfungsordnung für Wirtschaftsprüfer (PrüfO WP) geregelt.

Die beruflichen Pflichten eines Wirtschaftsprüfers

Wirtschaftsprüfer tragen durch ihre Tätigkeit eine hohe Verantwortung und unterliegen somit bestimmten Berufspflichten, die nicht verletzt werden dürfen. Zu diesen Berufspflichten gehört gemäß § 43 WBO:

Unabhängigkeit

Der Wirtschaftsprüfer muss in jeder Hinsicht unabhängig sein und muss seinen Beruf unabhängig ausüben. Seine berufliche Tätigkeit und Entscheidungsfreiheit darf weder beeinflusst noch beeinträchtigt werden.

Gewissenhaftigkeit

Wirtschaftsprüfer müssen ihren Beruf und jede einzelne Tätigkeit gewissenhaft ausüben und Aufträge ordnungsgemäß sowie gesetzesgetreu bearbeiten.

Verschwiegenheit

Ein Wirtschaftsprüfer hat eine gesetzliche Verschwiegenheitspflicht, welche zudem die Basis für das Vertrauensverhältnis zwischen Wirtschaftsprüfer und Mandant (Unternehmen) darstellt.

Unparteilichkeit

Der Wirtschaftsprüfer muss sich stets unparteiisch verhalten, insbesondere bezüglich Prüfberichten und Gutachten.

Unvereinbarkeit

Wirtschaftsprüfer dürfen keiner Tätigkeit nachgehen, die mit ihrem Beruf als Wirtschaftsprüfer oder dem Ansehen dieses Berufes unvereinbar sind.

Eigenverantwortlichkeit

Wirtschaftsprüfer haben ihren Beruf in eigener Verantwortung auszuüben. Sein Handeln hat er selbst zu bestimmen. Er hat sich selbst ein eigenes Urteil zu bilden. Seine Entscheidungen hat der Wirtschaftsprüfer selbst zu treffen. Er trägt selbst die Verantwortung.

Berufswürdigkeit

Wirtschaftsprüfer haben sich berufswürdig zu verhalten. Dies bedeutet, Wirtschaftsprüfer haben sich innerhalb und außerhalb der Berufstätigkeit hinsichtlich des Vertrauens und der Achtung, die der Beruf erfordert, als würdig zu erweisen.

Nutzung der Online-Buchhaltungs-Software

Mit einer Online-Buchhaltungs-Software, wie lexoffice müssen Sie sich bezüglich der nächsten Wirtschaftsprüfung durch einen Wirtschaftsprüfer keine Sorgen machen. Korrekte Buchungen und Erstellungen von Jahresabschlüssen oder Bilanzen werden effizienter erledigt. Zudem fördert eine solche Online-Buchhaltungs-Software die Zusammenarbeit mit Steuerberatern.