Offene Handelsgesellschaft: OHG

Für die Gründung einer offenen Handelsgesellschaft (OHG oder auch ab und an oHG) schließen sich mindestens zwei Kaufleute zusammen.

Der Gesellschaftsvertrag unterliegt keinen Formvorgaben; ein schriftlicher Vertrag sollte aber in jedem denkbaren Fall unbedingt geschlossen werden. Falls die §§ 110 bis 122 HGB nicht ausgeschlossen werden sollen, gibt es es keine Formvorgaben für den Vertrag. Es reicht also die Willenserklärung der Gesellschafter, um ein Handelsgewerbe zu betreiben. Trotzdem muss natürlich das Gewerbe angemeldet und gegebenenfalls im Handelsregister eingetragen werden.

Ein Eintrag der Offenen Handelsgesellschaft ins Handelsregister ist Pflicht, aber ein Mindestkapital bzw. eine Mindesteinlage werden nicht vorgeschrieben. Sobald Grundstücke in die OHG eingebracht werden, ist ein Gang zum Notar unabdingbar.

Die Unternehmensführung der OHG berechtigt alle Gesellschafter zur Führung der Geschäfte berechtigt. Es sei denn, im Gesellschaftsvertrag wird ein Gesellschafter mit der Führung der Geschäfte beauftragt werden. Auch die Bestellung eines Prokuristen ist möglich.

Für Schulden der Gesellschaft haftet jeder Gesellschafter neben seinem Gesellschaftsvermögen auch mit seinem Privatvermögen, und zwar in unbeschränkter Höhe. Sofern es keine vertragliche Regelung gibt, haften alle Gesellschafter gleichermaßen für die OHG.

Eine Offene Handelsgesellschaft ist nicht einkommensteuerpflichtig, muss aber Gewerbesteuer und Umsatzsteuer abführen. Außerdem müssen die Gesellschafter jeweils für ihren Gewinnanteil Einkommensteuer abführen. Jedoch kann jeder Gesellschafter nur 4 % des für ihn festgestellten Anteils des Kapitals für sich entnehmen.