Sonderbilanz

Im Gegensatz zue ordentlichen Bilanz wird die Sonderbilanz anlässlich besonderer Umstände erstellt.

Im Gegensatz zur standardmäßig erstellten Bilanz zur Ermittlung des Jahreserfolgs werden Sonderbilanzen aus anderen Gründen erstellt:

Sie sollen darstellen, inwieweit die besagten Umstände oder Vorkommnisse die wirtschaftlichen Verhältnisse bestimmen.

Formen von zeitpunktbezogenen Sonderbilanzen:

Umwandlungsbilanz, Übernahmebilanz, Sanierungsbilanz, Liquidationsbilanz, Fusionsbilanz, Auseinandersetzungsbilanz, Eröffnungsbilanz bei Gründung, Sonderbilanz bei Unternehmensveräußerung.

Wie die Bilanz im Einzelnen gestaltet und gegliedert wird, hängt von ihrem Zweck ab.

Besonderheit: Das so genannte Sonderbetriebsvermögen der Mitunternehmer ist in der Sonderbilanz separat auszuweisen.
Denn Sonderbilanzen sind nicht für die Personengesellschaft, sondern für jeden Mitunternehmer aufzustellen. Jeder Mitunternehmer hat eine eigene Sonder-Bilanz.

Das gilt auch jeweils dann, wenn mehrere Mitunternehmer gemeinschaftliches Eigentum an einem Wirtschaftsgut des Sonderbetriebsvermögens haben.

Die Verpflichtung zur Aufstellung der Sonderbilanz (Buchführungs- und Aufzeichnungspflicht) betrifft nicht dem einzelnen Gesellschafter, sondern obliegt der Personengesellschaft/Mitunternehmerschaft (z.B. BFH vom 23.10.1990, BStBl II 1991, 401; ebenso s. H 4.1 »Aufzeichnungs- und Buchführungspflichten« EStH 2012).

Die Sonderbilanz inkl. der Sonder-GuV erfasst den Aufwand und Ertrag im Zusammenhang mit aktiven und passiven Wirtschaftsgütern des Sonderbetriebsvermögens wie beispielsweise AfA, Teilwertabschreibungen, Beteiligungserträge, Zinseinnahmen, Schuldzinsen, Entnahme-/Veräußerungsgewinne, Wertaufholungen), Vergütungen für die Tätigkeit im Dienst der Mitunternehmerschaft , Entgelte für Darlehen und Nutzungsüberlassungen an die Mitunternehmerschaft und ggf. sonstige Sonderbetriebsauseinnahmen und -ausgaben.

Sonderbilanzen sind in den Betriebsvermögensvergleich mit einzubeziehen.

Zum Sonderbetriebsvermögen gehören beispielsweise Wirtschaftsgüter, die im Besitz eines Mitunternehmers sind, jedoch für betriebliche Zwecke eingesetzt werden. Erzielte Sondervergütungen wie beispielsweise Pachteinnahmen innerhalb der Unternehmerschaft sind ebenfalls in der Sonderbilanz auszuweisen.

Durch Insolvenzen kommt Sonderbilanzen eine wichtige Bedeutung zu.

Sie müssen außer bei besonderen Anlässen aber auch für steuerliche Zwecke wie z.B. Wertkorrekturen erstellt werden.