Genossenschaften

Die Genossenschaft – eine Definition

 Laut des ersten Paragrafen des Genossenschaftsgesetzes ist eine Genossenschaft eine Gesellschaft, die durch den Zusammenschluss mehrerer, aber mindestens drei Personen, Unternehmen oder Gesellschaften entstanden ist. Durch einen gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb sollen alle Mitglieder wirtschaftlich von dem Zusammenschluss profitieren. Eine Genossenschaft stellt also eine Sonderform des wirtschaftlichen Vereins dar. Sie gilt erst dann als eingetragene Genossenschaft, wenn sie in das entsprechende Register eingetragen wurden. Von diesem Moment an ist sie rechtsfähig. Die Mitglieder können den Inhalt der Satzung ihrer Gesellschaft bis auf einige festgelegte Punkte ((§§ 6 ff. GenG) frei bestimmen. Klassische Genossenschaften sind zum Beispiel:

  • Zusammenschluss mehrerer Landwirte
  • Volks- und Raiffeisenbanken
  • Wohnungsbaugenossenschaften
  • Pflege- und Seniorengenossenschaften
  • Vereinigung einiger Handwerksbetriebe
  • Berufsgenossenschaften 

Gesetze rund um die Genossenschaft

Gesetzliche Grundlage für die meisten Bereiche ist das Genossenschaftsgesetz. Dieses wurde 2006 in einigen Bereichen reformiert, erweitert und an aktuelle Entwicklungen angepasst. Das Genossenschaftsgesetz baut sich wie folgt auf:

  • Errichtung der Genossenschaft
  • Rechtsverhältnisse der Genossenschaft und ihrer Mitglieder
  • Verfassung der Genossenschaft
  • Prüfung und Prüfungsverbände
  • Beendigung der Mitgliedschaft
  • Auflösung und Nichtigkeit der Genossenschaft
  • Insolvenzverfahren und Nachschusspflicht der Mitglieder
  • Haftsumme
  • Straf- und Bußgeldvorschriften
  • Schlussvorschriften

Da es sich bei der Genossenschaft rechtlich um einen Verein handelt, müssen Sie auch die entsprechenden Verordnungen des BGB beachten.

Aufbau und Besonderheiten einer Genossenschaft

Eine Genossenschaft besteht aus den drei Organen Vorstand, Aufsichtsrat und Generalversammlung. Bei kleinen Genossenschaften mit weniger als 20 Mitarbeitern muss kein Aufsichtsrat bestimmt werden. Wie in einem Unternehmen ist der Vorstand gleichzeitig Geschäftsführungs- und Vertretungsorgan, während dem Aufsichtsrat Überwachungsaufgaben zufallen. Die Generalversammlung stellt die Zusammenkunft aller Mitglieder dar. In Bezug auf Rechtsfragen ähnelt die Genossenschaft also einer Aktiengesellschaft

Zwar haften die Mitglieder nicht im Außenverhältnis, jedoch besteht eine sogenannte Nachschusspflicht in die Insolvenzmasse. Das bedeutet, dass die Mitglieder im Falle einer Insolvenz die Forderungen der Gläubiger ausgleichen müssen. In der Satzung kann dies jedoch ausgeschlossen oder auf eine bestimmte Haftungssumme begrenzt werden.

Die Rechnungslegung ist in verschiedenen Gesetzestexten verankert, die meisten davon sind im GenG selbst oder im HGB zu finden. Nach § 11 PublG ist eine Genossenschaft zur Erstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet. Der Jahresabschluss wird nicht von einem Wirtschaftsprüfer gesichtet, sondern von einem genossenschaftlichen Prüfverband. Kleinen Genossenschaften werden dabei einige Erleichterungen zuteil.