Stammkapital

Definition

Das haftende Kapital einer GmbH wird als Stammkapital bezeichnet. Dessen Höhe wird durch den Gesellschaftsvertrag festgelegt und im Handelsregister entsprechend eingetragen. Auf diese Weise kann jeder Gläubiger oder (potentielle) Geschäftspartner einsehen, wie viel Haftungskapital eine GmbH aufweist und Rückschlüsse ziehen, wie risikobelastet Geschäfte mit dieser sind.

Rechtliche Grundlagen

Juristische Grundlagen zum Stammkapital sind in §§ 3, 5, 7 GmbHG und § 14 GmbHG festgelegt.

1 Funktionen des Stammkapitals

Die Hauptfunktion des Stammkapitals ist die Beschränkung der persönlichen Haftung der Gesellschafter auf das „gezeichnete“ Kapital. Es gibt Gläubigern in seiner Garantiefunktion Auskunft darüber, welches Kapital ihnen als Haftungsmasse mindestens zumindest bei Beginn der Gesellschaft zur Verfügung steht. Aus dem Grundsatz der Kapitalerhaltung ergibt sich, dass das Stammkapital nicht an die Gesellschafter verteilt werden darf. Aufgrund seiner juristischen und handelsrechtlichen Relevanz muss das Stammkapital in einer konkreten Summe in der Satzung einer GmbH ausgedrückt sein und diese Summe muss ins Handelsregister eingetragen und veröffentlicht werden. Es ist möglich, dass das Stammkapital im Geschäftsbetrieb vollständig verwendet oder aufgezehrt wird. Es muss in diesem Fall nicht von den Gesellschaftern ersetzt werden. De facto gibt es folglich keine Pflicht, haftendes Eigenkapital in Höhe bestimmter Nennbeträge vorzuhalten, das Gläubigern zur Verfügung stehen müsste.

2 Höhe und Einzahlung des Stammkapitals

Es gibt verschiedene Wege, Stammkapital Einzuzahlen. Es kann

  • bei Gründung,
  • durch eine effektive Kapitalerhöhung
  • durch Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln

in eine Gesellschaft eingebracht werden.

Achtung

Verfahren der Kapitalherabsetzung

Wenn Gesellschafter aus ihrer Gesellschaft Vermögen entnehmen wollen, welches zur Erhaltung des Stammkapitals erforderlich ist, findet das gesetzlich normierte Verfahren der Kapitalherabsetzung Anwendung.

Für die Gründung einer GmbH gelten Mindestkapitalregelungen. Eine neu gegründete GmbH darf erst dann ins Handelsregister eingetragen werden, wenn auf jede Geldeinlage mindestens ein Viertel eingezahlt ist und der Gesamtbetrag der eingezahlten Stammeinlage mindestens 12.500 Euro beträgt. Für eventuell ausstehende Bareinlagen kann in der Satzung eine Fälligkeitsregelung vorgesehen sein. Alternativ kann es dem Geschäftsführer erlaubt sein, ausstehende Bareinlagen bei Bedarf abzufordern. Wenn derartige Regelungen fehlen, ist die Gesellschafterversammlung berechtigt, ausstehende Bareinlagen einzufordern.

Generell kann das Stammkapital durch Bareinlagen, Sacheinlagen oder Mischeinlagen sowie gemischte Sacheinlagen eingelegt werden.

Achtung

Einzahlungsbelege können nur bei besonderen Gründen verlangt werden

Über die Erbringung der Einlage kann das Registergericht nur dann Einzahlungsbelege verlangen, wenn besondere Gründe vorliegen Als ein derart besonderer Grund gilt beispielsweise ein Insolvenzverfahren gegen den Gründer oder andere juristische Bedenken (wie Strafverfahren) gegen die Gründerperson.