Checkliste für die Unternehmensgründung

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Vor der Gründung eines Unternehmens stehen Gründer:innen vor viele Fragen. Von der Rechtsform bis zu Anmeldungen bei den Behörden müssen einige Regelungen beachtet werden. Eine Checkliste, an der man sich orientieren kann, ist bei der Vorbereitung sehr hilfreich.

Motive und Geschäftsideen

Die Motivation ist ein wichtiger Faktor bei der Existenzgründung. Diese Motivation kann ganz unterschiedlich aussehen, Sie sollten sich aber darüber Gedanken machen, warum Sie ein Unternehmen gründen wollen. Von der Unabhängigkeit von Arbeitgeber:innen über die Begeisterung für eine bestimmte Arbeit bis hin zu einer guten Geschäftsidee kann es viele verschiedene Arten der Motivation geben.

Aus Ihrer Motivation heraus ein Unternehmen zu gründen, kann eine Menge zusätzliche Gedanken erfordern. Eine Geschäftsidee zu entwickeln, ist beispielsweise nicht ganz einfach. Sie müssen sich entscheiden, was Ihr Ansatz sein soll. Wollen Sie das Rad komplett neu erfinden oder reicht es Ihnen, eine Idee zu übernehmen? Ist der Markt groß genug für weiteren Wettbewerb?
Das richtige Mindset und die nötigen Voraussetzungen sind ebenfalls nicht zu unterschätzen. Die Unternehmensgründung ist keine Sache, die man mal übers Wochenende erledigt. Durchhaltevermögen und eine hohe Frustrationsgrenze sind unerlässlich. Eine konstruktive Denkweise und Talente im Vertrieb oder Führungsqualitäten sind je nach Ziel und Herangehensweise auch nicht zu verachten.

Für ein ausgearbeitetes Geschäftsmodell können Sie ein sogenanntes Business Model Canvas. Das ist eine Visualisierung Ihres Geschäftsmodells und Ihrer Ideen. Darauf befinden sich Punkte wie die wichtigsten Partner und Kund:innen und Kostenfaktoren oder Einnahmequellen.

Mithilfe eines Business Model Canvas können Sie sehr gut einen Businessplan erstellen und dadurch prüfen, wie gut ihr Geschäftsmodell funktioniert.

Statistik: Anteil der Gründer an der Erwerbsbevölkerung (Gründerquote)  in Deutschland von 2004 bis 2020 | Statista
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Finanzierung und Schutzrechte

Ein Finanzierungsplan ist ebenfalls keine schlechte Idee. Möglichkeiten gibt es viele: die Bank kann Sie vielleicht finanziell unterstützen, Investor:innen ebenfalls, Crowdfunding ist heutzutage ebenfalls eine beliebte Methode, um Ideen umzusetzen.

Unabhängig von Ihrer Entscheidung ergeben sich bestimmte Vor- und Nachteile. Wichtig ist aber, dass Sie sich im Vorfeld darüber Gedanken machen. Oft wird bei all den Entscheidungen, die bei der Unternehmensgründung getroffen werden müssen, ausgerechnet dieser Punkt vernachlässigt, dabei ist er einer der wichtigsten, denn ohne finanzielle Mittel lässt sich keine Firma aufbauen.

Ein Geschäftskonto ist übrigens nur für juristische Personen Pflicht. Dazu gehören beispielsweise Kapitalgesellschaften. Trotzdem ist es sinnvoll, ein privates und ein geschäftliches Konto zu führen.

Erkundigen Sie sich in jedem Fall bei öffentlichen Institutionen über mögliche Fördermittel oder kostenlose Beratungen. Anlaufstellen dafür sind beispielsweise die IHK, die Handwerkskammer oder die Bundesagentur für Arbeit. Häufig gibt es bestimmte Förderprogramme der Bundesländer, die bei der Existenzgründung in Anspruch genommen werden können.

Je nachdem, was Sie planen, müssen Sie sich auch um die Schutzrechte kümmern. Patente und Markennamen müssen Sie so früh wie möglich sichern. Dazu gehört natürlich auch der Name Ihres Unternehmens, Ihrer Produkte und die Domains, die Sie benutzen wollen.

Rechtsform und Team

Gründen Sie alleine, stellt sich diese Frage nicht unbedingt, wobei Sie natürlich noch zwischen Freiberuf, Kleinunternehmen oder Kleingewerbe entscheiden können. Meistens wird Ihnen diese Wahl aber schon durch den Beruf bzw. die Branche mehr oder weniger abgenommen.

Bei mehreren Gründer:innen bietet sich eine Gesellschaftsform an. Jede Form von Kapital- oder Personengesellschaft hat dabei ihre eigenen Vorteile und Nachteile. Die wichtigsten Absprachen unter den Gründer:innen werden in einem Gesellschaftsvertrag festgehalten. Dazu gehört auch die Bestimmung eines oder einer Geschäftsführer:in.

Als Unternehmer:in haften Sie grundsätzlich mit Ihrem Privatvermögen. Einzige Ausnahme sind Kapitalgesellschaften, bei denen mit dem Gesellschaftsvermögen gehaftet wird.

Ob Sie für Ihr Unternehmen ein Team benötigen oder alles alleine machen, hängt natürlich von Faktoren wie der Branche und der Unternehmensgröße ab. Auch die Rechtsform ist dabei entscheidend. Personen- und Kapitalgesellschaften haben grundsätzliche mehrere Gründer:innen. Freiberufler:innen hingegen müssen sich meistens erstmal alleine um alles kümmern.

Sind Sie Teil eines Gründungsteams, muss entschieden werden, wer für welche Aufgaben verantwortlich ist. Die Risikobereitschaft ist ebenfalls wichtig und auch die Frage, wer wie viel Zeit, Geld und Arbeit in das Unternehmen investiert. Vor allem die Verteilung des Stammkapitals ist bei Kapitalgesellschaften wichtig.

Handelsregister und Genehmigungen

Gesellschaften und Kaufleute müssen einen Eintrag ins Handelsregister vornehmen. Diesen Eintrag nehmen Sie beim zuständigen Amtsgericht vor.
Kapitalgesellschaften wie die GmbH gelten erst als abschließend gegründet, sobald der Handelsregistereintrag erfolgt ist. Um einen Eintrag ins Handelsregister vornehmen zu können, muss mindestens die Hälfte des Stammkapitals in die GmbH eingebracht worden sein.

Ein Eintrag ins Handelsregister verpflichtet automatisch zur doppelten Buchführung. Ansonsten reicht auch eine Einnahmenüberschussrechnung (EÜR).

Ob und welche Genehmigungen Sie benötigen, hängt vom Bundesland und der Branche ab. In der Gastronomie benötigen Sie beispielsweise eine Gaststättenkonzession, als Handwerksbetrieb kann eine Handwerkskarte notwendig sein, Pflegedienste benötigen eine Zulassung der Krankenkassen und so weiter. Informieren Sie sich also gut, was für Genehmigungen für Ihr Unternehmen erforderlich sind.

Weitere Anmeldungen

Je nach Branche und Rechtsform müssen Sie sich um weitere Anmeldungen kümmern.

Ein Eintrag in eine der zuständigen Kammern ist zum Beispiel Pflicht. Die einzelnen Berufskammern unterteilen sich branchenspezifisch und Sie müssen sich bei der für Ihr Unternehmen zuständigen Kammer anmelden. Die Gebühr ist je nach Kammer und Region unterschiedlich.

Das Gewerbeamt müssen Sie ebenfalls berücksichtigen, sofern Sie ein Gewerbe anmelden wollen oder gar müssen. Das hängt vor allem von Ihren voraussichtlichen Einnahmen ab.

Natürlich will auch das Finanzamt über die Gründung eines neuen Unternehmens informiert werden. Sie müssen dafür den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen und an das zuständige Finanzamt senden. Den Fragebogen finden Sie online unter anderem auf dem Portal ELSTER.

Je nach Branche, Unternehmensgröße oder auch einfach dem, was Sie mit dem Unternehmen vorhaben, können noch mehr Anmeldungen anfallen.

Versicherungen sollten Sie beispielsweise nicht vergessen. Neben der Krankenversicherung sind vor allem Versicherungen wichtig, die Sie und Ihr Unternehmen vor rechtlichen Problemen absichern. Dazu gehören beispielsweise eine Betriebshaftpflichtversicherung, die bei Schäden einspringt, eine Geschäftsinhaltsversicherung, die Ihre Räume und Einrichtungen schützt oder eine Rechtsschutzversicherung, die Sie davor schützt, wegen Rechtsschutzverletzungen verklagt zu werden.

Darüber hinaus müssen Sie sich auch um weitere Dinge kümmern. Brauchen Sie beispielsweise Personal, dann sollten Sie frühzeitig dafür sorgen, dass Bewerber:innen auf Ihr Unternehmen aufmerksam werden.

Der Weg zur Steuerberatung kann auch nie früh genug kommen. Sie sehen also, es gibt eine Menge zu beachten. Eine Checkliste und gute Business- sowie Finanzierungspläne helfen Ihnen, sich bei der Gründungsvorbereitung zu orientieren und nichts zu vergessen.

Marketing und Gewinnung von Kund:innen

Wenn Sie mit Ihrem Unternehmen erfolgreich sein wollen, müssen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam machen. Das beginnt schon während der Gründungsphase. Das Corporate Design sorgt für einen Wiedererkennungswert, den sich die Menschen einprägen. Egal, ob das Firmenlogo, die Website oder die Produkte, ein einheitliches Design, das direkt mit Ihrer Marke verbunden wird.
Kund:innen prägen sich Ihr Design ein, aber Sie müssen auch auf die richtige Kundschaft abzielen. Bestimmen Sie Ihre Zielgruppe und orientieren Sie sich an deren Vorlieben. Ihr Design, aber auch Ihre Kampagnen und Aktionen sollten immer die Zielgruppe im Blick haben, damit Sie den größtmöglichen Erfolg erzielen.

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