Crowdfunding

Crowdfunding ist ein System, das die Finanzierung von Projekten, Produkten, Dienstleistungen und mehr auf Basis zahlreicher Mikro-Investments zum Ziel hat. Aufgrund der Menge an kleinen Investitionen hört Crowdfunding im deutschen Sprachraum gelegentlich auch auf den Namen Schwarmfinanzierung. Im Gegensatz zu klassischen Finanzierungsvarianten findet Crowdfunding heute praktisch ausschließlich über das Internet statt. Investoren sind meistens Privatpersonen, die mit mehr oder weniger großen Beiträgen das jeweilige Projekt finanzieren.

Zur Definition: Was ist Crowdfunding?

Hinter Crowdfunding verbirgt sich eine Methode, um Dinge aller Art – sowohl physischer als auch digitaler Natur – zu finanzieren. Anders als bei Finanzierungen über große Geldgeber wie Banken oder finanzstarke Individuen, steht beim Crowdfunding die Masse vieler kleinerer Investitionen im Vordergrund. Auch, wenn die durchschnittliche Investitionshöhe für ein bestimmtes Projekt vielleicht nur 5 Euro beträgt, lassen sich durch eine ausreichende Menge an Kapitalgebern trotzdem Millionenbeträge erreichen. Für das Engagement der Unterstützer geben Projektleiter meistens bestimmte Belohnungen aus – wie vielleicht eine Kopie eines Musikalbums, das über Crowdfunding finanziert wird. Wichtig: Crowdfunding garantiert nur, dass ein Projekt auch umgesetzt wird. Die Finanzierung alleine hat jedoch keinen Einfluss auf die Qualität des fertigen Produkts oder der Dienstleistung, weshalb auch „schlechte“ Finanzierungsausgänge bekannt sind.

Entstehungsgeschichte von Crowdfunding

Der Begriff selbst entstand erst 2006, als Michael Sullivan die erste Person war, die Crowdfunding als Synonym für schwarmfinanzierte Projekte verwendete. Geschichtlich gesehen gab es jedoch bereits vor Jahrhunderten Crowdfunding-Projekte: Mozart finanzierte Klavierkonzerte, indem er das notwendige Kapital im Voraus sammelte und Unterstützern Notenmanuskripte als Belohnung anbot. Der Sockel der Freiheitsstatue wurde 1885 durch enormen finanziellen Aufwand der damaligen Bevölkerung von New York errichtet.

Crowdfunding, wie es heute im Internet auf Plattformen wie Kickstarter und Indiegogo stattfindet, hatte sich 2008 bzw. 2009 (die jeweiligen Start-Daten der beiden Plattformen) etabliert. Seit 2014 und 2015 sind beide Projekte auch in Deutschland offiziell verfügbar.

Wo findet Crowdfunding statt?

Anders als zu Mozarts Zeiten wird Crowdfunding heute über Plattformen im Internet abgewickelt. Populäre Beispiele wie Kickstarter und Indiegogo richten sich vor allem an kreative Projekte. Gleichzeitig existieren jedoch Anbieter, die etwa die Finanzierung von Öko-Strom versprechen, Investments in Start-ups zum Ziel haben und mehr. Das Internet hat sich auch aus dem einfachen Grund als Träger für Crowdfunding etabliert, da es dort besonders einfach ist, große Mengen an Personen in kurzer Zeit an einem Ort zu versammeln.

Wichtige Eckdaten aller Crowdfunding-Projekte

Jedes Crowdfunding-Projekt basiert immer auf einigen Rahmenbedingungen, welche die Art und Weise der Projektfinanzierung regeln. Dazu zählen die folgenden Parameter:

Laufzeit

Um „tote“ Projekte zu vermeiden, ist es im Crowdfunding üblich, einen Zeitrahmen für die Finanzierung von Projekten zu setzen. Wie eng oder weit dieser Rahmen gesteckt ist, wird den Projektleitern überlassen. Denkbar wäre also das Ziel, für ein beliebiges Projekt 200.000 Euro innerhalb von 30 Tagen zu sammeln. Falls dieses Ziel nicht erreicht wird, endet auch das Projekt. Das heißt, dass alle Unterstützer ihr Geld zurückerhalten und das Projektziel nicht umgesetzt wird. Die Laufzeit ist dabei sowohl von Seiten der Projektleiter als auch der Unterstützer wünschenswert: Sie macht es für Projektleiter einfacher, das Interesse an einem Projekt richtig einzuschätzen. Gleichzeitig bewahrt sie Unterstützer davor, die erwähnten toten Projekte zu finanzieren.

Mindestsumme

Jedes Projekt ist, wie bereits erwähnt, an eine Mindestsumme gekoppelt. Wird die Summe nicht erreicht, findet kein Projekt statt. Wichtig: Die festgeschriebene Summe bedeutet nicht zwingend, dass das Projekt rein auf Basis dieser Kosten realisiert wird. Denkbar ist es beispielsweise, dass Projektleiter eine bestimmte Summe vorgeben, um das Interesse der Allgemeinheit zu prüfen. Die eigentliche, unter Umständen viel größere Summe, die für die Umsetzung des Projekts notwendig ist, wird dann über andere Kanäle gesammelt. Um Unterstützer davon zu überzeugen, mehr Geld zu investieren, bieten viele Projektleiter gestaffelte Prämien an: Wer 10 Euro gibt, bekommt ein Musikalbum, bei 25 Euro ist jenes Album dann signiert – beispielsweise.

Diese beiden Eigenschaften bilden den Rahmen für jedes Crowdfunding-Projekt.

Wer ist Teil des Crowdfundings?

Prinzipiell: jeder. Da alles internetbasiert ist und kein „Eignungstest“ als Investor vorgenommen wird, kann ausnahmslos jede Person auf der Erde Crowdfunder werden. Ob es sich um große Summen oder kleine Beträge handelt, spielt keine Rolle. Große Unterschiede gibt es hingegen im Bereich der Motivation, die hinter einem Investment steckt.

Menschen können beispielsweise aus eigenem Antrieb in Projekte investieren. Der „Haben-will-Faktor“ gerade bei kreativen Projekten führt dazu, dass Menschen Investitionen vorstrecken, um damit etwa eine weitere Staffel ihrer Lieblingsserie oder ein bestimmtes Produkt zu finanzieren. Es kann aber auch die Vermögensmehrung im Vordergrund stehen: Crowdinvestment in Kredite oder Start-ups ist ein Mittel, um – langfristig – Rendite mit dem eigenen investierten Kapital zu erzielen.

Verwaltung mit Lexoffice

Um die zahlreichen individuellen Unterstützer im Crowdfunding nicht aus den Augen zu verlieren und einzelne Investments zu sortieren, bieten sich Programme wie Lexoffice an. Mit leistungsstarken Buchführungsfunktionen ist in diesem Programm alles integriert, um Crowdfunding umzusetzen und Daten dabei GoBD-konform zu speichern. Dies ist von jedem Gerät aus und ohne Installation möglich – sodass auch der Umgang mit dem Crowdfunding-Projekt nicht mehr an stationäre Geräte gebunden ist.