Steuerberater

Steuerberater sind Personen, die freiberuflich oder im Auftrag von Prüfungsgesellschaften steuerliche Angelegenheiten von Privatpersonen und Unternehmen regeln. Um Steuerberater in Deutschland zu werden, ist der Abschluss einer entsprechenden Prüfung unbedingt notwendig, etwa die Hälfte der Anwärter scheitert bei diesem Versuch. Abhängig von der jeweiligen Spezialisierung kann das Aufgabenfeld eines Steuerberaters sehr unterschiedlich ausfallen. Der Steuerberater, wie wir ihn heute kennen, fand im Gesetz erstmals 1933 Erwähnung.

Aufgaben eines Steuerberaters

Grundsätzlich besteht die Aufgabe eines Steuerberaters darin, Hilfesuchenden Beratung in steuerlichen Angelegenheiten zu geben. Dabei kann es sich um natürliche Personen wie Selbstständige, Freiberufler oder Angestellte ebenso handeln wie um Unternehmen. Was genau eine „Beratung“ ausmacht, hängt von den Ansprüchen der Klienten des Steuerberaters ab.

Übliche Prozesse umfassen etwa die Verfassung von Steuererklärungen. Diese Aufgabe können Privatpersonen zwar auch selbst regeln und auch Unternehmen können diese Aufgabe im eigenen Haus erledigen. Das komplexe deutsche Steuerrecht ist jedoch dafür verantwortlich, dass gerade Privatpersonen Ihre Steuererklärung nur selten so ausfüllen, dass die Steuerlast möglichst geringgehalten wird.

Weitere Aufgaben fallen wie folgt aus:

Der Steuerberater berät bei Fragen aus der Betriebswirtschaft und gibt dabei etwa Empfehlungen aus, nach denen Unternehmen dann handeln können.

Sollte es zu finanziellen Streitigkeiten vor Gericht kommen, kann ein Steuerberater vor Gericht Mandanten vertreten. Auch der Kontakt zum Finanzamt kann komplett über einen Steuerberater ablaufen, sofern dies vom Mandanten gewünscht ist.

Gerade Selbstständige und Freiberufler können durch eine Optimierung der Steuererklärung viel Geld sparen. Ein Steuerberater hilft dabei, die notwendigen Gesetze richtig anzuwenden.

Zusätzlich kann ein Steuerberater in zahlreiche Prozesse aus der Buchführung eingreifen. Er kann etwa die Finanzbuchhaltung übernehmen, Lohn- und Gehaltsabrechnungen prüfen, Jahresabschlüsse anfertigen, Überschussrechnungen für Kleinunternehmer erstellen und vieles mehr.

Wie eingangs bereits erwähnt, ist das Aufgabenfeld eines Steuerberaters extrem weit gefasst. Grundsätzlich kann er zu praktisch allen steuerlichen Fragen Hilfe leisten, was beispielsweise auch eine Existenzgründung für Start-ups einschließen kann. In der Realität befassen sich die meisten Steuerberater jedoch mit einem bestimmten Kerngebiet (Bilanzprüfer von Unternehmen übernehmen etwa selten die Abfertigung von Steuererklärungen für Privatpersonen).

Wer kann Steuerberater werden?

Um in Deutschland anerkannter Steuerberater werden zu dürfen, ist mindestens ein abgeschlossenes Studium in einer Wirtschafts- oder Rechtswissenschaft notwendig. Durch zusätzliche Abschlüsse steht es dem Steuerberater später offen, weitere Leistungen anzubieten (etwa Beratungen im Bereich rechtlicher Fragen, wofür auch ein Jura-Studium notwendig ist). Zusätzlich müssen angehende Steuerberater zwei Jahre auf Ihrem Gebiet praktizieren. Es steht jeder Person frei, wie diese zwei Jahre gestaltet werden. Aufgrund des einfacheren Einstiegs entscheiden sich viele dazu, einen Posten in einer Steuerberatungsgesellschaft anzunehmen.

Falls kein abgeschlossenes Studium vorliegt, besteht die Option, eine Berufsausbildung aus dem kaufmännischen Bereich sowie zehn Jahre Berufserfahrung vorzulegen. Diese zehn Jahre müssen allerdings ebenfalls in einer Branche geleistet werden, die steuerrelevant arbeitet und daher Bezug zur späteren Praxisaufgabe besitzt.

Zulassung als Steuerberater

Zusätzlich zu den soeben genannten Voraussetzungen besteht die Notwendigkeit, eine Steuerberaterprüfung abzulegen. Diese fällt sehr umfangreich aus und greift auch Bereiche des Steuerrechts aus, auf die sich der angehende Steuerberater später eventuell gar nicht spezialisieren möchte. Typische Felder sind das Rechnungswesen und die Betriebswirtschaft sowie Volkswirtschaft. Außerdem werden Steuerberater in dieser Prüfung zu Handels- und EU-Recht ebenso befragt wie zum Insolvenzrecht. Auch das BGB wird in diesem Prozess abgefragt.

Weitere Fragen beinhalten den Umgang mit Einkommenssteuern, das Verfahrensrecht in Bezug auf steuerliche Aktivitäten, Aufgaben in Bezug auf Erbschafts- und Grundsteuer und vieles mehr. Aktuell legt sich die Steuerberaterprüfung aus drei Arbeiten unter Aufsicht und einer mündlichen Prüfung zusammen. Es handelt sich um eine der schwierigsten Berufsprüfungen in Deutschland, jedes Jahr schaffen nur etwa 40 % der Bewerber diese Prüfung. Jeder der drei Teile besteht jeweils aus einer sechsstündigen Prüfung und alle Prüfungen müssen an aufeinanderfolgenden Tagen absolviert werden.

Organisation der Steuerberater

Steuerberater, die außerhalb großer Prüfungsgesellschaften arbeiten, sind grundsätzlich freiberuflich tätig. Organisiert sind sie in der Bundessteuerberaterkammer. Möchte eine Person mit abgeschlossener Prüfung seine Tätigkeit ausüben, muss sich der angehende Steuerberater zuerst von der Kammer bestellen lassen. Dies ist jedoch nur eine formale Hürde und an keine weiteren Schwierigkeiten gebunden.