Finanzbuchhaltung

Was ist Finanzbuchhaltung?

In der Finanzbuchhaltung (auch FiBu genannt), als Teil des betrieblichen Rechnungswesens, werden alle Kapitalbestände eines Unternehmens registriert. Zum betrieblichen Rechnungswesen gehören insgesamt folgende Sparten:

  • Die Planungsrechnung
  • Die Finanzbuchhaltung
  • Die Kosten- und Leistungsrechnung
  • Die betriebswirtschaftliche Statistik

Ihr Ziel ist es, die Gesamtergebnisse der jeweiligen Firma zu erfassen. Dazu werden alle Finanzbewegungen festgehalten, wie beispielsweise der Verkehr der Werte mit den Geschäftspartnern. Mittels der Buchführung werden diese aufgeführt und dann den jeweiligen Konten zugeordnet.

Ein solches Vorgehen ermöglicht die Dokumentation der genauen Vermögensverhältnisse sowie ihre Veränderungen. So kann nach dem Abschluss einer Periode, also einem Monat, einem Quartal oder einem Jahr, das Gesamtergebnis des Betriebes ermittelt werden.

Die Finanzbuchhaltung die nötigen Zahlen, um eine Bilanz sowie eine Gewinn- und Verlustrechnung erstellen zu können. Deren Werte geben Aufschluss über die Gesamtsituation Ihrer Firma.

Wer muss Finanzbuchhaltung machen?

Diese Pflicht basiert auf den Vorgaben, die beispielsweise im HGB geregelt sind und die der Gesetzgeber hinsichtlich der Buchführung vorschreibt. Nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) sind diese Regelungen für Gewerbetreibende und für Kaufleute gültig, wogegen Freiberufler und Kleingewerbetreibende die Möglichkeit der Einnahme-Überschuss Rechnung anwenden können.

Freiberufler, zu denen zum Beispiel Architekten und Ärzte gehören, sind generell nicht zur FiBu verpflichtet, außer wenn sie ihren Beruf in Form einer Handels-oder Kapitalgesellschaft ausüben, denn dann gilt der § 6 Abs. 1 HGB, der den Begriff der „Formkaufleute“ definiert und diese sind zur Finanzbuchhaltung verpflichtet. Auch im Steuerrecht in der Abgabenordnung (AO) wird der Begriff der sogenannten „derivativen“, also „abgeleiteten“ sowie „originären“ Buchführungspflicht genannt.

Als Unternehmer, auch als Existenzgründer, außer, Sie gehören zu den genannten Ausnahmen, sollten Sie sich vor Augen führen, dass die Finanzbuchhaltung in Ihrem eigenen Interesse liegt. Denn für alle erfolgreichen kaufmännischen Entscheidungen benötigen Sie die Übersicht über die kompletten relevanten Werte Ihrer Firma.

Arten der Finanzbuchhaltung

Als elementarer Teil des Rechnungswesens gelten für die Finanzbuchhaltung, je nach Größe und Aufgabe eines Betriebes, andere Buchhaltungsvorschriften. Sie können generell in drei Formen eingeteilt werden.

So stellt die Pauschalisierung eine äußerst einfache Aufzeichnungsform dar. Der Gesetzgeber erlaubt diese Art der Buchhaltung für kleine Unternehmen oder auch Ein-Mann-Betriebe, die lediglich einen geringen, dennoch regelmäßigen Umsatz erwirtschaften.

Die zweite Möglichkeit ist die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung. Diese gilt für kleine und mittlere Betriebe. Hier werden die Geschäftsfälle extra erfasst, wobei die Steuer gesondert ausgewiesen wird. Dennoch, da es keine Regel ohne Ausnahme gibt, kann es vorkommen, dass auch ein Einzelunternehmer zur Buchhaltung verpflichtet ist, da die Voraussetzung nicht in der Größe des Unternehmens besteht, sondern vielmehr der Umsatz maßgeblich ist. Erreichen Sie also in zwei aufeinanderfolgenden Jahren mehr als 700.000 Euro Umsatz, so sind Sie zur Finanzbuchhaltung beziehungsweise zur doppelten Buchführung verpflichtet. Ausgenommen von dieser Regelung sind Landwirte, da hier die Grenze bei einem Umsatz von 400.000 Euro liegt.

Schließlich existiert noch die doppelte Buchführung als ein zweiseitiges System, da die jeweiligen Ausgaben sowohl im Soll als auch im Haben vermerkt werden müssen. In diesem Rahmen bestehen auch zwei Erfolgsermittlungs-Arten, nämlich der sogenannte Vermögensvergleich sowie die Erfolgsrechnung. Die Letztgenannte ist die direkte Erfolgsermittlung und der Vermögensvergleich bezeichnet die indirekte Erfolgsermittlung.

Termine und Fristen

Folgende Termine sind für Sie bereits als Gründer auf jeden Fall, allerdings immer abhängig von der Art Ihrer Firma, einzuhalten:

Fazit

Generell ist es einfach im wahrsten Sinne des Wortes existenziell, dass Sie, als Unternehmer, über alle wichtigen Zahlen in Ihrem Betrieb Bescheid wissen. Das ermöglicht Ihnen, ungewollten Entwicklungen gegenzusteuern und auf der positiven Seite neue Potentiale zu nutzen, um beispielsweise Ihr Sortiment zu erweitern. Auch bei Gesprächen mit Ihrer Bank ist die genaue Kenntnis hinsichtlich aller finanziellen Fakten in Ihrer Firma von großem Vorteil.

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