Betriebliches Rechnungswesen

Jedes Unternehmen ist verpflichtet, ein betriebliches Rechnungswesen zu führen. Darunter versteht man die vollständige Erfassung, Auswertung und Kontrolle aller Daten der Buchhaltung. Die Größe des Unternehmens und die Gesellschaftsform sind dabei irrelevant. Die Buchhaltung, umgangssprachlich auch Buchführung genannt, kann durch eine externe Kraft oder durch eigene Mitarbeiter erfolgen.

Was ist Buchhaltung bzw. Buchführung?

Buchhaltung bzw. Buchführung ist die lückenlose sowie zeitlich und sachlich geordnete Dokumentation aller geschäftlichen Vorgänge. Buchführung ist die Darstellung eines Unternehmens in Zahlen. Das bis heute dominierende System ist die, schon im Mittelalter entwickelte, so genannte Doppelte Buchführung.

Buchführung kann zweckmäßig unterteilt werden:

  • Die Finanzbuchführung ist Basis für die Erstellung der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) sowie des Jahresabschlusses.
  • Die Betriebsbuchführung erfasst innerbetriebliche Kosten und dient der Preiskalkulation.

Dokumentation

Unternehmen unterliegen einer Dokumentationspflicht. Im Rahmen des betrieblichen Rechnungswesens zeichnet die Rechnungsstelle sämtliche Geschäftsfälle auf. Die Dokumentation erfolgt über Belege, die Beweisfunktion haben.

Information

Das betriebliche Rechnungswesen muss sämtliche Geschäftsvorgänge dokumentieren und gegenüber externen Parteien Rechnung ablegen. Informationen müssen an Stellen wie das Finanzamt weitergeleitet werden. Informationen dienen im internen Rechnungswesen für betriebsinterne Zwecke wie Planung und Steuerung des Unternehmens.

Kontrolle

Im Rahmen des betrieblichen Rechnungswesens soll das Unternehmen kontrolliert werden. Das Rechnungswesen soll die Leistung, Liquidität und Wirtschaftlichkeit des Unternehmens sicherstellen. Das Rechnungswesen erfasst und überwacht sämtliche Geld- und Leistungsströme.

Disposition

Das betriebliche Rechnungswesen stellt Informationen zur Verfügung, die als Grundlage für unternehmerische Entscheidungen dienen. Informationen sind die Basis für die weitere betriebliche Entscheidungsfindung.

Die Bereiche des betrieblichen Rechnungswesens

Das betriebliche Rechnungswesen lässt sich in verschiedene Bereiche untergliedern:

  • externes Rechnungswesen
  • internes Rechnungswesen
  • Planungsrechnung
  • Statistik und Vergleichsrechnung

Das externe Rechnungswesen soll die Möglichkeit schaffen, die Rechenschaftspflicht vor externen Stellen wie dem Finanzamt zu erfüllen. Informationen müssen auch für Kapitalgeber, Lieferanten und Kunden zur Verfügung gestellt werden. Das Rechnungswesen bedient sich verschiedener Instrumente, beispielsweise Bilanzen, Inventar, Buchführung und Lageberichte. Die Etablierung eines internen Rechnungswesens ist nicht verpflichtend, weshalb dieses von jedem Unternehmen mit einem anderen Ansatz ausgeführt wird. Das interne Rechnungswesen umfasst Instrumente wie Statistik, Vergleichsrechnung, Investitionsrechnung sowie Kosten- und Leistungsrechnung. Im Rahmen der Statistik und Vergleichsrechnung wird das aktuelle Quartal mit vorherigen Quartalen verglichen. Es wird eine Ist- und eine Soll-Rechnung aufgestellt und eine Planungsrechnung erstellt. Die Planungsrechnung umfasst unter anderem die folgenden Positionen:

  • Produktionsplan
  • Investitionsplan
  • Personalplan
  • Umsatzplan
  • Kreditplan
  • Beschaffungsplan
  • uvm.

Externes Rechnungswesen

Das Vermögen und die Schulden eines Unternehmens werden über die externe Erfolgsrechnung erfasst. Meist erfolgt der Überblick über eine Bilanz. Auch der Jahresabschluss inkl. Anhang sind in der Bilanz auszuweisen. Das externe Rechnungswesen unterliegt dem Handelsrecht. Fristen und Termine für das externe Rechnungswesen ergeben sich aus strengen, gesetzlichen Grundlagen.

Internes Rechnungswesen

Das interne Rechnungswesen ermittelt anfallende Kosten. Diese werden den verursachenden Stellen zugeordnet. Deshalb ist das interne Rechnungswesen ein wichtiges Instrument zur Kontrolle. Planung und Steuerung des Unternehmens werden so ermöglicht. Die absehbare Entwicklung des Unternehmens kann ebenfalls ermittelt werden. Fristen und Termine für das interne Rechnungswesen ergeben sich aus internen Richtlinien.

Das interne Rechnungswesen gliedert sich in diese Bereiche:

  • Die Kostenartenrechnung umfasst alle Kosten sowie deren Höhe, die in einem bestimmten Zeitraum angefallen sind.
  • Die Kostenstellenrechnung umfasst alle Kosten einer bestimmten Stelle sowie deren Höhe in einem bestimmten Zeitraum. Beispiele können Verwaltung, HR oder Vertrieb sein.
  • Die Kostenträgerrechnung zeigt, welche Produkte wieviel gekostet haben. Unterschieden wird zwischen Einzelkosten bspw. für Verbrauchsgüter. Gemeinkosten fallen dagegen bspw. für die Verwaltung an.

Was ist eine Kostenrechnung?

Die Kostenrechnung ist eine Disziplin des internen Rechnungswesens. Die Kosten werden erfasst, dokumentiert, einem Bezug zugeordnet und je nach Zweck ausgewertet, bspw. durch Selektionen oder Verknüpfungen. Bei der Kostenrechnung sind allgemeine Grundsätze und Mindestanforderungen einzuhalten, um eine Vergleichbarkeit der Daten zu gewährleisten.

Was ist eine Vergleichsrechnung?

In der Vergleichsrechnung werden vergleichbare Größen in Beziehung zueinander gestellt. Das Fehlen absoluter Maßstäbe für ökonomisches Handeln kann so kompensiert werden. Für die Vergleichsrechnung werden betriebliche Größen benötigt, die mindestens ein gemeinsames Merkmal haben.

Was ist eine Planungsrechnung?

Das Rechnungswesen orientiert sich an der Vergangenheit. Aber weil wirtschaftliches Handeln immer auf die Zukunft gerichtet ist, wurde die Planungsrechnung entwickelt. In der Planungsrechnung werden Ziele für künftige Zeiträume definiert und der Bedarf errechnet. Die Planungsrechnung dient nicht nur der Vorbereitung von betrieblichen Entscheidungen, sondern auch der Koordination verschiedener Stellen im Unternehmen. Je nach Bedarf und Komplexität der zu entscheidenden Fragen werden unterschiedliche mathematische Methoden für die Planungsrechnung verwendet.

 

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