ROI (Return on Investment) – Was ist das?

Definition des ROI

Der Return on Investment (ROI) ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl zur Rentabilität einer Investition. Sie bekommen Aufschluss darüber, wann sich eine Investition in neue Waren und Dienstleistungen wie Maschinen, Software und Cloud-Vorhaben bezahlt macht und damit Gewinn erwirtschaftet werden kann.

Der Return on Investment dient häufig zur Beurteilung von geplanten und getätigten Anschaffungen. Mit seiner Berechnung lässt sich jedoch auch die Leistungsfähigkeit eines ganzen Unternehmens oder von Teilbereichen erfassen.

Andere Begriffe für ROI sind daher auch Kapitalrentabilität, Kapitalrendite, Kapitalverzinsung, Anlagenrentabilität, Anlagenrendite, Anlagenverzinsung.

Mit dem Return on Investment können Entscheider:innen in Unternehmen also analysieren:

  • nach welcher Nutzungsdauer sich Kosten für neue Anschaffungen bezahlt machen
  • wie sich verschiedene Investitionsvorhaben und Angebote finanziell auswirken
  • wie unterschiedliche Geschäftsbereiche performen

Prinzipiell eignet sich der ROI für jeden Anwendungsfall, bei dem der Kapitalumschlag also der Rückfluss von investiertem Kapital ermittelt werden soll.

Beispiel: Verwendung der ROI Formel bei der Investition in eine neue Software

Ein Unternehmen entscheidet sich für eine neue Software zur automatisierten Rechnungsverarbeitung, die 10.000 Euro kostet. Aufgrund der Zeitersparnis, die das manuelle Prüfen, Freigeben, Weiterleiten, Verbuchen und Bezahlen der Rechnungen verursacht, spart sich das Unternehmen pro Monat 400 Euro. Nach 25 Monaten hat sich die Investition bezahlt gemacht, denn dann ist das aufgewendete Kapital zurückgeflossen.

ROI berechnen

Klassisch berechnet sich der ROI aus dem ermittelten oder errechneten Gewinnanteil und dem erforderlichen Kapitaleinsatz auf einen bestimmten Zeitraum gesehen. Allgemein kann er definiert werden als:

ROI Formel: ROI=Erfolg/Kapitaleinsatz

ROI berechnen im Beispielfall:

ROI = 4.800 Euro (Einsparungen in einem Jahr)/10.000 Euro = 0,48

Guter und schlechter ROI

Wäre der Erfolg größer und würde monatlich 500 Euro ausmachen, lässt sich bei Anwendung der ROI Formel folglich so der Return on Investment berechnen:

ROI= 6.000 Euro/10.000 Euro = 0,6

Wäre der Erfolg kleiner und würde monatlich 300 Euro ausmachen, lässt sich bei Anwendung der ROI Formel folglich so der Return on Investmentberechnen:

ROI=3.600 Euro/10.000 Euro = 0,36

Je größer der Wert, desto besser der ROI und desto schneller fließt das Kapital zurück. Ein guter Return on Investment ist also ein möglichst großer Wert.

Herausforderungen im Business

In der Unternehmenspraxis ist es jedoch oft nicht einfach, den Erfolg beziehungsweise die Einsparungen genau zu beziffern. Kann beispielsweise durch die schnelleren Prozesse tatsächlich Arbeitskraft eingespart werden oder verursacht die neue Software ebenfalls einen hohen Pflegeaufwand, der wieder dagegen gestellt werden muss?

Weitere Fragestellungen sind auch, wie sich Verwaltungskosten eindeutig auf eine Investition umlegen lassen und ob es weitere Kosten gibt, die nicht direkt zugeordnet werden können. Steigt der Einfluss indirekter oder allgemeiner Kosten, sinkt die Verlässlichkeit des ROI als Kennziffer für Rentabilität.

Um Kaufentscheidungen mit ROI-Betrachtungen zu treffen, müssen Sie sich häufig auf die Angaben der Anbieter des gewünschten Produktes oder Services verlassen. Wie hoch die Einsparungen nach dem Erwerb tatsächlich sind, können Sie ja erst im eigenen Betriebseinsatz ermitteln.

Besonders im IT-Umfeld lässt sich im Vorfeld oft nicht sagen, wie aufwändig die Implementierung tatsächlich ausfällt und wie hoch die Akzeptanz der neuen Lösung am Ende ist. Ist die Implementierung komplizierter als gedacht und die Akzeptanz geringer, ist der Erfolg niedriger und der Kapitaleinsatz höher, weshalb der ROI kleiner ausfällt. Welchen Return on Investment im Vergleich dazu ein anderes Produkt gehabt hätte, können Sie aufgrund der fehlenden Erfahrungswerte kaum sagen.

ROI Formel für den Business-Erfolg

Häufig ist es bei Investitionen in bestimmte Waren und Dienstleistungen nicht so einfach, den Erfolg zu beziffern und ihn auf eine Investition zurückzuführen. Bei der Betrachtung des Gesamt- oder Teil-erfolgs eines Unternehmens ist dieser ebenfalls schwer zu bestimmen. Daher gibt es auch verschiedene Varianten zum ROI berechnen.

Teilt man die ROI Formel in Faktoren auf, ergibt sich die Multiplikation aus Umsatzrendite und Kapitalumschlag

Umsatzrendite bzw. Umsatzrentabilität = Erfolg / Umsatz

Kapitalumschlag = Umsatz / Kapitaleinsatz

ROI = Umsatzrendite x Kapitalumschlag

oder

ROI = Erfolg / Umsatz x Umsatz / Kapitaleinsatz

Die Aufspaltung des Return on Investment in die Kennzahlen Umsatzrentabilität und Kapitalumschlag geht auf das vom Chemieunternehmen Dupont 1919 entwickelte Du-Pont-Schema zurück. Mit diesem Kennzahlensystem lassen sich die betrieblichen Kennzahlen weiter fortführen.

Umsatzrendite beziehungsweise Umsatzrentabilität

Die Umsatzrendite beziehungsweise Umsatzrentabilität berechnet sich aus dem Verhältnis von Gewinn und Umsatz innerhalb eines Betrachtungszeitraums. Daraus lässt sich ablesen, wie hoch der prozentuale Gewinn eines Unternehmens in Bezug auf einen bestimmten Umsatz ist. Eine Umsatzrentabilität von beispielsweise 20 Prozent bedeutet, dass mit jedem umgesetzten Euro 20 Cent Gewinn erzielt wurden. Je höher der Wert, desto rentabler ist das Unternehmen.

Kapitalumschlag

Der Kapitalumschlag ergibt sich aus der Relation von eingesetztem Kapitaleinsatz zum Umsatz in einem Betrachtungszeitraum. Der Kapitaleinsatz ist die Summe aus Eigen- und Fremdkapital. Alternativ dazu kann der Kapitaleinsatz auch aus dem Umlaufvermögen plus Anlagevermögen ermittelt werden. Generell lässt sich über den Kapitalumschlag bestimmen, wie viel Umsatz in einem bestimmten Zeitraum mit einer bestimmten Menge Kapital erzielt wurde.

Mit Umsatzrendite und Kapitalumschlag ROI steigern

Hohe Umsatzrenditen im Bereich von 15 bis 30 Prozent deuten auf Produkte mit hohen Margen hin, die beispielsweise im IT-Umfeld zu finden sind. Mit einer höheren Umsatzrendite lässt sich also der Return on Investment steigern, da dann die Multiplikation von Umsatzrendite x Kapitalumschlag zum ROI berechnen höher ausfällt.

Im Gegensatz zum IT-Umfeld sind zum Beispiel im Handel die Margen und damit die Umsatzrendite deutlich geringer. Doch auch hier lässt sich der ROI steigern, wenn der Kapitalumschlag gesteigert werden kann. So ist beispielsweise der Kapitalumschlag im Internethandel viel höher als im reinen stationären Handel, wodurch sich der ROI ebenfalls erhöht.

Verwandte Rentabilitätskennziffern

Für bestimmte Teil- und Fachbereiche existieren dedizierte Kennziffern für die Rentabilität:

ROAS (Return on Advertising Spendings) = (Umsatz – Gesamtkosten) x 100 / Werbekosten

Den Erfolg von Werbemaßnahmen können Sie berechnen, indem Sie den Gewinnanteil durch die Werbungskosten teilen und das Ergebnis mit 100 multiplizieren.

ROE (Return on Equity) = Gewinn x 100 / Eigenkapital

Der ROE ist eine Kennzahl für die Verzinsung des von Eigentümern gestellten Kapitals beziehungsweise dem Verhältnis von Gewinn zu Eigenkapital.

ROA (Return on Assets) = (Gewinn + Fremdkapitalzinsen) x 100 / (Eigenkapital + Fremdkapital)

Der ROA wird auch Gesamtkapitalrentabilität genannt und bezieht sich auf den Gewinn vor Zinsen und das gesamte Kapital.

Fazit zu Return on Investment

Der Return on Investment ist eine wesentliche betriebliche Kennzahl. Er gibt internen und externen Personen wie Investoren sowie Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern Aufschluss über die Rentabilität von Unternehmen und Unternehmensbereichen sowie über Investitionen in einzelne Produkte und Services. Damit lassen sich Rentabilitäts-Vergleiche und Investitionsentscheidungen in kleinen und großen Maßstäben treffen.

Zum ROI berechnen gibt es zwei Formeln beziehungsweise zwei Ansätze:

ROI = Erfolg/Kapitaleinsatz

Oder

ROI = Umsatzrendite x Kapitalumschlag

Je höher in der Praxis der Einfluss indirekter oder allgemeiner Kosten ist, desto niedriger ist die Verlässlichkeit des ROI als Kennziffer für die Rentabilität. Bei Kaufentscheidungen lässt sich der Return on Investment im Vorfeld nicht zuverlässig ermitteln, da sich der Investitionsaufwand und der erzielte Erfolg erst im Nachhinein exakt bestimmen lassen. Zudem wissen Sie nicht, wie die Verhältnisse bei einer anderen Kaufentscheidung gewesen wären, womit Vergleiche nur annäherungsweise möglich sind.