Marge (Handelsspanne)

Was bedeutet Marge?

Der Begriff Marge ist ein Synonym für das Wort Handelsspanne. Unter einer Handelsspanne versteht man die Differenz zwischen dem Einkaufspreis und dem Verkaufspreis einer Ware.

Wer eine Ware für 10 Euro einkauft und für 50 Euro weiterverkauft, hat für die Artikel beispielsweise eine Handelsspanne von 40 Euro erwirtschaftet.

Allerdings gilt: Marge ist nicht gleich Gewinn. Denn nur durch den Verkauf von Waren kann kein Gewinn ermittelt werden, da schlussendlich noch viele weitere Fixkosten in einem Unternehmen den Gewinn schmälern.

Die Arten von Margen

Abb 1: Die Arten von Margen

Marge und Gewinn: Was ist der Unterschied?

Zwischen Marge und Gewinn gibt es einen großen Unterschied: Ein Gewinn ist das reine Ergebnis, das übrigbleibt, wenn alle Kosten abgezogen wurde. Eine Marge hingegen ist das Ergebnis, das entsteht, wenn ausschließlich die zuordenbaren Kosten abgezogen werden.

Für beides ist die Grundlage die Handelsspanne. Dabei handelt es sich um den Aufschlag, der auf den Kaufpreis eines Produktes angesetzt wird, damit mit dem Produkt beim Weiterverkauf etwas verdient wird.

  • Die Marge ist das, was von der Handelsspanne übrigbleibt, wenn die zuordenbaren Kosten abgezogen werden.
  • Der Gewinn ist das, was von der Handelsspanne übrigbleibt, wenn auch die nicht zuordenbaren Kosten abgezogen werden.

Beispiel

Ein einfaches Beispiel: Sie verkaufen ein Produkt, dass Sie in der Anschaffung 100,00 Euro kostet. Damit Sie am verkauften Produkt etwas verdienen, schlagen Sie eine Handelsspanne von 40 Prozent auf. Sie verkaufen das Produkt also für 140,00 Euro.

Die Handelsspanne liegt bei 40,00 Euro. Davon ziehen Sie die zuordenbaren Kosten ab, die sich auf 10,00 Euro berechnen. Die Marge liegt also bei 30,00 Euro.

Wenn Sie jetzt noch die 12,00 Euro nicht zuordenbare Kosten abziehen, bleibt Ihnen ein Gewinn von 18,00 Euro pro verkauftes Produkt.

Bruttomarge, Nettomarge und EBIT-Marge

Zudem wird zwischen der Bruttomarge, der Nettomarge und der operativen Marge unterschieden. Dabei handelt es sich um Kennzahlen, die unterschiedliche Aussagekraft haben.

Die Bruttomarge zeigt an, ob insgesamt ein Gewinn erzielt werden kann.

Dafür wird diese Formel angewendet:

Bruttomarge = Bruttogewinn / Jahresumsatz x 100

Die Nettomarge ist auch als Umsatzrentabilität bekannt und gibt das Verhältnis von Gewinn und Umsatz an.

Die Formel dafür lautet:

Nettomarge = Gewinn / Umsatz x 100

Die operative Marge oder auch EBIT-Marge zeigt den prozentualen Anteil des operativen Gewinns am Umsatz an.

Für die Berechnung der EBIT-Marge wenden Sie diese Formel an:

EBIT-Marge = EBIT / Umsatz x 100

Grundlagen von Margen

Es ist üblich, Handelsspannen traditionell in Prozent anzugeben. Mit einer intelligenten Buchhaltungssoftware können unterschiedliche Handelsspannen durchdacht kalkuliert werden.

Der Einstandspreis eines Produktes ist der Einkaufspreis, der um Zuschläge oder Nachlässe ergänzt wurde. Dazu zählen auch Belastungen wie Transportkosten und Zölle.

Zur Vereinfachung der Kalkulation wird als Grundlage der Berechnung oftmals der Einkaufspreis zugrunde gelegt. Bei der Berechnung werden Netto-Beträge zugrunde gelegt.

Der Endkundenpreis ergibt sich, sobald der Preis um die Mehrwertsteuer ergänzt wird. Die Höhe einer Marge hängt stark von der Branche ab. Sie wird von verschiedenen Faktoren bestimmt, beispielsweise durch die Wettbewerbssituation, die Preissensibilität der Kund:innen und der Höhe der Produktionskosten.

Die Handelsspanne muss nicht nur den Einkaufspreis abdecken, sondern für sämtliche Restaufwendungen verfügbar sein. In Unternehmen werden traditionell verschiedene Handelsspannen ermittelt, um damit den verschiedenen Anforderungen am Markt gerecht zu werden.

Wenn der Einkaufspreis eines Produktes höher ist als dessen Verkaufspreis, liegt Dumping vor. Unternehmen versuchen ihre Marge so groß wie nur möglich ausfallen zu lassen.

Wenn der Endpreis durch eine harte Wettbewerbssituation im Großen und Ganzen unveränderbar ist, kann die Marge lediglich durch einen niedrigeren Einkaufspreis erhöht werden.

Fallende Margen können alternativ durch Einsparungen in anderen Bereichen ausgeglichen werden, beispielsweise bei Gehältern und Energiekosten.

Beispiel: Marge von Handelswaren

Abb. 1: Beispiel – Marge von Handelswaren

Marge berechnen

Die Berechnung der Marge ist simpel. Es handelt sich dabei immer um das Verhältnis von Kosten und Verkaufspreis, wie es bereits weiter oben beschrieben wurde.

Dafür muss aber zuerst die Handelsspanne berechnet werden.

Handelsspanne Formel

Die Handelsspanne ist die Differenz zwischen dem Nettoverkaufspreis und dem Einstandspreis. Es handelt sich bei beiden also um die Preise ohne Umsatzsteuer. Man spricht bei der Handelsspanne auch vom Rohgewinn.

Die Formel zur Berechnung der Handelsspanne lautet:

Handelsspanne = Nettoverkaufspreis – Nettoeinkaufspreis

Beispiel

Ein Beispiel für die Berechnung der Handelsspanne könnte so aussehen:

Sie kaufen ein Sofa für 250,00 Euro und verkaufen es für 500,00 Euro. Die Handelsspanne liegt also bei 250,00 Euro.

Handelsspanne = 500 – 250 = 250

Damit Sie das Sofa wieder verkaufen können, müssen Sie es neu polstern lassen. Das kostet Sie 50,00 Euro.

Die Marge liegt also bei 200,00 Euro.

Marge = 500 – 300 = 200

Die Marge kann allerdings erhöht werden.

Wie kann man Margen erhöhen?

Margen lassen sich erhöhen, wenn das Artikel-Management sich auf die richtigen Aspekte fokussiert. Diese sind:

  • die Investition in die richtigen Artikel – dabei handelt es sich um Artikel, die trotz höherer Margen weiterhin gut verkauft werden können
  • das Festlegen von Margen-Zielen – eine Produktpalette kann in Margen-Kategorien unterteilt werden und für jede Kategorie wird ein Ziel festgelegt
  • die Berechnung von finanziellen Chancen und Risiken – wird die Entwicklung von Produkten beachtet, kann rechtzeitig reagiert werden, sei es durch höhere Handelsspannen oder auch niedrigere, wenn sich ein Produkt nicht mehr gut verkauft

In manchen Fällen kann es sogar sinnvoll sein, auf eine negative Marge zu setzen.

Negative Margen

Eine negative Marge ist dann sinnvoll, wenn dadurch das Unternehmen weiterproduzieren kann, um immerhin vorübergehend weiterhin die Kosten zu decken. Dabei wird dann zwar kein Gewinn mehr gemacht, allerdings bleibt das Unternehmen bestehen, statt Schulden anzusammeln und in die Zahlungsunfähigkeit zu rutschen. Es ist besser, ein Produkt mit einer negativen Marge anzubieten, als gar nicht zu produzieren.

Ein weiterer Grund für eine negative Marge kann das sogenannte Lockvogelangebot sein. Dabei wird die Handelsspanne bewusst niedrig oder negativ angesetzt, damit Kunden und Kundinnen auf das Angebot aufmerksam werden. Wenn sie angelockt wurden, wird die Marge erhöht.

Fazit

Die Marge ist ein berechnetes Fragment innerhalb des Gewinns an einem verkauften Produkt. Sie stellt den Anteil am Gewinn dar, der noch von Kosten bereinigt werden muss. Die Handelsspanne kann aber in unterschiedlicher Form als auch Kennzahl dienen, die auf verschiedene Weise etwas über die Gewinnmöglichkeiten des Unternehmens aussagt.

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