EBIT

Was ist die Bedeutung von EBIT?

Die Abkürzung EBIT steht für Earnings Before Interest and Taxes. Zu Deutsch: Ergebnis vor Steuern und Zinsen. Es handelt sich dabei um eine Darstellung des Betriebsergebnisses und hilft Unternehmer:innen dabei, sich im internationalen Vergleich zu bewerten.

Die Definition von EBIT

Das EBIT ist eine bedeutende Zahl, mit deich in der Betriebswirtschaftslehre der Gewinn eines Unternehmens in einem bestimmten Zeitraum ablesen lässt. Als Kennzahl für das Betriebsergebnis werden beim EBIT alle außerordentlichen Aufwendungen und Erträge nicht einbezogen. Das EBIT ist sowohl in der Bilanz als auch in einer Einnahme-Überschuss-Rechnung als Betriebsergebnis zu finden.

Die Höhe von Steuern und Finanzierungszinsen sind von Land zu Land unterschiedlich. Deshalb lässt sich nach deren Abzug kein sinnvoller Vergleich auf internationaler Ebene erstellen. Das operative Ergebnis – wie EBIT auch bezeichnet wird – wird demnach weder von Steuern noch Zinsen beeinflusst, und so kann ein Unternehmen mit einem Gewinn von 30.000 Euro ein höheres EBIT haben als ein Unternehmen mit einem Gewinn von 50.000 Euro – etwa weil das erste hohe Steuer- und Zinszahlungen leisten musste, das zweite aber in einer Steueroase agiert. Dadurch ist das EBIT ein wichtiger Faktor, wenn Sie Ihr Unternehmen mit internationalen Unternehmen vergleichen wollen.

Die EBIT-Berechnung

Es gibt drei Möglichkeiten, das EBIT zu berechnen: Das Gesamtkostenverfahren, das Umsatzkostenverfahren und die Berechnung aus dem Jahresüberschuss. Mit allen drei Verfahren haben Sie die Möglichkeit, das EBIT als Zwischensumme der Gewinn- und Verlustrechnung Ihres Unternehmens zu ermitteln.

Berechnung des EBIT über die Kostenverfahren

Das Gesamtkostenverfahren wird überwiegend im deutschsprachigen Raum verwendet. Beim Gesamtkostenverfahren stellen Sie alle Einnahmen einer Geschäftsperiode, also etwa eines Wirtschaftsjahres, den Aufwendungen gegenüber, die im gleichen Zeitraum angefallen sind und verrechnen diese mit Bestandsveränderungen. Die Bestandsveränderungen werden durch eine Inventur festgestellt.

Das Umsatzkostenverfahren wird vor allem von börsennotierten Unternehmen oder Unternehmen, die international tätig sind, verwendet. Für die EBIT-Berechnung per Umsatzkostenverfahren stellen Sie alle Einnahmen einer Geschäftsperiode den direkten Kosten, die für diese Einnahmen unabdingbar waren, gegenüber. Bestandsveränderungen wirken sich nicht im Umsatzkostenverfahren aus. Zudem wird das Umsatzkostenverfahren gemäß einzelner Produkte aufgegliedert.

Bei beiden Verfahren erhalten Sie als Zwischenergebnis das sogenannte EBITDA. Die Abkürzung EBITDA steht für Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization – oder im Deutschen für Einnahmen vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf materielle und immaterielle Vermögenswerte steht. Ziehen Sie vom EBITDA also alle Abschreibungen ab, erhalten Sie das EBIT.

Berechnung über den Jahresüberschuss

Als Unternehmer:in sind Sie verpflichtet, in Ihrer Bilanz den Jahresüberschuss (= Nettogewinn) zu ermitteln. Sie können diesen dann aber auch für die Berechnung vom EBIT verwenden. Dazu rechnen Sie rückwärts, denn der Jahresüberschuss enthält bereits das Finanzergebnis, also Zinsen und Steuern. Rechnen Sie die Ertragssteuern sowie außerordentliche Ergebnisse und Zinsen aus Ihrem Jahresüberschuss heraus, erhalten Sie das EBIT als Ergebnis.

Die EBIT-Marge

Eine weitere wichtige Kennzahl in der Unternehmensanalyse ist die EBIT-Marge. Mithilfe der EBIT-Marge erlangen Sie Einblicke in die Ertragskraft und Rentabilität Ihres Unternehmens.

Bei der EBIT-Marge ermitteln Sie, wie das operative Ergebnis im Verhältnis zum Jahresumsatz Ihres Unternehmens ausgefallen ist.

Die EBIT-Marge im Detail

Über die EBIT-Marge können Sie ablesen, wie effektiv Ihr Unternehmen arbeitet. Diese Marge ist deshalb so wichtig, weil weder der Umsatz noch der Gewinn eine klare Aussage über die Effektivität Ihres Unternehmens ergibt.

Sicherlich können Sie auch bereits ohne betriebswirtschaftliches Grundwissen sagen, dass ein Unternehmen, das einen Umsatz von 100.000 Euro erwirtschaftet und daraus nur 5.000 Euro operativen Gewinn erzielt, nicht sonderlich rentabel ist. Stehen einem Umsatz von 100.000 Euro aber ein EBIT von 50.000 Euro gegenüber, ist das Unternehmen sicherlich gut aufgestellt.

Die EBIT-Marge wird in Prozent dargestellt und ergibt einen Richtwert, der allerdings je nach Branche abweichen kann. Eine EBIT-Marge zwischen 10 und 15 % gilt als gut.
Liegt die EBIT-Marge über 15 %, gilt Ihr Unternehmen als sehr rentabel. Bei einem Umsatz von 100.000 Euro entspricht das EBIT also 15.000 Euro und mehr.
Liegt die EBIT-Marge unter 5 %, bestehen Risiken bezüglich der Rentabilität Ihres Unternehmens. Bei einem Umsatz von 100.000 Euro entspricht das EBIT also 5.000 Euro oder weniger.

Für einen genaueren Vergleich müssen Sie sich über die EBIT-Marge innerhalb Ihrer Branche informieren. Vergleiche zwischen unterschiedlichen Branchen bieten sich bei der EBIT-Marge aus diesem Grund nicht an, und hinzu kommt, dass selbst innerhalb einer Branche große Schwankungen existieren. Im Luxus-Segment einer Branche ist die EBIT-Marge oft höher. Und besonders große, breit aufgestellte Unternehmen können mitunter auch mit geringen EBIT-Margen lukrativ sein.

So berechnen Sie die EBIT-Marge

Den Grundstein für die Berechnung der EBIT-Marge legen bereits das EBIT und der Umsatz. Teilen Sie das EBIT durch den Umsatz und multiplizieren Sie das Ergebnis mit 100, erhalten Sie die EBIT-Marge in Prozent.

Wenn Ihr Unternehmen beispielsweise ein EBIT von 20.000 Euro erzielt hat und der Umsatz sich im gleichen Geschäftsjahr auf 150.000 Euro beläuft, erhalten Sie eine EBIT-Marge von 13,3 %.

Die Kennzahl ist dann im guten Bereich und Ihr Unternehmen gilt als rentabel. Je höher die Kennzahl anhand dieser Berechnung ausfällt, desto rentabler und effektiver ist Ihr Unternehmen.