Rentabilität

Mit diesen Formeln können Sie die Rentabilität berechnen

Unter Rentabilität, auch Rendite, verstehen Wirtschaftswissenschaftler verschiedene Kennzahlen, die zur Bewertung des Betriebserfolgs eines Unternehmens herangezogen werden. Sie ist eine Verhältniszahl die immer die Beziehung zwischen zwei Bezugsgrößen zueinander darstellt. Meistens wird sie in einer Prozentzahl angegeben. Ein bestimmtes Maß an Rentabilität zu erreichen, ist in der Regel eines der Hauptziele eines Unternehmens.

Die Rentabilitätsformeln sind in der Regel immer nach dem gleichen Muster aufgebaut. Im Zähler steht eine bestimmte Gewinngröße, in den Nenner wird eine Kapitalgröße eingesetzt. Dadurch ergibt sich folgende Grundgleichung:

Rentabilitätskennzahl = Gewinngröße/Kapitalgröße

Diese Arten von Rentabilität gibt es

Die Kennzahl zur Ermittlung der Unternehmens-Rentabilität, die Ihnen am häufigsten begegnen wird, ist die Eigenkapitalrentabilität. Sie gibt die Rendite in einer bestimmten Rechnungsperiode, meist ein Jahr, an. Wie der Name bereits sagt, ist das Eigenkapital dabei die wichtigste Bezugsgröße. Sie steht im Nenner. Als Gewinngröße wählen Sie üblicherweise den Jahresüberschuss. Er wird in den Zähler eingesetzt. Die Eigenkapitalrentabilität-Formel lautet:

Eigenkapitalrentabilität = Jahresüberschuss/Eigenkapital

Als Ergebnis erhalten Sie die Verzinsung des Kapitals der Anteilseigner. Besonders in Bezug auf die wertorientierte Unternehmensführung steht die Eigenkapitalrendite immer mehr im Vordergrund. Umstritten ist aber die Frage, wie hoch diese in einem Unternehmen ausfallen soll. Dabei werden üblicherweise drei Standpunkte unterschieden:

  • Finanzstrukturelle Überlegungen:
    Hierbei wird die Höhe der Rentabilität des Eigenkapitals errechnet, die benötigt wird, um das Unternehmen finanziell im Gleichgewicht zu halten. Das ist dann gegeben, wenn ein Unternehmen alle finanziellen Verpflichtungen sowie die Ansprüche der Eigenkapitalgeber befriedigt werden können.
  • Kapitalmarkttheoretische Überlegungen:
    Nach diesem Ansatz wird die Mindestrentabilität des Eigenkapitals durch Theorien des Kapitalmarktes errechnet. Dazu zählt beispielsweise das Capital Asset Pricing.
  • Best-Practice-Modell:
    Einige Unternehmen bestimmen die eigene Mindesteigenkapitalrentabilität anhand von Vergleichen mit anderen Betrieben.

Eine weitere Rentabilitäts-Kennziffer, die Sie ferner kennen sollten, ist die Gesamtkapitalrentabilität. Sie bezieht sich auf das gesamte Kapital eines Unternehmens. Der Kapitalgewinn (Zähler) wird dabei aus dem Gewinn gebildet, bevor die Fremdkapitalzinsen abgezogen werden. Die Kennziffer sagt Ihnen also etwas über die Verzinsung des insgesamt eingesetzten Kapitals aus. Es ergibt sich folgende Formel:

Gesamtkapitalrentabilität = Kapitalgewinn/Gesamtkapital

Ein bedeutender Wert, den Sie aus diesen beiden Rentabilitätsgrößen bilden können, ist der sogenannte Leverage-Effekt. Dabei handelt es sich um das Verhältnis von Eigen- und Gesamtkapitalrentabilität. Demnach ist das Einsetzen von Fremdkapital nur dann von Vorteil, sobald die Gesamtkapitalrentabilität höher ist als die Zinsen des Fremdkapitals.

Eine weitere Kennzahl aus der Rentabilitätsrechnung ist der Return on Investment. Dabei wird anstelle des Kapitalgewinns der Jahresüberschuss eingesetzt. Die Formel verändert sich also wie folgt:

Return on Investment = Jahresüberschuss/Gesamtkapital

Die Fremdkapitalzinsen werden in dieser Rechnung außer Acht gelassen, denn der Jahresüberschuss unterscheidet sich vom Kapitalgewinn dahingehend, dass der Zins dort bereits subtrahiert wurde. Während die Gesamtkapitalrentabilität also ein Bruttowert ist, stellt der Return on Investment den entsprechenden Nettowert dar.

Es ist aber auch möglich, die Rendite auf den Umsatz zu beziehen. Sie stellt den kostenbezogenen Erfolg des Betriebs dar und kann ebenfalls in Netto- und Bruttoform berechnet werden:

Netto-Umsatzrentabilität = Jahresüberschuss/Umsatz

Brutto-Umsatzrentabilität = Kapitalgewinn/Umsatz

Im Zähler stehen also entweder Kapitalgewinn oder Jahresüberschuss. Der Name der Rentabilitätskennzahl ergibt sich aus dem Nenner, der zwischen Umsatz, Gesamtkapital oder Eigenkapital variieren kann. Mit diesen Kennzahlen kann ein Unternehmen einen Rentabilitätsplan erstellen und sich damit einen Überblick über das Betriebsergebnis verschaffen.

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