Steuerberatergebührenverordnung

Was kostet ein Steuerberater?

Was kostet ein Steuerberater?

Viele Unternehmer setzen auf die Hilfe eines Steuerberaters, um ihren eigenen Arbeitsalltag zu entlasten. Dabei stehen viele vor der Frage, welche Gebühren Steuerberater erheben. Was die Arbeit eines Steuerberaters kosten darf, ist in der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) geregelt. Diese wird vom Bundesfinanzministerium per Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates erlassen. Da die Verwaltungsbehörden im Jahre 2012 einige Anpassungen und Änderungen zur Überwachung des Gebührenrahmens vorgenommen haben, wurde der alte Begriff Steuerberatergebührenverordnung (StBGebV) in Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) umbenannt.

Die Steuerberatervergütungsverordnung dient Mandanten und Steuerberatern gleichermaßen. Mandanten haben so Planungssicherheit über die Kosten, die bei der Beratung steuerlicher Angelegenheiten oder für die Anfertigung von Jahresabschlüssen, Einkommensteuererklärungen und Co. auf sie zukommen werden. Denn höhere Gebühren als in der StBVV festgeschrieben sind zwar möglich, müssen jedoch schriftlich mit dem Mandanten vereinbart werden. Steuerberater hingegen sind durch die Regulierung der Konkurrenzsituation der Steuerbüros untereinander vor Preis-Dumping geschützt.

Berechnungsarten von Gebühren

Die Verordnung unterscheidet dabei in drei verschiedene Gebührenarten:

  • Wertgebühr: Richtet sich nach dem Gegenstandswert
  • Rahmengebühr: Bei Auskünften sowie der Lohnbuchführung
  • Zeitgebühr: Je nach Zeitaufwand

Für denselben Auftraggeber sind zudem auch Pauschalvergütungen in einem angemessenen Rahmen möglich. Eine entsprechende Vereinbarung unter Berücksichtigung der Tätigkeiten, der Höhe der Auslagen, der Umsatzsteuer usw. muss schriftlich festgehalten werden.

Die Steuerberatervergütungsverordnung ist dabei nur die Grundlage für die Steuerberatung im eigentlichen Sinne. Dazu zählen zum Beispiel auch die Hilfe bei der Erfüllung der Buchführungspflichten sowie die Erstellung von Jahresabschlüssen und Steuererklärungen. Alle weiteren Tätigkeiten und Beratungsaufgaben des Steuerberaters fallen nicht unter die Ansprüche der Steuerberatervergütungsverordnung.

Leistungsauskunft innerhalb der Steuerberatervergütungsverordnung

Die Steuerberatervergütungsverordnung legt den Rahmen fest, in dem der Steuerberater seine konkreten Gebühren festsetzen kann. Die genaue Höhe richtet sich in der Regel nach den Einkommens- und Vermögensverhältnissen des Mandanten sowie dem Umfang, der Schwierigkeit und der Bedeutung des Auftrags des Steuerberaters. In der StBVV sind spezielle Tabellen aufgeführt, die aufschlüsseln, welche Gebühr anhand eines Gegenstandswerts erhoben werden darf. Die Angabe 10/10 entspricht der vollen Gebühr, 2/10 eher einer simplen Leistung.

  • Tabelle A: Umfasst u.a. Beratungen (§ 21 StBVV), die Übermittlung von Anträgen an die Behörden (§ 23 StBVV), die Erstellung von Steuererklärungen (§ 24 StBVV) oder die Tätigkeiten im Verfahren einer Selbstanzeige (§ 30 StBVV).
  • Tabelle B: Umfasst u.a. die Aufstellung von Bilanzen und Jahresabschlüssen (§ 35 ff. StBVV), Besprechungen (§ 31 StBVV) oder die Ermittlung des Jahresüberschusses über eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (§ 25 StBVV) – entspricht also allgemein den sog. Abschlussleistungen.
  • Tabelle C: Umfasst u.a. die Buchführung (§ 32 StBVV), beispielsweise für Unternehmen. Im Sonderfall der Lohnbuchhaltung gelten wie oben erwähnt andere Rahmengebühren in Form von festen Vergütungen (§ 34 StBVV). Dies umfasst zum Beispiel die Einrichtung und Führung von Lohnkonten sowie die Anfertigung der Lohnabrechnungen.

In diesem Zusammenhang existieren noch die Tabelle D für landwirtschaftliche Buchführung und die Tabelle E für Rechtsbehelfsverfahren.

Achtung: Rechtsanwälte, die Steuerberatung leisten, rechnen ihre Leistungen nicht über die Steuerberatervergütungsverordnung ab, sondern nach § 34 des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes (RVG). Zudem gibt es keine Vorschriften, welche Summen im Falle einer steuerstrafrechtlichen Beratung abgerechnet werden müssen. Das Steuerberatervergütungsgesetz verweist hier ebenfalls auf das RVG.

Steuerberater-Kosten gering halten

Je besser die eigene Teilnahme bei steuerlichen Aufgaben und je gewissenhafter die Zuarbeit des Mandanten an den Steuerberater, desto weniger hat dieser zu tun. Dies bedeutet: Je ordentlicher die Unterlagen für den Steuerberater aufbereitet sind, desto geringer sind auch in der Regel die Kosten, die für die Arbeit und die Hilfeleistungen des Steuerberaters anfallen.

Zusammenarbeit mit dem Steuerberater via lexoffice

lexoffice bietet Ihnen als Mandant die Möglichkeit, Ihrem Steuerberater einen direkten Zugang zu Ihrer Buchhaltungssoftware einzurichten. Buchhaltung ganz einfach: So können Sie die Zusammenarbeit mit Ihrem Steuerberater noch effizienter und im Rahmen der Steuerberatervergütungsverordnung auch günstiger gestalten.

Tipp: Sie können die Kosten für die Steuerberatung ganz oder teilweise in der jährlichen Steuererklärung geltend machen.

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