Frachtbrief

Was ist ein Frachtbrief?

Bei einem Frachtbrief handelt es sich um ein Begleitdokument im Güterverkehr. Es dient dem Nachweis über den Abschluss eines Frachtvertrages zwischen dem Exporteur, also dem Absender, und dem Führer der Fracht. Das kann eine Luftverkehrsgesellschaft, die Eisenbahn oder ein Spediteur sein. Ein solches Dokument besitzt nicht nur eine Beweisfunktion, sondern der Frachtbrief beinhaltet ebenso, als bestimmte und spezielle Ausfertigung, das Verfügungsrecht des Absenders, das Frachtgut zurückzugeben, es anzuhalten oder es an einen anderen Empfänger zu liefern. Sobald jedoch das Gut nach der Ankunft an seinem Bestimmungsort dem Empfänger übergeben wurde, erlischt dieses Recht.

Die Geschichte des Frachtbriefs

Das Datum der Entstehung dieses Dokuments ist nicht bekannt. Der Meinung der Experten zufolge könnte der Frachtbrief spätestens mit der Kolonialisierung und dem damit zusammenhängenden Beginn des Handels mit Gewürzen, Zucker, Kaffee und Seide eine zunehmend bedeutende Rolle gespielt haben, da diese Waren spätestens ab dem 16. Jahrhundert, zum Teil jedoch weitaus früher, überwiegend mit Schiffen transportiert wurden. Um das Frachtgut besser zuordnen zu können, entwickelte man geeignete Transportdokumente, die ab dem Hafen bis zur Übergabe der Fracht an den Empfänger mitzuführen waren.

Welche gesetzlichen Grundlagen zum Frachtbrief sind maßgebend?

Die generelle Handhabung von Frachtbriefen ist aus den §§ 407 ff des Handelsgesetzbuches (HGB) zu entnehmen. Dort ist unter anderem festgelegt, dass der Frachtbrief bestimmte Angaben, wie den Ort sowie den Tag der Ausstellung, den Namen und den Wohnort des Frachtführers, den Namen des Empfängers, die Bezeichnung des Frachtgutes, den Ort der Ablieferung sowie Angaben über die Zahlung der Fracht, um nur einige Eckpunkte zu nennen, enthalten muss.

Darüber hinaus gibt es im internationalen Frachtgeschäft die Frachtbriefe, die dementsprechend internationalen Regelungen unterliegen, wie sie beispielsweise in den Einheitlichen Rechtsvorschriften für den Vertrag bezüglich der internationalen Eisenbahnbeförderung von Gütern, dem sogenannten CIM-Übereinkommen, niedergelegt wurden, um nur eine der zahlreichen Gesetze und Regelungen zu nennen. Denn nicht nur für die Beförderung mit der Eisenbahn, auch für den Straßengüter- sowie den Luftfrachtverkehr gelten diverse Vorschriften.

Der Aufbau und die Struktur eines Frachtbriefes

Wie bereits ausgeführt, müssen folgende Information in einem Frachtbrief enthalten sein:

  • Der Absender, der Frachtführer sowie der Empfänger des Gutes
  • Seine Menge, das Maß, das Gewicht sowie die Verpackungsart
  • Die Anschriften der Übernahme- sowie Empfängerstelle mit den dazugehörigen Angaben des Datums
  • Bei Gefahrgut detaillierte Angaben
  • Informationen zu Zoll- und Frachtkosten
  • Bekanntgabe über die Versandart

Die dreifache Originalausfertigung des Dokuments muss jeweils von Absender unterschrieben werden, wobei der Absender verlangen kann, dass der Frachtführerer den Frachtbrief ebenfalls unterzeichnet. In diesem Zusammenhang sind Nachbildungen der eigenhändigen Unterschriften durch Stempel oder Druck ausreichend. Eine Ausfertigung behält der Absender, eine ist für das Frachtgut bestimmt und ein Dokument verbleibt beim Frachtführer.

Welche Arten eines Frachtbriefes gibt es?

Je nach Beförderungsart gibt es den dafür vorgesehenen Frachtbrief:

  • Den Luftfrachtbrief
  • Den Bahnfrachtbrief
  • Den Seefrachtbrief
  • Den LKW-Frachtbrief
  • Den Frachtbrief, der für den kombinierten Verkehr bestimmt ist
  • Letztlich noch den Posteinlieferungsschein sowie die Kurierempfangsbestätigung

Der Frachtbrief: Termine und Fristen

Dieses Dokument muss vor dem Versand rechtzeitig fertig gestellt und mit den benötigten Unterschriften versehen sein, wobei für die Aufbewahrung von Frachtbriefen die Bestimmungen analog der Vorschriften über die Aufbewahrungsfristen von Belegen und Dokumenten gemäß HGB Gültigkeit haben.

Für wen gilt der Frachtbrief?

Dieses Dokument hat in erster Linie die Informationsfunktion hinsichtlich des Frachtgutes, des Absenders sowie des Empfängers.

Der Frachtbrief im internationalen Güterverkehr

Für den Transport von Frachtgut im internationalen Güterverkehr gelten verschiedenen Bestimmungen:

  • im internationalen Eisenbahnverkehr gilt das CIM-Abkommen über die entsprechenden Beförderungen
  • bei grenzüberschreitenden Straßentransporten gilt das CMR-Abkommen über den Transport im internationalen Straßengüterverkehr
  • beim Transport im Luftverkehr gelten das Warschauer Abkommen sowie die IATA

Warum ist es für Sie, als Existenzgründer, wichtig, sich mit dem Thema „Frachtbrief“ zu beschäftigen?

Dieses Dokument und alles, was in diesem Zusammenhang wichtig ist, spielt immer dann eine Rolle, wenn Sie im Transportwesen tätig werden wollen. Wie Sie lesen konnten, hat der Frachtbrief eine große Bedeutung mit folgenden Funktionen:

  • Als Informationsträger, da er über Menge und die Beschaffenheit des Gutes Auskunft gibt, als auch über den Absender, den Frachtführer sowie den Empfänger informiert. Auch für Lagerhalter und Spediteure besitzt dieses Dokument eine große Wichtigkeit.
  • Auch die Beweisfunktion ist ein bedeutender Bestandteil des Frachtbriefes, da hier festgehalten wird, dass der Frachtführer die Ware sowie die Verpackung bei der Übernahme bezüglich seines äußerlich guten Zustandes geprüft hat. Weiterhin umfasst die sogenannte „Beweisvermutung“, dass die Anzahl aller Frachtstücke sowie ihre Nummern oder Zeichen mit den Angaben im Frachtbrief identisch sind.
  • Schließlich spielt die Quittungsfunktion ebenso eine wesentliche Rolle, und zwar für den Vorgang der Übernahme, den äußeren Zustand und auch hinsichtlich der Zeichen und der Menge des Frachtgutes.

Warum ist die Nutzung einer Online-Buchhaltungs-Software wie „lexoffice“ im Zusammenhang mit dem Frachtbrief sinnvoll?

Wie ausgeführt, müssen Sie den Frachtbrief rechtzeitig vor dem Versand der Güter und Waren fertiggestellt und unterzeichnet haben. Da für die Aufbewahrung dieser Dokumente die Bestimmungen des HGB maßgeblich sind, ist es ratsam, wenn Sie sich, als Unternehmensgründer, zur pünktlichen Bewältigung aller Aufgaben für eine leistungsfähige, intelligente Software wie „lexoffice“ entscheiden. Denn dieses vielseitige Programm bietet Ihnen diverse Funktionen, wie Texterkennung, Buchhaltung, Banking sowie Zahlungsabgleich, mithilfe derer Sie die internen Prozesse Ihres Transportunternehmens oder Ihrer Spedition wesentlich verbessern können. Aufgrund der übersichtlichen Benutzeroberfläche bedienen Sie sich mit „lexoffice“ einer Software, deren Handhabung besonders leicht und selbsterklärend ist.

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