Frachtbrief

Der Frachtbrief für den Güterverkehr

Was ist ein Frachtbrief? Er ist ein Begleitdokument, das dem Nachweis eines abgeschlossenen Frachtvertrags zwischen Exporteur:in, Absender:in und Frachtführer:in dient. Der Frachtbrief wird in der Logistik im Luftverkehr, Schienenverkehr, Seeverkehr oder Straßenverkehr beim Transport von Ware genutzt.

Die Funktion eines Frachtbriefs

Der Frachtbrief dient nicht nur der Beweisfunktion. Er ist außerdem mit einer Verfügung ausgestattet, die die Berechtigung durch den oder die Absender:in beinhaltet, das Frachtgut zurückzugeben, anzuhalten oder an eine:n andere:n Empfänger:in zu liefern. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Fracht zwischengelagert werden muss, sozusagen wie das Postpaket in der Packstation, das dort von dem oder der Empfänger:in abgeholt werden muss. Sobald die Fracht im Besitz des oder der Empfänger:in ist, erlischt jedes auf dem Frachtbrief festgehaltene Recht.

Darüber hinaus dient der Frachtbrief natürlich der Information. Er enthält alle Angaben zu Größe oder Menge der Fracht, die Beschaffenheit ist darauf festgehalten und Absender:in, Empfänger:in sowie Frachtführer:in sind darauf vermerkt. Diese Informationen sind zum einen wichtig für die Lagerhaltung und Spediteur:innen, zum anderen haben sie auch für die Übernahme große Bedeutung.

Der Frachtbrief dient nämlich gleichzeitig als Quittung. Weicht die angegebene Menge ab oder stimmt die Beschaffenheit nicht mit den Angaben auf dem Frachtbrief überein, kann die Annahme durch den oder die Empfänger:in verweigert werden.

Die gesetzliche Handhabung von Frachtbriefen auf nationalem Boden ist im Handelsgesetzbuch festgehalten. Es sind einige Pflichtangaben zu machen, die vor allem eine Bezeichnung der Fracht, den Zielort und Angaben zur Zahlung der Fracht beinhalten.

Für das internationale Frachtgeschäft gelten eigene Gesetze, die entweder von den jeweiligen Ländern bestimmt werden oder sich auf international einheitliche Rechtsvorschriften stützen. Solche einheitlichen Rechtsvorschriften existieren für jede Art des Frachtverkehrs.

Im internationalen Eisenbahnverkehr gilt zum Beispiel das CIM-Abkommen als grundlegende Bestimmung für den Transport von Frachtgut.
Der Luftverkehr muss sich beim Frachttransport an das Warschauer Abkommen und die Vorgaben der IATA halten.

Im Straßengüterverkehr gilt das CMR-Abkommen, wenn der Transport von Fracht über die Ländergrenzen hinausgeht.

Der Aufbau

Frachtbrief ist nicht gleich Frachtbrief. Schließlich gibt es ihn für alle Arten des Frachtverkehrs und der Logistik. Dazu gehören:

  • der Luftfrachtbrief für die Luftpost
  • der Bahnfrachtbrief für den Schienentransport
  • der Seefrachtbrief für Lieferungen über den Seeweg
  • der LKW-Frachtbrief bzw. CMR-Frachtbrief für Speditionen
  • der Frachtbrief für kombinierten Verkehr für mehrere Transportwege, wenn beispielsweise die Fracht von einem LKW auf ein Schiff umgeladen werden muss
  • Posteinlieferungsscheine und Kurierempfangsbestätigungen, die eher für Postpakete kleineren Umfangs wichtig sind

Je nach Beförderungsart gelten andere Gesetze und Vorgaben für einen Frachtbrief.

Es gibt aber einige Angaben in einem Frachtbrief, die nach fast jedem Gesetz zu machen sind. Dazu gehören:

  • Name des oder der Absender:in
  • Name des oder der Empfänger:in
  • Name des oder der Frachtführer:in
  • Angaben zum Frachtgut wie Menge, Maß und Gewicht
  • Verpackungsart
  • Anschriften der Übernahme- bzw. Empfangsstelle mit dazugehörigem Datum
  • Wenn nötig, detaillierte Angaben zu Gefahrgut
  • Informationen zu Zoll- und Frachtkosten
  • Bekanntgabe über die Versandart

Der Frachtbrief wird jeweils in dreifacher Originalausfertigung von dem oder der Absender:in unterzeichnet. Der oder die Absender:in kann auch verlangen, dass der oder die Frachtführer:in ebenfalls eine Unterschrift leistet. Verpflichtend ist das aber nicht.

Der erste bleibt bei dem oder der Absender:in, den zweiten bekommt der oder die Frachtführer:in und der dritte kommt direkt zum Frachtgut.

Der Frachtbrief muss vor dem Versand fertiggestellt und unterschrieben sein.

Die Aufbewahrungsfristen orientieren sich an denen für Belege und Dokumente, wie sie im HGB festgelegt sind.

So füllen Sie ihn aus

Wie bereits gesagt, gibt es nicht den einen Frachtbrief. Trotzdem wollen wir anhand eines Beispiels einmal die einzelnen Bestandteile durchgehen. Für dieses Beispiel nehmen wir einen CMR-Frachtbrief für den Straßengüterverkehr, da das vermutlich der Frachtbrief ist, der am häufigsten genutzt wird.

Aus diesen Formularfeldern besteht der CMR-Frachtbrief:

  • Absender:in – Name, Adresse und Land
  • Empfänger:in – Name, Adresse und Land
  • Auslieferort des Gutes – Bestimmungsort und Bestimmungsland
  • Ort und Datum der Übernahme des Gutes – Ort, Land und Datum
  • beigefügte Dokumente – liegen dem Frachtgut Dokumente bei, müssen diese hier angegeben werden
  • Kennzeichen und Nummern – hier kommen das Kennzeichen und die Fahrgestellnummer des Transportfahrzeugs hin
  • Anzahl der Pakete
  • Art der Verpackung – Karton, Holzkiste etc.
  • Bezeichnung des Gutes – muss nicht zu ausschweifend sein; bei einem Auto zum Beispiel würde „Fahrzeug“ ausreichen
  • Statistiknummer – dabei handelt es sich um eine Zolltarifnummer
  • Bruttogewicht in kg
  • Volumen in m³
  • Anweisungen des oder der Absender:in – wenn Sie wichtige Angaben zur Fracht oder Anweisungen für den Transport haben, schreiben Sie diese in dieses Feld; das kann zum Beispiel sein, dass es sich um leicht zerbrechliche Ware handelt
  • Rückerstattung
  • Frachtzahlungsanweisung
  • Frachtführer:in – Name, Adresse und Land
  • nachfolgende Frachtführer:innen – Namen, Adressen und Länder; falls die Fracht das Transportmittel wechselt, wechselt auch der oder die Frachtführer:in
  • Vorbehalte und Bemerkungen des oder der Frachtführer:in
  • Zahlungsvereinbarung
  • Besondere Vereinbarungen – falls bei der Übergabe nicht in Geld gezahlt wird, zum Beispiel bei einem Tauschgeschäft, wird das hier vermerkt
  • Ausfertigungsort und -datum – Ort und Datum der Erstellung des Frachtbriefs
  • Signatur und Stempel des oder der Absender:in
  • Signatur und Stempel des oder der Frachtführer:in
  • Datum des Empfangs sowie Signatur und Stempel des oder der Empfänger:in

Im Grunde sind viele Teile des Frachtbriefs selbsterklärend. Manche werden von dem oder der Frachtführer:in ausgefüllt. Sie sollten also keine großen Schwierigkeiten beim Ausfüllen haben.