Marketing Mix

Was ist ein Marketing Mix?

Der Marketing Mix umfasst alle Aktivitäten und Strategien im Marketing eines Unternehmens. Die Instrumente im Marketing Mix zielen darauf ab, Kunden und Kundinnen gezielt mit dem eigenen Marketing anzusprechen. Dabei gibt es unterschiedliche Modelle, wobei das 4P-Modell am bekanntesten ist.

Die Definition vom Marketing Mix

Gutes und strategisches Marketing gehört in jedem erfolgreichen Unternehmen zum Alltag. Ein durchdachter Marketingplan ist dabei unumgänglich. Der Marketing Mix ist ein Tool, mit dem alle Marketingstrategien, Marketinginstrumente und Marketingaktivitäten koordiniert werden.

Das Ziel vom Marketing Mix ist es, neue Strategien zu entwickeln, bestehende zu erweitern und das Marketing besser direkt auf die Kundschaft zuzuschneiden, damit sich diese direkt angesprochen fühlt.

Entwickelt wurde der Marketing Mix in den 1960er Jahren. Die Herangehensweise ist so simpel wie einleuchtend: Einzelne Marketinginstrumente werden miteinander kombiniert, um zuvor festgelegte Ziele zu erreichen. Das steigert die Zufriedenheit der Kund:innen, indem die Zielgruppe gezielt angesprochen und deren Wünsche erfüllt werden.

Das ursprüngliche Modell vom Marketing Mix beinhaltet vier Aspekte. Es gibt aber auch eine moderne Variante, die noch drei zusätzliche Aspekte hinzufügt. Sowohl mit dem ursprünglichen Modell aus vier Kategorien als auch mit dem erweiterten Modell aus sieben Kategorien können Erfolge erzielt werden. Die erweiterte Variante ist aber besser an die modernen Ansprüche angepasst, die sich in den letzten 80 Jahren natürlich verändert haben.

Das 4P-Modell als Marketing Mix

Das „P“ in beiden Marketing-Mix-Modellen steht jeweils für die Säulen, die der Marketing Mix beinhaltet. Im 4P-Modell handelt es sich dabei um folgende Kategorien:

  • Product (Produktpolitik)
  • Price (Preispolitik)
  • Place (Distributionspolitik)
  • Promotion (Kommunikationspolitik)

Die Marketingstrategie eines Unternehmens besteht daraus, ein Produkt zu einem Preis anzubieten. Die Distribution beschreibt die Absatzwege, über die das Produkt verkauft wird und die Kommunikation ist der Weg, wie Kund:innen auf Produkte aufmerksam gemacht werden.

Die Ps im Marketing Mix sind im besten Fall perfekt aufeinander abgestimmt.

Product (Produktpolitik)

Die Produktpolitik ist der wichtigste Aspekt im Marketing Mix. Hierunter finden sich alle wichtigen Entscheidungen, die das Produkt selbst betreffen. Dabei kann es sich um eine Sachleistung oder eine Dienstleistung handeln.

Das Produkt ist der Kernaspekt, um den sich alle Entscheidungen drehen. Ohne Produkte braucht es kein Marketing, denn man hat nichts anzubieten. Bei den Entscheidungen, das Produkt betreffend, sollte der Blick immer schon auf die Kund:innen gerichtet sein.

Das gilt aber nicht nur für das Marketing und die Markenbildung, sondern auch für das Produkt selbst. Bereits Größe, Form, Beschaffenheit oder Umfang sollten mit einem Blick auf die Zielgruppe entschieden und entwickelt werden.

Durch die Klärung bestimmter Fragen, kann im Vorfeld bereits geklärt werden, wie das Produkt aussehen soll:

  • Wie soll das Produkt aussehen?
  • Sind Produktvariationen oder Produktdifferenzierungen sinnvoll?
  • Kann das Produkt ein anderes aus dem bereits bestehenden Sortiment ersetzen?
  • Welche Eigenschaften hat das Produkt in Bezug auf Design oder Qualität?
  • Welche Dienstleistungen oder Services beinhaltet das Produkt?

Price (Preispolitik)

Der Preis muss natürlich dem Produkt angemessen sein. Bei der Planung der Preispolitik darf die Zielgruppe aber nicht aus den Augen verloren werden. Um genau zu sein, ist die Zielgruppe bei der Preisgestaltung besonders wichtig, weil Sie wissen müssen, wie viel Geld Ihre Kund:innen bereit sind, für Ihr Produkt auszugeben.

Weitere wichtige Faktoren sind hier die anfallenden Kosten für das Produkt, die Nachfrage und auch die Konkurrenz, mit der man sich auf dem Markt messen muss. Ihr Produkt benötigt einen Preis, der wettbewerbsfähig ist, aber von den Kund:innen auch akzeptiert wird.

Dabei muss das Ziel immer sein, Gewinn zu machen und im besten Fall den Gewinn sogar zu maximieren. Dieses Ziel zu erreichen, hängt immer von den Umständen ab.

Ist der Markt bereits überlastet, muss der Preis niedrig ausfallen, um darauf bestehen zu können. Dabei spricht man auch von der Niedrigpreisstrategie. Im Gegensatz dazu kann bei der Hochpreisstrategie ein höherer Preis angesetzt werden, weil der Markt noch Platz bietet und die Kund:innen bereit sind, mehr zu zahlen.

Zur Preispolitik gehört aber nicht nur die Preisgestaltung. Auch mögliche Rabatte und generelle Zahlungsbedingungen müssen dabei berücksichtigt werden.

Hilfreiche Fragen, die bei der Preisfindung helfen, sind diese:

  • Wie hoch soll der Preis für das Produkt sein?
  • Werden Rabatte angeboten?
  • Wie sehen die Zahlungskonditionen aus?
  • Wie groß ist der Markt und der Wettbewerb?

Place (Distributionspolitik)

Bei der Distributionspolitik geht es vor allem um die Frage, wie das Produkt zu den Endverbraucher:innen kommt. Der Vertrieb bietet heutzutage mehr Möglichkeiten als noch vor einigen Jahren. Das Internet macht es möglich, dass ein Produkt nicht mehr zwingend im Ladenregal stehen muss.

Die verfügbaren Vertriebskanäle sind dabei ein wichtiger Faktor. Haben Sie ein eigenes Geschäft oder einen eigenen Online-Shop, können Sie das Produkt selbst anbieten. Andernfalls müssen Sie einen anderen Weg wählen.

Die Entscheidungen betreffen aber nicht nur das Endziel, sondern auch den Weg dorthin. Zum Distributionsweg gehört auch die Logistik, also die Frage, wie das Produkt in die Geschäfte gelangt.

Die Fragen, die Sie sich zur Distribution stellen sollten, sind diese:

  • Auf welchem Vertriebsweg soll das Produkt angeboten werden?
  • Welche Vertriebskanäle stehen zur Verfügung?
  • Gibt es interessierte Kooperationspartner für den Vertrieb des Produkts?

Promotion (Kommunikationspolitik)

Innerhalb des Marketings ist die Kommunikation eine der wichtigsten Säulen. Dabei geht es darum, in welcher Form und auf welche Weise an die Kundschaft vermittelt wird, dass das Produkt existiert und welche Vorteile es den Kund:innen bringt.

Die Möglichkeiten reichen von klassischer Werbung über aufdringliche Spots oder Pop-Ups, bis hin zu moderneren Methoden wie Social-Media-Marketing. Dabei wird zwischen Inbound- und Outbound-Marketing unterschieden. Beim Inbound-Marketing wird die Werbung so platziert, dass Kund:innen das Produkt finden. Beim Outbound-Marketing wird die Werbung direkt dort platziert, wo sich die Kund:innen aufhalten und auf die Zielgruppe abgestimmt.

Ob Inbound- oder Outbound-Marketing, die richtige Strategie sieht immer vor, die Kund:innen mit einem attraktiven Angebot für das Produkt zu begeistern. Dafür werden am besten die Elemente des Produkts hervorgehoben, die sich von der Konkurrenz unterscheiden.

Das Ziel ist es, Kund:innen für das Produkt zu gewinnen und langfristig an das Unternehmen zu binden.

Wichtige Fragen, die Sie in dem Zusammenhang beantworten sollten, sind folgende:

  • Welche Kommunikationswege stehen zur Verfügung?
  • Soll Inbound- oder Outbound-Marketing im Fokus stehen?
  • Ist Direct-Marketing, bei der Kund:innen gezielt kontaktiert werden, eine Option?
  • Bieten sich Messen an, um mein Produkt zu präsentieren?
  • Ist Sponsoring eine Möglichkeit?

Das 7P-Modell als Marketing Mix

Beim 7P-Modell kommen wie bereits erwähnt noch drei weitere Säulen zu den vier bereits vorhandenen hinzu. Dadurch wird der Marketing Mix modernisiert und an die heutigen Anforderungen angepasst.

Die zusätzlichen Kategorien sind:

  • People (Personalpolitik)
  • Process Management (Prozesspolitik)
  • Physical Facilities (Ausstattungspolitik)

People (Personalpolitik)

Die Mitarbeiter:innen eines Unternehmens sind nach außen hin Vertreter der Werte des Unternehmens. Vor allem im Verkauf oder Kundenmanagement, wo die Angestellten direkt mit den Kund:innen in Kontakt treten, ist es wichtig, die Werte des Unternehmens zu vertreten.

Das gelingt vor allem durch motivierte Mitarbeiter:innen und gut geschultes Personal. Möglichkeiten zur Weiterbildung und Aufstiegschancen innerhalb des Unternehmens sind Motivatoren, die in modernen Betrieben sehr wichtig sind.

Process Management (Prozesspolitik)

In der Prozesspolitik handelt es sich um alle Abläufe innerhalb der Dienstleistung oder Entstehung und Verkauf eines Produkts. Wichtig ist dabei vor allem Effizienz. Abläufe können angepasst und optimiert werden.

Dabei sind immer auch kundenorientierte Geschäftsprozesse zu etablieren, die die Zufriedenheit der Kund:innen steigern. Dabei lässt sich vor allem mit einer Frage arbeiten, die lautet:

  • Wer macht was, wann, wie und womit?

Physical Facilities (Ausstattungspolitik)

Dieser Aspekt ist vor allem im Bereich der Dienstleistungen wichtig, denn der Standort des Unternehmens kann von großer Bedeutung sein.

Die Wahrnehmung von Kund:innen können durch den Standort beeinflusst werden und sind auch logistisch gesehen ein wichtiger Faktor. Werden beispielsweise häufig große Waren angeliefert, sollte die Zufahrt zum Unternehmen dies auch ermöglichen. Handwerksbetriebe, die vor allem innerhalb der Region Aufträge bekommen, sollten auch dort ihren Standort haben und erreichbar sein.

Dazu kommt auch die interne Einrichtung des Unternehmens. Die ist vor allem dann wichtig, wenn es sich um persönliche Dienstleistungen handelt. Eine Bäckerei sollte sauber sein und das Kundenbüro einladend wirken. Die Einrichtung muss zum Angebot passen.

Beispiele für die Anwendung der Marketinginstrumente im Marketing Mix

Bevor der Marketing Mix gezielt umgesetzt werden kann, muss zuerst eine Marketingstrategie ausgearbeitet sein. Seien Sie sich im Klaren darüber, was die Ziele mit dem Marketing Mix sind und wie diese erreicht werden sollen.

Der Marketing Mix dient dann der Aufbereitung eines Marketingkonzepts. Dazu beantworten Sie alle hier im Artikel aufgeführten Fragen. Das müssen Sie nicht alleine tun. Beziehen Sie möglichst viele Mitarbeiter:innen mit ein. Veranstalten Sie Brainstormings und Meetings, in denen gemeinsam ein Konzept entwickelt wird.

Dabei kommen meistens sehr viele unterschiedliche Ansätze zusammen, auf denen weiter aufgebaut werden kann. Grundsätzlich sollten aber immer die wichtigsten Fragen eindeutig geklärt werden.

Nehmen wir mal an, Ihr Unternehmen verkauft Softdrinks. Die erste Überlegung wäre dann, welche Sorten Sie anbieten und zu welchem Preis diese Sorten angeboten werden sollen. Je nach Strategie, Zielgruppe und Sorten kann der Preis höher oder niedriger ausfallen. Handelt es sich um die üblichen Geschmacksrichtungen, ist der Markt bereits überschwemmt und ein niedriger Preis ist angebracht. Verkaufen Sie hingegen spezielle Sorten, die es sonst nicht überall gibt, darf der Preis auch höher ausfallen.

Verkaufen Sie die Softdrinks an Getränkemärkte oder direkt über Ihren eigenen Shop? Im Bereich der Kommunikation bietet der Getränkemarkt den Vorteil, dass Kund:innen automatisch auf Ihre Getränke aufmerksam werden, wenn sie diese im Geschäft sehen. Beim Verkauf übers Internet, müssen Sie die Aufmerksamkeit auf andere Weise erregen.

Jede Entscheidung kann über den Erfolg entscheiden, deshalb ist es immer gut, sich mehrere Meinungen einzuholen und viele unterschiedliche Ideen und Vorschläge untereinander abzuwägen. Es gibt nie das eine perfekte Konzept, aber funktionierende Konzepte gibt es immer.