Eigenkapitalfinanzierung

Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Eigenkapitalfinanzierung“?

Unter Eigenkapitalfinanzierung versteht man die Finanzierung eines Unternehmens, die, im Gegensatz zu einer Fremdkapitalfinanzierung, aus dem eigenen Geld und Vermögen der Firmeneigentümer oder eines alleinigen Eigentümers bestritten wird. Im Gegensatz dazu kommt bei einer Fremdkapitalfinanzierung das Geld für eine Firma von unternehmensfremden Personen, beispielsweise von einer Bank, in Form eines Kredites. Anders als das Fremdkapital steht demzufolge das Eigenkapital dem Unternehmer ohne Einschränkung und Befristung zur Verfügung. Gesprochen wird in diesem Zusammenhang ebenso von „Eigenmitteln“ im Unterschied zu „Fremdmitteln“.

Die gesetzlichen Grundlagen der Eigenkapitalfinanzierung

Wenn Sie ein Unternehmen gründen möchten, dann kommt es im Wesentlichen darauf an, um welche rechtliche Unternehmensform es sich handelt, da verschiedene gesetzliche Regelungen bezüglich einer solchen Finanzierung greifen. So ist zum Beispiel bei Kapitalgesellschaften ein vom Gesetzgeber vorgesehenes Mindest-Eigenkapital zu erbringen. Bei einer Aktiengesellschaft sind das gemäß § 7 des Aktiengesetzes (AktG) 50.000 Euro bei einer „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ (GmbH) gemäß § 5 Abs. 1 „Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung“ (GmbHG) 25.000 Euro sowie bei einer haftungsbeschränkten „Unternehmergesellschaft“ (UG) 1,00 Euro. Den jeweiligen Einzahlungsnachweis müssen Sie dem Handelsregister bei der Eintragung Ihres Unternehmens vorlegen.

Aufbau, Struktur sowie Arten der Eigenkapitalfinanzierung

Grundsätzlich wird das Eigenkapital immer auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesen. Dabei besteht das Eigenkapital zum größten Teil aus Rücklagen, die sich oft aus früheren Rücklagen zusammensetzen. Daher ist der Unternehmensgewinn auch eine der Hauptquellen für das Eigenkapital, für das der Unternehmer haften muss. Relevant ist dies besonders für kleine und mittlere Firmen, die keinen oder nur einen unbeträchtlichen Zugang zum Kapitalmarkt besitzen. So ergibt sich das Eigenkapital, das auch als „Reinvermögen“ bezeichnet wird, rein rechnerisch aus der Differenz des Gesamtvermögens sowie der Gesamtschulden.

Im Gegensatz zu Personengesellschaften und Einzelfirmen, die ein variables Eigenkapitalkonto führen, wobei der Gewinn und der Verlust direkt dem Eigenkapitalkonto zugewiesen werden, verfügen Kapitalgesellschaften über ein konstantes Kapitalkonto. Dieses wird bei einer Aktiengesellschaft „Grundkapital“ und bei einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung, also einer GmbH, „Stammkapital“ genannt.

Weiterhin kann das Eigenkapital einer Firma von außen, beispielsweise per Kapitalerhöhung durch Einlagen oder aber von innen zugeführt werden, indem das Unternehmen auf Gewinnausschüttung, der sogenannten „Gewinnthesaurierung“, verzichtet.

Das Eigenkapital und seine Berechnung

Dieser Posten hat innerhalb der Bilanz eine besondere Bedeutung. Die rein rechnerische Ermittlung des Eigenkapitals ergibt sich aus der Differenz aller Vermögens- sowie Schuldposten außer dem Eigenkapital. Diese Art der Ermittlung erklärt sich daher, dass die Summe der Bilanz sowohl auf der Aktiv- als auch auf der Passivseite vom Wert her gleich sein muss. Deswegen wird häufig die Bilanzsumme der Aktivseite abzüglich aller Schulden zur Berechnung als rechnerisches Hilfsmittel herangezogen. Oft sind in dem bilanziellen Eigenkapital auch stille Rücklagen enthalten, die zu diesem Eigenkapitel dazugerechnet werden. Das Ergebnis ist dann die Summe des effektiven Eigenkapitals.

Für welche Personen kommt die Eigenkapitalfinanzierung in Frage?

Diese Art der Finanzierung ist immer dann, wenn Sie ein Unternehmen gründen möchten, nicht nur die optimale, sondern auch vom finanziellen Aspekt aus betrachtet, die günstigste Möglichkeit der Finanzierung. Selbst wenn Sie zur Bewältigung einer Eigenkapitalfinanzierung auf Ihr Erspartes zurückgreifen und damit den Verzicht auf den Zinsertrag in Kauf nehmen müssen, entscheiden Sie sich immer noch für die deutlich günstigere, da preiswertere Lösung, als wenn Sie zum Beispiel Zinsen für einen aufgenommenen Kredit zahlen und somit auf Fremdkapital zurückgreifen würden.

Warum ist es gerade für Sie, als Gründer, wichtig, sich mit Eigenkapitalfinanzierung zu beschäftigen?

Wenn Sie sich für diese Form der Finanzierung entscheiden, sind Sie, als Unternehmer, ungebunden und können Ihre Entscheidungen frei von äußeren Einflüssen fällen. Sie haben so die Möglichkeit der Wahl, wie Sie Ihr Kapital einsetzen wollen und welche unternehmerischen Maßnahmen Sie für angemessen und richtig halten. Auch ist natürlich Ihre Bonität bei Ihrem Bankinstitut umso besser, je höher Ihr Eigenkapital ist. Denn die Eigenkapitalfinanzierung beweist, dass Sie mit Ihren eigenen finanziellen Ressourcen ohne die Inanspruchnahme fremder Hilfe auskommen. Aus diesen Gründen ist für Sie, als Gründer einer Firma, die Eigenkapitalfinanzierung immer der optimale Weg.

Warum ist die Nutzung einer Online-Buchhaltungs-Software wie „lexoffice“ im Zusammenhang mit der Eigenkapitalfinanzierung sinnvoll?

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