Holding

Die Holding als Unternehmensstruktur

Eine Holding ist keine eigene Rechtsform, sondern eine Struktur mehrerer Unternehmen, bei dem ein Unternehmen als Mutterunternehmen agiert. Weitere Unternehmen sind in der Hierarchie darunter eingegliedert und wirtschaftlich voneinander abhängig.

Die Definition der Holding

Was ist eine Holding? Sie baut darauf auf, dass es ein Mutterunternehmen gibt, das Anteile an anderen Unternehmen hält. Daher stammt auch ihr Name, denn es leitet sich vom englischen Verb „to hold“ – also „etwas halten“ – ab.

Die Unternehmen, deren Anteile das Mutterunternehmen hält, sind diesem Mutterunternehmen untergeordnet. Das ergibt eine absteigende Hierarchie und die sogenannte Holding, bei der alle Unternehmen miteinander verbunden sind.

In den meisten Fällen ist der Zweck einer Holding, unterschiedliche Geschäftsbereiche in den untergeordneten Unternehmen zusammenzufassen, die im zentralen Mutterunternehmen vereint werden.

Im Mutterunternehmen bündeln sich die zentralen Aufgaben, wie die Verwaltung von Beteiligungen, strategische Planungen und Finanzierungspläne, die auch die Tochtergesellschaften einschließen.

Das Mutterunternehmen in der Holding-Struktur hat also unmittelbaren Einfluss auf die untergeordneten Tochterunternehmen, deren Anteile es besitzt.

Eine Holding besteht in der Regel aus mindestens drei Unternehmen und exakt einem Mutterunternehmen, das auch als Muttergesellschaft bezeichnet wird. Diese Muttergesellschaft steht an der Spitze.

Organisation und Gliederung einer Holding sind nicht fest vorgeschrieben und kann beispielsweise bei Großkonzernen nach Ländern vorgenommen werden oder auch nach Geschäftsfeldern. Es kommt dabei auch auf die Größe und Komplexität an. Bei kleinen Holdings mit einfachen Strukturen kann es zum Beispiel sein, dass das Mutterunternehmen nur für bestimmte Services der Tochterunternehmen wie juristische Beratung oder die Finanzplanung zuständig ist.

Eine Holding folgt also keiner festgelegten Struktur, sondern kann sehr flexibel aufgebaut werden. Es gibt aber bestimmte Formen der Holding, die zumindest einen Rahmen bilden.

Holding-Strukturen

Die Struktur einer Holding ist häufig davon abhängig, was ihr überwiegender Zweck ist. Dieser Zweck kann recht unterschiedlich sein und reicht von der erwähnten Übernahme bestimmter Services für die Tochtergesellschaften durch die Muttergesellschaft bis hin zu einem kompletten Netz von Geschäftsbereichen, die vom Mutterunternehmen auf verschiedene Tochterunternehmen verteilt werden.

Allen Holdings gleich ist, dass niemals ein Unternehmen das gesamte Risiko trägt. Weder das Mutterunternehmen noch die Tochterunternehmen. Die einzelnen Gesellschaften haften dabei für gewöhnlich beschränkt mit dem eigenen Vermögen und erst dann die Muttergesellschaft.

Die Möglichkeiten, eine Holding aufzubauen und zu strukturieren, sind also zahlreich. Deshalb wollen wir hier auf einige Möglichkeiten ein wenig genauer eingehen.

Die operative Holding

Die vermutlich am weitesten verbreitete Form ist die operative Holding. Dabei handelt es sich um eine Hierarchie von Unternehmen unter einer Muttergesellschaft, die selbst ebenfalls operativ am Markt tätig ist.

Die Beteiligungen an den Tochtergesellschaften werden also neben dem normalen Geschäft getätigt. Es geht bei der operativen Holding also nicht nur um die Beteiligung und Verwaltung, sondern es ist ein weiteres Geschäft neben dem Kerngeschäft des Mutterunternehmens.

Die organisatorische Holding

Geht es rein um die Strukturierung eines Unternehmens, handelt es sich um eine organisatorische Holding. Wie bereits in diesem Artikel angeschnitten, nutzen beispielsweise Großkonzerne diese Form der Holding, um die Geschäftsbereiche nach Ländern oder Geschäftsbereichen zu strukturieren.

Sinn der organisatorischen Holding ist vor allem, die Übersicht über einzelne Aspekte zu behalten, indem diese neu gegliedert oder umstrukturiert werden. Dabei kommen dann die Tochterunternehmen ins Spiel, die jeweils einen Teil der Neugliederung bzw. Umstrukturierung übernehmen.

Die Finanzholding

Bei der Finanzholding steht die Optimierung der Finanzerträge im Mittelpunkt. Diese fließen aus den Beteiligungen der Muttergesellschaft an den Tochtergesellschaften. Das Mutterunternehmen hat dementsprechend großes Interesse daran, dass diese Finanzerträge höher werden, also die Tochterunternehmen wirtschaftlich erfolgreicher werden.

Das Mutterunternehmen einer Finanzholding fokussiert sich also darauf, Finanzbeteiligungen an untergeordneten Unternehmen zu halten, diese zu verwalten und zu optimieren, damit alle dadurch finanziell besser dastehen.

Die Management-Holding

Bei der Management-Holding steht die Beratung und die strategische Planung für Tochterunternehmen durch das Mutterunternehmen im Vordergrund. Dafür werden in der Regel Services rund um das Management in der Muttergesellschaft gebündelt. Die Tochtergesellschaften haben diese dann je nach Bedarf verfügbar und können immer darauf zurückgreifen.

Das Management ist bei der Management-Holding vor allem für die langfristigen Planungen und die zukunftsorientierte Ausrichtung zuständig. Es kann aber natürlich zu jedem Zweck in Anspruch genommen werden, der eine Beratung oder Hilfe bei bestimmten Planungen erfordert.

Was ist eine Holding AG?

Bei einer Holding AG ist die Aktiengesellschaft die Muttergesellschaft, die Inhaberin einer oder mehrerer Tochtergesellschaften ist.

Eine Holding muss nicht immer aus einer AG bestehen. Es kann genauso gut eine GmbH oder eine UG handeln. Auch Mischformen aus unterschiedlichen Arten von Rechtsformen sind möglich.

So gründet man eine Holdinggesellschaft

Da es sich bei der Holding nicht um eine Rechtsform handelt, sondern um eine Struktur von Unternehmen, ist es im Grunde recht einfach, sie zu gründen oder besser gesagt aufzubauen.

Zuerst muss logischerweise ein Unternehmen gegründet werden, das als Muttergesellschaft dienen soll. Beim Namen des Unternehmens ist es übrigens ratsam, nicht das Wort „Holding“ einzubeziehen. Der Begriff wird meistens abgelehnt, weil er als verwirrend betrachtet wird. Ob ein Firmenname durchgeht, können Sie durch die IHK prüfen lassen.

Als Mutterunternehmen bietet sich als Rechtsform die GmbH oder eine andere Gesellschaftsform mit beschränkter Haftung an. Durch die beschränkte Haftung ist das eigene finanzielle Risiko gemindert. Außerdem dauert die Gründung einer GmbH nicht so lange wie die anschließende Gründung mindestens zweier Unternehmen, die als Tochtergesellschaften dienen sollen.

Die Tochterunternehmen sind rechtlich gesehen eigenständige Unternehmen, die wirtschaftlich unselbstständig sind und deshalb vom Mutterunternehmen abhängig sind.

Die genauen Details werden in einem Beherrschungsvertrag zwischen Muttergesellschaft und Tochtergesellschaft definiert. Darin geht es vor allem um das Rechtsverhältnis der Unternehmen zueinander.

Wie mit den Gewinnen von Tochtergesellschaften verfahren wird, hält ein Gewinnabführungsvertrag fest. Darin kann festgelegt werden, dass alle Gewinne eines Tochterunternehmens an das Mutterunternehmen abgeführt werden.

Eine Holdinggesellschaft mit bestehenden Unternehmen aufbauen

Der Aufwand beim Aufbau einer Holding aus bereits bestehenden Unternehmen ist höher, als wenn die Unternehmen einer Holding-Struktur von Grund auf neu gegründet werden.

Das Problem ist in dem Fall, dass die Anteile der angedachten Tochtergesellschaften auf die erst zu gründende Muttergesellschaft übertragen werden müssen. Das ist zum einen mit sehr viel bürokratischem Papierkram verbunden und kann zudem zu steuerlichen Nachteilen bei allen beteiligten Unternehmen führen.

Ob sich dieser Schritt also lohnt, muss eher im Einzelfall entschieden werden. Die komplette Neugründung einer Holding mit all ihren Unternehmen ist der einfachere Weg.

Ein Unternehmen gilt übrigens als Tochtergesellschaft, wenn eine Muttergesellschaft mindestens zehn Prozent der Anteile hält. Meistens befindet sich die Tochtergesellschaft aber im mehrheitlichen Besitz der Muttergesellschaft – also bei mehr als 50 Prozent. Die häufigste Variante ist die hundertprozentige Tochtergesellschaft, bei der die Muttergesellschaft 100 Prozent der Anteile hält. Das kommt daher, dass die meisten Holdings komplett neu gegründet werden und die Tochtergesellschaften ohnehin nur der Unterordnung zur Muttergesellschaft dienen, ohne die sie nicht existieren würden.

Innerhalb der Tochtergesellschaften kann es auch noch Schwestergesellschaften geben. Dabei handelt es sich um Unternehmen, die durch das Kapital einer Muttergesellschaft gegründet wurden und auf einer Ebene stehen.

Bekannte Beispiele für eine Holding

Die Metro AG hat als Kerngeschäft den Großhandel und ist auf 678 Märkten vertreten. Der Großkonzern nutzt die organisatorische Holding-Struktur, um seine Geschäfte im Ausland zu gliedern. Dafür hat die Metro AG das Geschäft auf Regionen aufgeteilt: Metro Deutschland, Metro Westeuropa, Metro Osteuropa, Metro Russland und Metro Asien.

Die Media-Saturn-Holding GmbH kennen vermutlich alle durch ihre Elektronik-Fachmarktketten MediaMarkt und Saturn. Dabei sind die einzelnen Märkte rechtlich selbstständige Unternehmen, die aber in der Kapitalmehrheit der MediaMarktSaturn Retail Group gehören.

Holdings gibt es einige und die Strukturen, so wie die Zwecke, sind meistens unterschiedlich. In den meisten Fällen bekommt man nach außen hin auch gar nicht mit, bei welchen Unternehmen es sich um Teile einer Holding handelt, da die Abläufe rein intern sind und für Kund:innen kaum von Interesse sind.