Innergemeinschaftliches Dreiecksgeschäft

Ein innergemeinschaftliches Dreiecksgeschäft ist ein Reihengeschäft, bei dem eine steuerliche Vereinfachungsregel geltend wird. Innergemeinschaftliche Dreiecksgeschäfte liegen immer dann vor, wenn drei Unternehmen aus verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten über ein- und dieselbe Ware Geschäfte abschließen, und wenn die Ware dabei unmittelbar vom ersten Unternehmen zum letzten Unternehmen gelangt.

Bedingungen für ein innergemeinschaftliches Dreiecksgeschäft

Nach § 25b des deutschen Umsatzsteuergesetzes (UStG) müssen vier Voraussetzungen erfüllt sein, damit ein Geschäft als innergemeinschaftliches Dreiecksgeschäft gilt:

  • Genau drei Unternehmen (erster Lieferer, erster Abnehmer, zweiter Abnehmer) schließen ein Geschäft über ein- und denselben Gegenstand ab. Die Ware wird unmittelbar vom ersten Lieferer zum zweiten Abnehmer befördert.
  • Die Unternehmen sind in jeweils drei unterschiedlichen EU-Mitgliedsstaaten durch eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (UID-Nummer) erfasst.
  • Die Ware wird grenzüberschreitend von einem Mitgliedsstaat in einen anderen Mitgliedsstaat befördert.
  • Die Ware wird entweder durch den ersten Lieferer oder durch den ersten Abnehmer befördert oder versendet.

Beispiel für ein innergemeinschaftliches Dreiecksgeschäft

Ein deutscher Unternehmer (zweiter Abnehmer) bestellt bei einem belgischen Händler (erster Abnehmer) einen Lkw. Der belgische Händler wiederum bestellt den Lkw direkt beim französischen Produzenten (erster Lieferer) und veranlasst, dass der Lkw direkt an den deutschen Unternehmer geliefert wird. Ein Dreiecksgeschäft liegt auch dann vor, wenn der belgische Händler (erster Abnehmer) den Lkw beim französischen Produzenten (erster Lieferer) abholt und an den deutschen Unternehmer (zweiter Abnehmer) liefert.

Kein Dreiecksgeschäft liegt hingegen vor, wenn der deutsche Unternehmer (zweiter Abnehmer) den Lkw beim französischen Produzenten (erster Lieferer) abholt oder die Abholung veranlasst.

Innergemeinschaftliche Dreiecksgeschäfte: Die Vereinfachungsregel

Bei innergemeinschaftlichen Dreiecksgeschäften kommt eine umsatzsteuerliche Vereinfachungsregel zum Einsatz. Grundsätzlich führt das Dreiecksgeschäft für den belgischen Händler (erster Abnehmer) zu einem innergemeinschaftlichen Erwerb und in der Folge zu einer steuerpflichten Inlandslieferung. Ohne die Vereinfachungsregel müsste der belgische Händler (erster Abnehmer) im Bestimmungsland Deutschland Umsatzsteuer abführen und sich somit steuerlich registrieren.

Die Vereinfachungsregel bewirkt nun, dass die Steuerschuld vom belgischen Händler (erster Abnehmer) direkt auf den deutschen Unternehmer (zweiter Abnehmer) übergeht. Dadurch kann der belgische Händler darauf verzichten, sich im Bestimmungsland Deutschland steuerlich zu registrieren.

Sinn und Zweck der Vereinfachungsregel ist es, den Verwaltungsaufwand für den ersten Abnehmer zu senken und dadurch den EU-weiten Handel zu fördern.

Rechnungsstellung

Liegt ein innergemeinschaftliches Dreiecksgeschäft vor, so ist bei der Rechnungsstellung Folgendes zu beachten:

  • Der erste Abnehmer muss an den zweiten Abnehmer eine Rechnung erstellen, aus der klar hervorgeht, dass es sich um ein innergemeinschaftliches Dreiecksgeschäft handelt.
  • Die Rechnung des ersten Abnehmers muss einen klaren Hinweis enthalten, dass die Steuerschuld auf den zweiten Abnehmer übergeht.
  • Auf der Rechnung des ersten Abnehmers muss die eigene Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (UID-Nummer) sowie die des zweiten Abnehmers enthalten sein.

Darüber hinaus muss der erste Abnehmer mithilfe der UID-Nummer des zweiten Abnehmers überprüfen, ob es sich bei diesem tatsächlich um ein Unternehmen handelt.

Innergemeinschaftliche Dreiecksgeschäfte und die Zusammenfassende Meldung (ZM)

Der erste Abnehmer ist darüber hinaus verpflichtet, in seiner Zusammenfassenden Meldung (ZM) an das Finanzamt den getätigten Umsatz für die Lieferung an den zweiten Abnehmer anzugeben. Der Umsatz muss dabei ausdrücklich als innergemeinschaftliches Dreiecksgeschäft gekennzeichnet werden. Zusätzlich ist in der ZM die Angabe der eigenen UID-Nummer sowie der UID-Nummer des zweiten Abnehmers erforderlich.

Mit Online-Buchhaltungs-Software Verwaltungsaufwand reduzieren

Trotz der Vereinfachungsregel entsteht für Unternehmen, die an innergemeinschaftlichen Dreiecksgeschäften beteiligt sind, ein nicht unerheblicher Verwaltungsaufwand. Einfacher wird es durch die Verwendung einer Online-Buchhaltungs-Software wie „lexoffice“. Über die intuitive Benutzeroberfläche gelingt es auch Einzelunternehmern, Freelancern und Gründern, ihre internationalen Geschäfte rechtskonform zu verwalten und eine korrekte Zusammenfassende Meldung (ZM) abzugeben. Das integrierte ELSTER-Modul erlaubt es, die Daten mit nur wenigen Klicks unmittelbar an das zuständige Finanzamt zu übermitteln.

Die Software lässt sich übrigens auch auf mobilen Geräten nutzen. Automatische Updates sorgen dafür, dass „lexoffice“ immer aktuell bleibt, selbst wenn sich gesetzliche Bestimmungen ändern. Noch nie war Buchhaltung so einfach!