Gerichtliches Mahnverfahren

Sicherlich kennen Sie das Kleinunternehmer: Sie haben Ihre Ware geliefert oder die Leistung erbracht und Ihr Kunde möchte nicht bezahlen. Abgesehen vom Zahlungsausfall, sind der Zeit- und Geldaufwand für Mahnungen und Zahlungserinnerung nervig. In diesem Betrag möchten wir Ihnen Informationen geben, was Sie tun können, wenn alle Zahlungserinnerungen und Mahnungen nicht zum gewünschten Erfolg führen. Dann hilft oftmals leider nur noch ein gerichtliches Mahnverfahren. Das gerichtliche Mahnverfahren ist sozusagen das Gegenstück zur außergerichtlichen Mahnung durch Sie, durch Ihren Rechtsanwalt oder durch Inkassounternehmen.

Über die zentralen Gerichte (sogenannte Mahngerichte), können Sie in jedem Bundesland online einen standardisierten Antrag, einen sogenannten Online-Mahnantrag stellen. Nach dem erfolgreichen Ausfüllen des Online-Mahnantrages wird dem Schuldner, sprich Ihrem Kunden, ein gesetzlicher Mahnbescheid amtlich per Post zugestellt. Ihr Kunde muss dann durch das Mahngericht verordnet reagieren. Die Durchführung eines gerichtlichen Mahnverfahrens ist nur durch die zentralen Gerichte möglich. Ein gerichtliches Mahnverfahren kann demnach nicht bei den Amtsgerichten etc. eingereicht werden.

Welche Angaben sind beim Antrag für ein gerichtliches Mahnverfahren notwendig:

  • Antragsdatum
  • Wer ist Antragsteller? Name und Adresse (Gläubiger)
  • Wer ist Antragsgegner? Name und Adresse (Schuldner)
  • Welches Mahnverfahren soll angestrebt werden? (Reguläres Mahnverfahren, Urkunden-Mahnverfahren, Scheck-Mahnverfahren, Wechsel-Mahnverfahren)
  • Nähere Angaben zum Anspruch: Warum ist Ihre Forderung berechtigt? (Rechnungsnummer, Rechnungsdatum, Rechnungsbetrag etc.)
  • Erheben Sie Zinsen? Erheben Sie sonstige Gebühren im Rahmen des gerichtlichen Mahnverfahrens?
  • Erheben Sie Nebenforderungen? (z.B. Fahrkosten, Kontogebühren, etc.)
  • Allgemeine Angaben zum Antrag gerichtliches Mahnverfahren  (z.B. Sie erheben den Anspruch auf Befreiung der Gerichtskosten)

Alternative: Gerichtliches Klageverfahren

Alternativ zum gerichtlichen Mahnverfahren, können Sie ein gerichtliches Klageverfahren starten. Jedoch müssen Sie bedenken, daß ein gerichtliches Klageverfahren in der Regel mit höheren Kosten verbunden ist.

Inkasso als Alternative zum gerichtlichen Mahnverfahren

Fällige Rechnungen können Sie auch direkt an ein Inkassounternehmen übergeben. Diese Unternehmen sind auf die Durchsetzung Ihrer Forderungen spezialisiert.