Skonto

 

Was ist Skonto? – Eine Begriffserklärung

Unter dem Begriff „Skonto“ versteht man das Vorgehen, einen Rechnungspreis zu mindern. Bezahlt man den Beitrag in bar, wird der Preisnachlass sofort gewährt. Begleicht man die Rechnung nicht in bar, profitiert man nachträglich von diesem Rabatt. Mit Hilfe von Skonto verfolgen Unternehmen das Ziel, ihren Kunden einen Anreiz zu bieten, offene Rechnungsbeträge zügiger zu bezahlen. Im Gegenzug können sie sich zeitintensive und teure Mahnverfahren sparen. Skonto-Gesetze, die innerhalb Deutschlands die steuerliche Behandlung von Skonto regeln, sind H 6.2 EStH und Abschn.14.5 UStAE.

1. Regelungen über erhaltene Skonti

Sie haben eine Rechnung erhalten, in welcher sich der Vermerk befindet, Sie können den offenen Betrag um 3 Prozent kürzen, sofern Sie diesen innerhalb einer Woche überweisen? Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Skonto-Rechnung. Wenn Sie den geminderten Rechnungsbetrag zeitig bezahlen, können Sie zusätzlich Zinsen sparen. Das liegt darin begründet, dass Ihr Bankkonto geringer belastet wird.

Bei Erhalt einer Rechnung, auf der Skonto aufgeführt ist, sollten Sie allerdings folgendes beachten:

  1. Vorsteuer: Erhalten Sie Skonto, mindert sich die Vorsteuer aus der erhaltenen Rechnung. Das wiederum führt zu einer Entgeltminderung.
  2. Grundsatz: Ein gewährter Skonto ist nicht mit einem Zinsaufwand, sondern vielmehr mit einem Preisnachlass vergleichbar.
  3. Geminderte Anschaffungskosten: Bei Skonto reduzieren sich sowohl die Anschaffungskosten für Waren und Anlagegegenstände als auch die Aufwendungen für Dienstleistungen. Besonders bemerkbar macht sich der Skonto außerdem bei der Finanzierung teurer Anschaffungen, da Sie weniger Fremdmittel aufnehmen müssen und somit von einem Zinsvorteil profitieren.

Praxis-Beispiel: Verbuchung von Skonti beim Käufer

Stellen Sie sich vor, ein Betrieb kauft eine IT-Infrastruktur im Wert von 5.000 Euro. Zuzüglich fallen 950 Euro Umsatzsteuer auf diesen Betrag an. Nun werden dem Unternehmen 3 Prozent Skonto angeboten, sofern es das Geld binnen einer Woche bezahlt. Innerhalb dieser Frist muss er abzüglich der 3 Prozent also nur 5.771 Euro anstatt der vollen 5.950 Euro überweisen. Die erstattungsfähige Vorsteuer beträgt durch den Skonto nicht mehr 950 Euro, sondern lediglich noch 921,50 Euro. Gleichzeitig reduzieren sich die abschreibungsfähigen Anschaffungskosten auf 4.850 Euro.

Um erhaltene Skonti zu verbuchen, haben Sie zwei Möglichkeiten:

  1. Nettomethode: Sie trennen bereits bei Inanspruchnahme zwischen Erlöskonto und Vorsteuerkonto.
  2. Bruttomethode: Sie buchen die Skonti zunächst über das Konto „Skontoerträge“ ein und mindern den Bruttobetrag anschließend um die Vorsteuer, die darin enthalten ist.

Praxis-Beispiel: Verbuchung erhaltener Skonti beim Käufer

Stellen Sie sich dieses Mal vor, eine Firma kauft Waren im Wert von 50.000 Euro ein. Zuzüglich fallen auf diesen Betrag 9.500 Euro Umsatzsteuer an. Der Lieferant gewährt ihr bei einer Zahlung innerhalb von 10 Tagen 3 Prozent Skonto.

Buchung bei Erhalt der Rechnung

Konto SKR 03

Soll

Konten­bezeichnungBetrag

EUR

Konto SKR 03

Haben

Konten­bezeichnungBetrag

EUR

3400Wareneingang 19  % Vorsteuer59.5001610Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen59.500
Konto SKR 04

Soll

Konten­bezeichnungBetrag

EUR

Konto SKR 04

Haben

Konten­bezeichnungBetrag

EUR

5400Wareneingang 19 % Vorsteuer59.5003310Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen59.500

Hinweis zur Umsatzsteuer:

Die 19 Prozent Umsatzsteuer (12.350 Euro) sind bereits im Wareneingang enthalten.

Möchten Sie die Verbindlichkeiten einbuchen, müssen Sie hierfür zunächst die vollen Bruttowerte verwenden. Das gilt auch für den Fall, dass Sie bereits bei Erhalt der Rechnung wussten, sie würden den darin gewährten Skonto in Anspruch nehmen.

Buchung bei der Bezahlung

Konto SKR 03

Soll

Konten­bezeichnungBetrag

EUR

Konto SKR 03

Haben

Konten­bezeichnungBetrag

EUR

1610Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen59.5001200Bank57.715
3736Erhaltene Skonti, 19 % Vorsteuer1.785
Konto SKR 04

Soll

Konten­bezeichnungBetrag

EUR

Konto SKR 04

Haben

Konten­bezeichnungBetrag

EUR

3310Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen59.5001800Bank57.715
5736Erhaltene Skonti, 19 % Vorsteuer1.785

Hinweis zur Umsatzsteuer:

Die Skonti beinhalten bereits die 19 Prozent Umsatzsteuer (285 Euro)!

Um die Rechnung zu bezahlen, müssen Sie nun den erhaltenen Skonto nach der Bruttomethode mit seinem Bruttowert auf dem Erfolgskonto „Skonti, erhaltene 19 % Vorsteuer“ buchen. Aufgrund der Steuerautomatik profitieren sie davon, dass die zu korrigierende Vorsteuer aus dem Bruttobetrag herausgerechnet und automatisch auf das Vorsteuerkonto im Haben gebucht wird.

2. Vorgehensweise bei gewährten Skonti

Sie sind Unternehmer und gewähren Ihren Kunden Skonto. Das hat steuerlich gesehen folgende Wirkung:

  1. Umsatzsteuer: Grundsätzlich stellen Skonti eine Entgeltminderung dar. Folglich müssen Steuerpflichtige weniger Umsatzsteuer an das Finanzamt bezahlen.
  2. Minderung des Ertrags: Bei Barzahlung mindert sich durch gewährte Skonti die eingebuchte Forderung bzw. der Erlös.

Um gewährte Skonti zu verbuchen, haben Sie auch als Verkäufer die folgenden beiden Möglichkeiten:

  1. Bruttomethode: Sie buchen die Skonti zunächst über das Konto „Skontoerträge“ ein und mindern den Bruttobetrag anschließend um die Vorsteuer, die darin enthalten ist.
  2. Nettomethode: Sie trennen bereits bei Inanspruchnahme zwischen Erlöskonto und Vorsteuerkonto.

Praxis-Beispiel: Verbuchung gewährter Skonti beim Verkäufer

Einzelhändler verkauft einem Kunden eine Kühltruhe für 700 EUR zzgl. 133 EUR Umsatzsteuer. Er räumt ihm die Möglichkeit ein, 3 Prozent Skonto vom Zielverkaufspreis abziehen zu dürfen, wenn die Rechnung innerhalb von 10 Tagen überwiesen wird.

Buchung bei Rechnungsstellung

Konto SKR 03

Soll

Konten­bezeichnungBetrag

EUR

Konto SKR 03

Haben

Konten­bezeichnungBetrag

EUR

1410Forderung8338400Erlöse 19 % USt833
Konto SKR 04

Soll

Konten­bezeichnungBetrag

EUR

Konto SKR 04

Haben

Konten­bezeichnungBetrag

EUR

1210Forderung8334400Erlöse 19 % USt833

Hinweis zur Umsatzsteuer:

In den Erlösen sind 19 % Umsatzsteuer (= 133 EUR) enthalten!

Die Skonto-Verbuchung der Forderung erfolgt stets in Höhe des gesamten Rechnungsbetrags. Schließlich weiß der Unternehmer noch nicht, ob sein Kunde den Skonto in Anspruch nehmen möchte.

Buchung bei Bezahlung

Konto SKR 03

Soll

Konten­bezeichnungBetrag

EUR

Konto SKR 03

Haben

Konten­bezeichnungBetrag

EUR

1200Bank808,011410Forderung833,00
8736Gewährte Skonti

19 % USt

24,99
Konto SKR 04

Soll

Konten­bezeichnungBetrag

EUR

Konto SKR 04

Haben

Konten­bezeichnungBetrag

EUR

1800Bank808,011210Forderung833,00
4736Gewährte Skonti

19 % USt

24,99

Hinweis zur Umsatzsteuer:

In den Skonti sind 19 % Umsatzsteuer (= 3,99 EUR) enthalten!

Bezahlt der Kunde innerhalb von 10 Tagen und nimmt den 3 %-igen Skonto-Satz in Anspruch, bucht der Unternehmer die Gewährung von Skonto bei Bezahlung mit seinem Bruttowert auf das Konto „Skonto, erhaltene 19 % Umsatzsteuer“. Aufgrund der Steuerautomatik (DATEV-Konten SKR 03/04: 8736/4736) wird die zu korrigierende Umsatzsteuer herausgerechnet und direkt auf das Umsatzsteuerkonto im Soll gebucht.

3. Skontoabzug kann zum Sofortabzug der Kosten führen

Liegen die Anschaffungskosten für einen beweglichen und selbstständig nutzungsfähigen Anlagegegenstand über der Netto-Höchstgrenze von 410 EUR, müssen Unternehmer diese auf mehrere Jahre Gewinn mindernd abschreiben. Der Sofortabzug ist u. U. noch nicht verloren. Werden nämlich 3 % Skonto eingeräumt, sollte man nachrechnen, ob es nicht sinnvoll ist, diese 3 % in Anspruch zu nehmen, um unter die 410 EUR-Grenze zu kommen. Im Blick müssen Unternehmer dabei stets die tatsächlichen Netto-Anschaffungskosten haben.

4. Skonti und Umsatzsteuer

Durch die Inanspruchnahme von Skonti wird nicht nur der Netto-Rechnungsbetrag gemindert, sondern auch die Umsatzsteuer.

Praxis-Beispiel: Skonto einer Einkaufsgemeinschaft an ihre Mitglieder

Preisnachlässe, die eine Einkaufsgenossenschaft ihren Mitgliedern – zusätzlich zu dem von den Warenlieferanten an die Mitglieder eingeräumten Skonto in Form eines Lieferantenkredits – für den Warenbezug gewährt ( „Zusatzskonto“), mindern die Bemessungsgrundlage des Umsatzes der von der Einkaufsgenossenschaft gegenüber den Warenlieferanten erbrachten Leistungen.

Handhabung bei Besteuerung nach vereinbarten Entgelten (Soll-Versteuerung)

Erfolgt die Besteuerung nach vereinbarten Entgelten, entsteht die Umsatzsteuer mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem die Leistung ausgeführt wurde, unabhängig von der tatsächlichen Zahlung. Wurde in einem folgenden Voranmeldungszeitraum ein Skonto durch den Kunden in Anspruch genommen, wird die Umsatzsteuer in dem Voranmeldungszeitraum berichtigt, in dem bezahlt wurde.

Handhabung bei Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten (Ist-Versteuerung)

Erfolgt die Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten, entsteht die Umsatzsteuer mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem die (verminderte) Zahlung geleistet wurde, und zwar aus dem Betrag, der tatsächlich überwiesen worden ist. Eine Berichtigung ist nicht erforderlich.

5. Skontodarstellung auf Rechnung

Ein Hinweis „2 % Skonto bei Zahlung bis …“ entspricht z. B. der erhöhten Anforderung an Rechnungsangaben. Der Skonto muss weder mit dem Brutto- noch mit dem Nettobetrag zzgl. Umsatzsteuer ausgewiesen werden. Allerdings muss für Rechnungen, in denen über Lieferungen und sonstige Leistungen zum vollen und zum ermäßigten Steuersatz abgerechnet wird, die Auswirkung des Skontos auf die einzelnen Entgelte nachweisbar sein.

6. Skonti und Gewerbesteuerhinzurechnung

Dem Gewinn aus Gewerbebetrieb werden zwecks Ermittlung der Gewerbesteuer ein Teil der Entgelte für Schulden hinzugerechnet. Den Entgelten für Schulden wirtschaftlich gleich steht der Aufwand, der dem Betrieb dadurch entsteht, dass Forderungen aus Lieferungen und Leistungen vorzeitig erfüllt werden und hierbei ein Abschlag gewährt wird.

Gewährte Skonti und ähnliche Abzüge bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind aber grundsätzlich nicht in die Hinzurechnung einzubeziehen. Das gilt jedoch nicht bei „geschäftsunüblichen“ Skonti. Das sind Skonti, die trotz unüblich langem Zahlungsziel vereinbart werden. Solche unüblichen Skonti werden in voller Höhe bei der Ermittlung des Gewerbeertrags hinzugerechnet.

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