Bankeinzug

Ein Bankeinzug wird benötigt, um im Laufe eines Lastschriftverfahrens einen festgelegten Betrag vom Konto des Zahlungspflichtigen einzuziehen. So wird der Begriff des Bankeinzugs oder der Einzugsermächtigung auch gleichzusetzen mit dem Lastschriftverfahren. Und zwar gilt seit November 2009 innerhalb des Euro-Zahlungsraums und Ländern wie Norwegen und der Schweiz das sogenannte SEPA-Lastschriftverfahren (Single Euro Payment Area). In Deutschland erfreut sich diese bargeldlose Zahlungsmethode großer Beliebtheit. Im Unterschied zu der Überweisung, bei der der Zahlungspflichtige einen bestimmten Geldbetrag überweist, wird beim Bankeinzug der Zahlungsempfänger aktiv. Allerdings kann er das nur, wenn er vom Zahlungspflichtigen ein Lastschriftmandat für den Einzug der vereinbarten Geldsumme erhält.
Dieses Mandat muss neben dem Namen und der Anschrift des Zahlungspflichtigen, Angaben zu seiner Kontoverbindung, also seine IBAN (und BIC) ebenso enthalten wie seine Unterschrift. Das ist ähnlich wie beim ELV, das eine Sonderform der Lastschrift ist. Außerdem ist die sogenannte Gläubiger-Identifikationsnummer ebenfalls auf dem Lastschriftmandat aufzuführen. Bei diesem Creditor Identifier oder auch Gläubiger-ID handelt es sich um einen Code, der von der Deutschen Bundesbank ausgegeben wird und der dazu dient, den Zahlungsempfänger eindeutig zu identifizieren. Und nicht zuletzt muss ein SEPA-Lastschriftmandat eine Mandatsreferenznummer enthalten.
Einem Bankeinzug kann der Zahlungspflichtige acht Wochen nach Erteilung widersprechen. Der eingezogene Betrag wird dann auf sein Konto zurückgebucht. Zieht der Zahlungsempfänger fälschicherweise etwa einen anderen als den vereinbarten Betrag ein, kann sich der Zahlungspflichtige sogar 13 Monate lang Zeit lassen mit seinem Widerspruch. Das Widerspruchsrecht gilt für Privatpersonen, nicht aber für einen zwischen Firmenkunden vereinbarten Bankeinzug. Treten bei Firmen-Lastschriften Probleme auf, müssen sie direkt zwischen den Vertragspartnern ausgehandelt werden. Darüber hinaus erlischt ein SEPA-Mandat, wenn es vom Zahlungsempfänger 36 Monate lang nicht eingesetzt wurde. Wird ein Bankeinzug aber genutzt, ist er zeitlich unbegrenzt. Der Zahlungspflichtige kann ein erteiltes Mandat jedoch jederzeit widerrufen. Der Widerruf muss in Schriftform erfolgen; das darf aber durchaus in Form einer E-Mail passieren.
Praktisch ist ein Bankeinzug für regelmäßige Zahlungen wie beispielsweise Zeitschriftenabonnements, für die Strom- oder Telekommunikationsrechnung. Dabei handelt es sich um eine wiederkehrende SEPA-Lastschrift. Ändert sich bei solch einer wiederkehrenden Lastschrift etwa der Betrag, der üblicherweise eingezogen wird, reicht es aus, wenn der Zahlungsempfänger seinen Kunden, also dem Zahlungspflichtigen, über die geänderte Summe informiert. Das ist für beide Parteien vorteilhaft. Während der Zahlungspflichtige keinen zusätzlichen Aufwand hat, beispielsweise um einen Dauerauftrag zu ändern, muss der Gläubiger lediglich die Höhe des Geldbetrags beim Bankeinzug ändern. Er hat keinen Zahlungsausfall und die Kontrolle über seine Zahlungszugänge. Allerdings trägt er, ähnlich wie beim Elektronischen Lastschriftverfahren das Risiko, dass der Zahlungspflichtige den Bankeinzug jederzeit widerrufen kann oder, dass das Konto des Kunden nicht über die entsprechende Deckung verfügt. Der Kunde wiederum sollte bedenken, dass beim Widerrufen eines Bankeinzugs nicht der Vertrag mit dem entsprechenden Dienstleister gekündigt wird.
Außer dem wiederkehrenden Bankeinzug kann ein Zahlungspflichtiger einem Zahlungsempfänger auch eine Einzellastschrift aushändigen. Dass es sich dabei um eine einmalige Zahlung handelt, muss im SEPA-Lastschriftmandat festgehalten werden. Auch für den Einmalbankeinzug gelten die üblichen Widerspruchsfristen.

Vorteile des Bankeinzugs

  • wiederkehrende Zahlungen werden automatisch eingezogen
  •  niedriger Buchungsaufwand bei dem Zahlungsempfänger
  • Kontrolle und gute Planbarkeit des Zahlungsflusses beim Zahlungsempfänger

Nachteile

  • Zahlungsausfall, wenn das Konto des Zahlungspflichtigen keine Deckung aufweist
  • Risiko bei Zahlungsausfall trägt der Zahlungsempfänger
  • Mahnkosten oder Kosten für Dispokredit können anfallen
  • Lastschriftmandat erfordert Unterschrift des Zahlungspflichtigen
  • Kunde kann das Lastschriftmandat widerrufen und den Geldbetrag zurückfordern

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