Eröffnungsbilanzkonto (EBK)

Was ist das Eröffnungsbilanzkonto?

Das Eröffnungsbilanzkonto (EBK) ist ein Hilfskonto und bildet die Eröffnungsbilanz in der doppelten Buchführung ab. Am Anfang des Geschäftsjahres, wenn die Bilanz in Bestandskonten aufgelöst wird, bildet das Eröffnungsbilanzkonto eine Übersicht über alle Vermögens- und Schuldenwerte.

Wofür steht EBK im Rechnungswesen?

EBK steht im Rechnungswesen für das Eröffnungsbilanzkonto. Es gibt auch das SBK, das Schlussbilanzkonto. Achtung an Rechnungswesen-Schüler:innen und Steuerfachangestellten-Auszubildende: Das EBK ist “spiegelverkehrt” zum SBK und eine beliebte “Falle” in Klassenarbeiten im Rechnungswesenunterricht!

Kann man ein Eröffnungsbilanzkonto erstellen?

Nein, Sie können kein Eröffnungsbilanzkonto erstellen. Es handelt sich wie gesagt um ein Hilfskonto bei der Buchhaltung und ist in jeder Buchhaltungssoftware automatisch vorhanden. Sie können (und sollen) laut Rechnungswesen kein Eröffnungsbilanzkonto selbst anlegen – dieses Konto ist immer je nach Standardkontenrahmen fix festgelegt und Ihre Buchhaltungssoftware kann es automatisch bebuchen.

Die Funktion des Eröffnungsbilanzkontos

Bei der Auflösung der Bilanz in die Bestandskonten entsteht eine Buchungslücke zwischen der Eröffnungsbilanz und diesen Konten. Das Eröffnungsbilanzkonto schließt diese Lücke. Es ist das Gegenstück zum Schlussbilanzkonto, aber inhaltsgleich. Das ist notwendig, weil nach den Regeln der doppelten Buchführung laut dem Handelsgesetzbuch (HGB) jede Buchung mindestens zwei Konten beeinflussen muss. Ein Konto muss dabei im Soll und eines im Haben berührt werden.

Die Eröffnungsbilanz ist kein Konto und aus einer Bilanz heraus darf keine Buchung vorgenommen werden. Schlussbilanzen sind geordnete Aufstellungen der Bestände aus den Bestandskonten und befinden sich außerhalb des betrieblichen Kontensystems. Deshalb wird bei der Auflösung in die Bestandskonten ein Hilfskonto benötigt, damit über diesen Umweg die Anfangsbestände korrekt auf die Bestandskonten gebucht werden können.

Eröffnungsbilanz buchen: Die Aufteilung von Soll und Haben

Die Bestandskonten teilen sich in Aktivkonten und Passivkonten auf. Der Anfangsbestand auf aktiven Konten erscheint im Soll, der Anfangsbestand auf passiven Konten erscheint im Haben.

Diese Regelung erleichtert Ihnen die Zuteilung der Posten aus der Eröffnungsbilanz auf die verschiedenen Bestandskonten. Die Eröffnungsbilanz wird nach einem vom HGB vorgeschriebenen Schema erstellt. Es besteht aus einer aktiven (links) und einer passiven (rechts) Seite, auf denen die Reihenfolge der aufgeführten Posten vorgegeben ist. Die Aktiva-Seite steht in der Eröffnungsbilanz im Haben, die Passiva-Seite steht im Soll.

Auf dem Eröffnungsbilanzkonto spiegeln sich deshalb die Posten in Soll (links) und Haben (rechts).

Bildlich sieht das so aus:

Eröffnungsbilanz
Aktiva Passiva
1. Anlagevermögen 1. Eigenkapital
Grundstücke und Gebäude 2. Fremdkapital
Maschinen Darlehen
Fuhrpark Verbindlichkeiten aus LuL
2. Umlaufvermögen
Handelswaren
Forderungen aus LuL
Bankguthaben

Eröffnungsbilanzkonto

Soll

Haben

Eigenkapital

Grundstücke und Gebäude

Darlehen

Maschinen

Verbindlichkeiten aus LuL

Fuhrpark

Handelswaren

Forderungen aus LuL

Bankguthaben

Wie Sie sehen, haben die jeweiligen Posten allesamt die Seiten getauscht. Das liegt an den Vorgaben für den Aufbau von Bilanzen und Konten. In der Bilanz stehen die Aktiva immer links und die Passiva immer rechts. Die Aktiva stehen in der Bilanz zudem im Haben und die Passiva im Soll. Konten hingegen werden mit Soll links und Haben rechts dargestellt und somit müssen die Posten die Seiten tauschen.

Ansonsten ist der Aufbau des Eröffnungsbilanzkontos übrigens egal. Da es sich nur um ein Hilfskonto handelt, dessen Verwendungszweck einmalig ist, können Sie das Eröffnungsbilanzkonto nach Ihren Anforderungen aufbauen.

Buchungen über ein Eröffnungsbilanzkonto Beispiel

Ein wichtiger Aspekt der doppelten Buchführung sind die Buchungssätze. Ein Buchungssatz beschreibt eine Buchung von einem Konto auf ein anderes. Das geschieht mithilfe einer Formel, die simpel lautet:

Soll

an

Haben

Das bedeutet, dass immer zuerst das Soll und dann das Haben berücksichtigt wird.

Wie wir gelernt haben, stehen auf dem Eröffnungsbilanzkonto die aktiven Posten im Haben und die passiven Posten im Soll. Wenden wir jetzt die Formel auf die Aktivkonten und die Passivkonten an.

Buchung der Anfangsbestände auf ein Aktivkonto:

Aktivkonto

an

EBK

Beginnt zum Beispiel das Aktivkonto „Maschinen“ mit einem Anfangsbestand von 120.000,00 Euro, sieht der Buchungssatz dafür so aus:

Maschinen 120.000,00 €

an

EBK 120.000,00 €

Bei einer Buchung der Anfangsbestände auf ein Passivkonto sieht es so aus:

EBK

an

Passivkonto

Wie Sie sehen, gehen nach diesen Buchungssätzen die Buchungen immer von Soll an Haben. Diese Regelung gilt übrigens auch über die Eröffnungsbilanz hinaus für jede Buchung auf oder von Bestands- und Erfolgskonten.

Die Erstellung eines Eröffnungsbilanzkontos kann aufwändig und zeitraubend sein. Nutzen Sie lexoffice für Ihre Buchhaltung, sparen Sie viel Zeit, da lexoffice die Bestandskonten für Sie immer aktuell hält.

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