Workation

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    Workation als Vermischung aus Arbeit und Urlaub

    Moderne Arbeitsmodelle gehen weg vom klassischen Acht-Stunden-Tag an fünf Tagen in der Woche. Es gibt zahlreiche alternative Modelle, die mit oder ohne Anwesenheit und mehr oder weniger Stunden auskommen. Workation ist ein Modell, bei dem die Arbeitszeit stark mit der Freizeit verbunden wird und man sozusagen im Urlaub seine Aufgaben erledigt. Wie sich das im Unternehmen integrieren lässt, erfahren Sie in diesem Artikel.

    Die Bedeutung von Workation

    Workation ist eine Verbindung von Arbeit (englisch: Work) und Urlaub (englisch: Vacation). Der Vorgang ist vergleichbar mit dem Homeoffice, allerdings muss die Arbeit nicht zwingend zu Hause erledigt werden.

    Bei der Workation wird die Arbeit an einem Urlaubsort erledigt. Das kann beispielsweise im Hotel oder am Strand sein. Das funktioniert natürlich nur dann, wenn die entsprechenden Aufgaben und Tätigkeiten auch dort verrichtet werden können.

    Workation bietet sich vor allem dann an, wenn die Verpflichtungen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sich auf Aufgaben beschränken, die am Laptop oder sogar über mobile Endgeräte erledigt werden können.

    Anbieter:innen der Workation sorgen für neue Reize bei Bewerbern und Bewerberinnen. Work-Life-Balance ist wichtiger als jemals zuvor und entsprechende Angebote ein bedeutender Faktor für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen bei der Suche nach einer Arbeitsstelle. Vor allem in Zeiten des Fachkräftemangels kann das ein entscheidender Aspekt sein, um das Unternehmen für Bewerber und Bewerberinnen attraktiver zu machen.

    Workation kann aber auch für das Knüpfen internationaler Beziehungen zu anderen Unternehmen oder Teambuildingmaßnahmen verwendet werden.

    Voraussetzung ist, dass ein Unternehmen den Mitarbeiter:innen vertrauen kann und diese das nötige Pflichtbewusstsein und die Disziplin aufweisen, um während einer Urlaubsreise ihren Aufgaben nachzugehen und eben nicht nur Urlaub zu machen. Zusätzlich ist auch ein gewisses Maß an Eigenorganisation nötig.

    Zu einer Workation gehören geregelte Arbeitszeiten. Diese können nach den bekannten Arbeitszeitmodellen gestaltet werden. Es muss sich also nicht um ein Vollzeitmodell handeln. Viel mehr geht es darum, dass die Arbeitszeiten so gestaltet sind, dass sie Sinn ergeben im Rahmen von Erreichbarkeit der Kunden und Kundinnen oder auch der Kolleg:innen im Unternehmen. Angenommen, die Workation findet in Australien statt: Dort ist es Nacht, wenn hier Tag ist und umgekehrt. Dann müssen die Arbeitszeiten so gestaltet sein, dass direkte Kontakte zumindest zwischendurch möglich sind.

    Unterschiede zwischen Workation und „Work and Travel“

    Nicht zu verwechseln ist das Modell von Workation mit dem sogenannten „Work and Travel“.

    Workation ist ein ortsunabhängiges Modell, bei dem es darum geht, dem Job, in dem man angestellt ist, an einem Urlaubsort nachzugehen. Man nimmt die Arbeit also mit in den Urlaub.

    Work and Travel hingegen ist ein System, bei dem sich Arbeitnehmer:innen nicht an eine feste Arbeitsstelle binden, sondern auf Reisen ortsabhängig nach vorübergehenden Jobs suchen, die sie so lange ausführen, bis sie ihre Reise zu einem anderen Ort fortsetzen.

    Voraussetzungen für eine erfolgreiche Workation?

    Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Workation sind vor allem von den Tätigkeiten selbst abhängig. Diese müssen auch an einem Urlaubsort im Ausland ausgeführt werden können. Das umfasst vor allem kreative, beratende und Service-Berufe.

    Am besten geeignet sind dafür unter anderem diese Berufe und Tätigkeiten:

    • Informatische Berufe
    • Buchhaltung
    • Steuerberatung
    • Texterstellung
    • Grafikerstellung
    • Fotoerstellung
    • Marketing
    • Suchmaschinenoptimierung
    • Personalentwicklung
    • Kundenservice

    Neben der passenden Tätigkeit sind aber noch andere Faktoren wichtig, damit eine Workation erfolgreich umgesetzt werden kann.

    Dabei geht es vor allem darum, auf gewisse Weise durch Kompromisse eine gute Lösung für Arbeitnehmer:in und Arbeitgeber:in zu finden.

    Unter anderem müssen diese Aspekte geregelt werden, damit die Workation für beide Seiten zufriedenstellend funktioniert:

    Arbeitszeiten in der Workation

    Wenn Urlaub und Arbeit miteinander verbunden werden, kann sich schnell die Gemütlichkeit einschleichen und dann wird aus der Workation ein reiner Urlaub, während dem die Arbeit liegen bleibt. Deshalb sind flexible Arbeitszeitmodelle zwar möglich, sollten aber nicht zu flexibel sein.

    Dazu kommt, dass je nach Beschäftigung auch ein Kontakt mit den Kolleg:innen oder den Kund:innen notwendig sein kann. Dann muss zumindest ein Teil der Arbeitszeiten so gelegt werden, dass er sich mit den Arbeitszeiten „zu Hause“ überschneidet. Wer im Ausland arbeitet, während es in Deutschland 1 Uhr nachts ist, wird kaum mit den Kund:innen oder Kolleg:innen in direkten Kontakt treten können.

    Pflichtbewusstsein in der Workation

    Die Mitarbeiter:innen müssen pflichtbewusst ihren Aufgaben nachgehen, auch wenn der Urlaubsteil der Workation gerade verlockender ist. Natürlich wäre es immer schöner, jetzt am Strand in der Sonne zu liegen, aber die Arbeit darf nicht vernachlässigt werden.

    Im Grunde verhält es sich genauso wie bei der Arbeit im Büro: Zuerst wird die Pflicht erfüllt und dann kommt die Freizeit. Allerdings hat Workation den Vorteil, dass die Arbeit bereits am Strand erledigt werden kann. Dann muss der Laptop nur noch zur Seite gelegt werden und man kann den Rest des Tages genießen.

    Passende Zielländer

    In der Theorie kann eine Workation in jedem Land stattfinden. In der Praxis gibt es aber bestimmte Dinge zu beachten. Zum einen muss sichergestellt werden, dass es sich um ein sicheres Land handelt, in dem zudem eine medizinische Versorgung der Mitarbeiter:innen möglich ist. Dafür sollten auch Auslandsversicherungen und notwendige Impfungen vorgenommen werden.

    Oder kurz: Workation in Kriegsgebieten oder Länder, in denen die politische Lage instabil ist, sollte eher ausgeschlossen werden. Auch Teile von Ländern, die abseits der Zivilisation liegen, kommen nicht infrage, da dort die Versorgung nicht gewährleistet werden kann. Der Abenteuerurlaub im australischen Outback bietet sich also nicht für eine Workation an.

    Dazu kommt natürlich, dass der Zielort auch die Möglichkeiten bieten muss, die Arbeit erledigen zu können. Also müssen beispielsweise Internet und Stromanbindung vorhanden sein.

    Organisation

    Für eine Workation müssen die notwendigen Mittel bereitgestellt werden. Dazu gehören vor allem transportable Geräte wie Laptops, Tablets oder Handys.

    Außerdem muss sichergestellt werden, dass diese Geräte auch am Zielort funktionieren. Dafür müssen entsprechende Vorbereitungen getroffen werden. Beispielsweise hat Nordamerika eine andere Form von Steckdosen, in denen die europäischen Stecker nicht funktionieren. Damit Akkus geladen werden können, muss also ein entsprechender Adapter zur Verfügung stehen.

    Außerdem muss im Vorfeld geklärt werden, welche Kosten der Workation der oder die Arbeitnehmer:in übernimmt und welche Kosten der oder die Angestellte selbst übernehmen muss.

    Vorteile und Nachteile der Workation

    Eine Workation hat zahlreiche Vorteile, die sich vor allem motivierend zeigen. Allerdings birgt sie immer auch gewisse Risiken.

    Vorteile

    Die Vorteile zeigen sich vor allem im Rahmen der Motivation der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Workation ermöglicht eine gute Work-Life-Balance. Neben der Flexibilität ist gleichzeitig auch Entspannung garantiert. Das sorgt durchgehend für gute Laune und mit der arbeitet es sich grundsätzlich besser.

    Das hat den weiteren Vorteil, dass Angestellte fitter bleiben und weniger ausgelaugt sind. Stichwort: Burnout. Stress und Hektik werden durch Workation vermieden und so sinken Ausfälle durch Krankheiten bei den Mitarbeiter:innen.

    Für Angestellte kann Workation auch eine Form der Weiterbildung sein. Sprachkenntnisse verbessern sich, Horizonte werden erweitert und das Selbstbewusstsein durch das Vertrauen der Arbeitgeber:innen gestärkt. Außerdem setzt sie auch eine gewisse Selbstorganisation voraus. Dadurch können also auch die Fähigkeiten in der Organisation von Aufgaben verbessert werden. Dadurch, dass Mitarbeiter:innen auf Workation auf gewisse Weise auf sich alleine gestellt sind, müssen sie auch mal kreative Problemlösungen finden oder hin und wieder Aufgaben umstrukturieren.

    Das alles kann die Fähigkeiten von Mitarbeiter:innen erweitern, was nach der Rückkehr auch für das Unternehmen von Vorteil sein kann.

    Viele Unternehmen haben Standorte im Ausland oder sind international vernetzt. Durch eine Workation können diese Netzwerke erweitert oder Personen zusammengeführt werden, die sich bisher nur vom Telefon oder aus der Videokonferenz kennen. Durch den persönlichen Kontakt kann die zukünftige Zusammenarbeit konstruktiver gestaltet werden.

    Auch als Teambuilding-Maßnahme ist eine Workation sinnvoll. Dafür werden Kolleg:innen gemeinsam auf die Workation geschickt und diese müssen dann zusammenarbeiten. Dabei können sie sich zusätzlich gegenseitig motivieren und gemeinsam Probleme lösen, was sie enger zusammenschweißt.

    Das Modell der Workation kann Mitarbeiter:innen fester an das Unternehmen binden und es auch attraktiver für neue Bewerber:innen machen. Dadurch steigt das Image des Unternehmens und das Branding profitiert langfristig.

    Nachteile

    Die Planung für eine Workation kann mit hohem Aufwand verbunden sein. Es müssen einige Faktoren berücksichtigt und abgeklärt werden, bevor das Konzept überhaupt für ein Unternehmen infrage kommt. Anschließend muss dann auch die Workation selbst geplant werden, was einen erneuten Aufwand bedeutet. Es kostet also durchaus Zeit und setzt eine gewisse Fachkompetenz voraus, um eine Workation im Unternehmen umzusetzen.

    Wenn die Planungen nicht alles berücksichtigen, können Komplikationen entstehen. Fehlende Arbeitsmittel oder erschwerte Kommunikation erschweren die Zusammenarbeit mit den Kollegen und Kolleginnen im Unternehmen. Darunter kann die Effizienz beim Arbeiten leiden.

    Besonders schwierig können technische Probleme wiegen. Wenn man im Unternehmen beispielsweise IT-Fachleute hat, die den Laptop wieder auf Vordermann bringen, kann man diese Verantwortung auf Workation nicht einfach abgeben. Dann muss die entsprechende Fachkompetenz vor Ort gefunden und bezahlt werden.

    Die Angestellten auf Workation müssen in der Lage sein, diszipliniert den Einflüssen des Urlaubsortes zu trotzen und ihre Aufgaben zu bearbeiten. Gelingt dies nicht, leidet die Arbeit entscheidend darunter, was wiederum später zu einem erhöhten Druck führen kann, weil die liegengebliebene Arbeit nachgeholt werden muss. Dadurch wird aus der eigentlich geplanten Entspannung schnell Stress, der den gegenteiligen Effekt hat, als den, der eigentlich angedacht ist.

    Werden nur ausgewählte Mitarbeiter:innen auf Workation geschickt, kann das bei den anderen Angestellten zu Missgunst und Neid führen. Darunter kann das Arbeitsklima stark leiden.

    Die Umsetzung einer Workation muss also sehr gut geplant und für alle klar definiert sein. Nur, wenn alle Angestellten über die Regelungen, Richtlinien und Vorgaben im Klaren sind, herrscht auch Klarheit darüber, wer warum die Workation nutzen darf. Es ist also besser, von Beginn an mit offenen Karten zu spielen, als hinterher in Erklärungsnot zu geraten.

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