Privatrechnungen

Vielleicht kennen Sie das – Sie verkaufen etwas privat und der Käufer wünscht eine Rechnung von Ihnen. Die Frage ist nun, dürfen Sie als Privatperson, d.h. ohne angemeldetes Gewerbe, überhaupt Rechnungen schreiben? Spielt es eine Rolle, ob es sich um Neuware oder Gebrauchtware handelt?

Zunächst einmal, die gute Nachricht:

Ja, Sie können auch als Privatperson Privatrechnungen erstellen. Sie müssen jedoch unbedingt auf die Pflichtelemente auch bei einer Privatrechnung achten. Achten Sie nicht darauf, kann es zu Zahlungsverzögerungen des Käufers oder gar zu Schwierigkeiten mit dem Finanzamt kommen.

Pflichtelemente einer Privatrechnung:

  • Name und Anschrift von Ihnen als Verkäufer
  • Name und Anschrift des Käufers
  • Ausstellungsdatum der Rechnung
  • Zeitpunkt des Verkaufs
  • Menge und Beschreibung der Ware
  • Hinweis: Hinweis auf Privatverkauf

Keine Mehrwertsteuer auf der Privatrechnung ausweisen!

Als Privatperson dürfen Sie keine Umsatzsteuer, oder auch Mehrwertsteuer genannt, ausweisen. Hierbei ist es unerheblich, ob Ihr Käufer ein umsatzsteuerpflichtiges Unternehmen ist. Wenn Sie als Privatperson dennoch eine Rechnung schreiben, welche Umsatzsteuer enthält, sind Sie als gegenüber dem Finanzamt, selbst bei einer Privatrechnung, zur Zahlung der Steuer verpflichtet.

Muster für Rechnungsvorlagen finden Sie hier. Nutzen Sie hier kostenlos die Vorlage für die Kleinunternehmerregelung § 19 UStG, da diese ebenfalls keine Umsatzsteuer enthalten und passen Sie diese nach Ihren Bedürfnissen an.

Wer muss eine Privatrechnung stellen?

Jeder der eine Leistung erbringt, muss überprüfen, ob diese Leistung versteuert werden muss. Und er muss prüfen, ob es sich vielleicht bereits um eine gewerbliche Tätigkeit handelt. Wenn wiederkehrende Einnahmen erzielt werden, dann schreibt §22 EStG die Verpflichtung zur Versteuerung vor.

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Vorsicht: Keine Garantie bei Privatverkäufen

Unter Privatleuten gibt es keine gesetzlich festgelegte Garantie. Laut §433 BGB ist aber auch jeder Verkauf auch ein Vertrag. Für Sie bedeutet das, die Pflicht einen Gegenstand „..frei von Sachmängel und Rechtsmängel…“ zu übergeben. Wenn also ein Gegenstand mit Schäden oder Mängeln verkauft wird, aber der Käufer nicht darauf hingewiesen würde, dann muss der Verkäufer damit rechnen, dass der Käufer vom Kauf zurücktritt oder den Kaufpreis mindert. Die sicherste Variante ist es, bekannte Mängel in die Rechnung aufzunehmen und den Käufer klar darauf hinzuweisen. Die Beschreibung kann dann mit dem Zusatz ergänzt werden: „… der Käufer wurde auf folgende Mängel hingewiesen…“

Achtung: Auf Formulierungen in der Form wie „Der Verkauf erfolgt wie gesehen, ohne jegliche Gewährleistung…“ sollte man sich nicht verlassen.