Konsignationslager

1 Was ist ein Konsignationslager?

Ein Konsignationslager ist ein Warenlager, das in der Nähe eines Kunden eingerichtet wird, um diesen schnell mit Waren beliefern zu können. Im Gegensatz zu anderen Lagern steht hier der zu Beliefernde schon fest. Konsignationslager werden von Unternehmen häufig in anderen Ländern eingerichtet. Um Waren auf Anfrage schnell liefern zu können wird ein Zwischenlager eingerichtet, wo bestimmte Waren dauerhaft vorrätig sind. Der große Vorteil eines solchen Lager ist also der Zeitfaktor und die Vereinfachung des Supply Chain Managements.

2 Die Ware verbleibt beim versendenden Unternehmen

Solange die Ware im Konsignationslager liegt, gilt sie rechtlich als Eigentum des ausliefernden Unternehmens. Das gilt solange, bis der Empfänger sie dort abholt. Daher muss die Ware in dieser Zeit wie gewöhnlich bilanziert und auch bei der Inventur berücksichtigt werden. Bis zur Auslieferung unterliegt sie aber nicht der Umsatzsteuer.

Praxis-Beispiel

Ein Unternehmen bringt am 31.07 Waren in ein Konsignationslager. Der Empfänger übernimmt sie von dort am 26.10. Bis zum 26.10 müssen die Waren also wie gewohnt bilanziert werden. Erst am 26.10 findet die umsatzsteuerliche Lieferung statt.

3 Regelungen bezüglich der Umsatzsteuer

In der Regel befindet sich ein Konsignationslager in einem anderen als der Sitz des Lieferanten. Innerhalb der EU sind dann die umsatzsteuerlichen Regelungen zum innergemeinschaftlichen Verbringen zu berücksichtigen. Das versendende Unternehmen muss im Land, dem sich das Lager befindet, registriert sein und eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer besitzen. Die Umsatzsteuer wird nach den Regeln des jeweiligen Landes abgerechnet, da die Lieferung erst hier erfolgt. Einige Länder innerhalb der EU haben Regelungen eingeführt, um die umsatzsteuerlichen Gegebenheiten in solchen Fällen zu vereinfachen. Bevor ein Unternehmen ein Konsignationslager einrichte, sollte es sich umfassend mit diesen Regelungen vertraut machen.